Borkwalde

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Borkwalde führt kein Wappen
Borkwalde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Borkwalde hervorgehoben
Koordinaten: 52° 15′ N, 12° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Amt: Brück
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 4,89 km²
Einwohner: 1496 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 306 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14822
Vorwahl: 033845
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 056
Adresse der Amtsverwaltung: Ernst-Thälmann-Str. 59
14822 Brück
Webpräsenz: www.borkwalde.de
Bürgermeister: Renate Krüger (Die Linke)
Lage der Gemeinde Borkwalde im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Die Freiwillige Feuerwehr in Borkwalde

Borkwalde ist wie seine Nachbargemeinde Borkheide eine Waldgemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie wird vom Amt Brück verwaltet und ist die jüngste Ortschaft in diesem Amt.

Der Ort liegt im Bereich der geologischen Hochfläche Zauche, südwestlich des Berliner Ringes zwischen Beelitz und Kloster Lehnin. Im Westen und Süden wird Borkwalde vom Truppenübungsplatz Lehnin und im Osten von einem 100 Hektar großen „Vorsorgestandort für großflächige gewerblich-industrielle Vorhaben“ eingeschlossen.

Besiedlung von Borkwalde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bestand das Territorium des heutigen Borkwalde nur aus Wald. Der Ort entstand durch den Verkauf von Wäldern, die Kaniner und Busendorfer Großbauern gehörten. Es gibt dabei keinen Zusammenhang mit der Entstehung der Gemeinde Borkheide. Als erster Besitzer der Kolonie Borkwalde wird der Justizrat Bredereck aus Berlin genannt. Er erwarb im Jahr 1912 in sehr kurzer Zeit 150 Morgen Waldterrain. Immer mehr Berliner bauten in der ruhigen Waldlandschaft Häuser und Lauben, vor allem für die Nutzung am Wochenende. So entstand der heute Alt-Borkwalde genannte Siedlungsteil.

In den 1920er Jahren setzte wiederum ein großer Besiedlungsboom ein, und das Gebiet wurde um die Kolonie Saalberg erweitert. Am 19. April 1928 gründeten die Siedler den Grundbesitzerverein Siedlung Wochenende, der 1932 seinen Namen in Grundbesitzverein Borkwalde änderte. Das Jahr dieser Namensänderung betrachten die Borkwalder als ihr Gründungsjahr. Obwohl amtlich nur wenige Einwohner registriert waren, hielten sich an den Wochenenden teilweise bis zu 3000 Menschen in der Waldsiedlung auf. Die Deutsche Reichsbahn warb sogar mit einer Siedlerkarte; wer weniger als 30 m² Wohnfläche besaß, konnte am Wochenende für 60 Pfennige von Berlin nach Bork fahren.

Auch in neuerer Zeit entstanden auf einer Fläche von 35 Hektar zahlreiche Eigenheime und Mehrfamilienhäuser – fast ausschließlich als farbenfrohe Holzhäuser („Schwedensiedlung“). Es handelt sich dabei um die deutschlandweit größte zusammenhängende Holzhaussiedlung.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kolonie Borkwalde entstand auf dem Gebiet der Gemeinde Kanin im Kreis Zauch-Belzig. Am 1. Juni 1938 wurde Borkwalde aus Kanin ausgegliedert und zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben.[2] Von 1952 bis 1993 gehörte Borkwalde zum Kreis Belzig (1952–1990 im DDR-Bezirk Potsdam, 1990–1993 in Brandenburg) und seit 1993 zum Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1946 763
1950 569
1964 580
1971 481
1981 394
1985 375
1989 379
1990 391
1991 392
Jahr Einwohner
1992 395
1993 432
1994 698
1995 1.068
1996 1.239
1997 1.330
1998 1.315
1999 1.287
2000 1.351
Jahr Einwohner
2001 1.389
2002 1.362
2003 1.397
2004 1.472
2005 1.529
2006 1.544
2007 1.548
2008 1.576
2009 1.569
Jahr Einwohner
2010 1.564
2011 1.480
2012 1.455
2013 1.459
2014 1.487
2015 1.496
Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[3][4] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus zehn Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin.

  • Die Linke: drei Sitze
  • Borkwalder Notgemeinschaft: drei Sitze
  • Wir in Borkwalde: zwei Sitze
  • SPD: zwei Sitze
(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[5]

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renate Krüger (Die Linke) wurde bei der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 62,1 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[6] gewählt.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortszentrum befindet sich ein denkmalgeschützter Gedenkstein für Ernst Thälmann sowie eine als Bodendenkmal ausgewiesene Grenzmarkierung.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Borkwalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 34
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 14–17
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  5. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  6. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  8. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum: Denkmalliste des Landes Brandenburg: Landkreis Potsdam-Mittelmark (PDF; 377 kB)