Borstel (Verden)

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Borstel
Koordinaten: 52° 55′ 15″ N, 9° 15′ 45″ O
Höhe: 26 m
Einwohner: 2004 (30. Jun. 2007)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 27283
Vorwahl: 04231
Borstel (Niedersachsen)
Borstel

Lage von Borstel in Niedersachsen

Borstel (niederdeutsch Böß'l) ist ein Stadtteil der Stadt Verden (Aller) in Niedersachsen mit knapp über 2000 Einwohnern. Der Name entstammt einer alten im norddeutschen Raum gebräuchlichen Bezeichnung für eine kleinere bäuerliche Siedlung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borstel war ein eigenständiges kleines Dorf. Dieses ist aus einem im Jahr 1254 urkundlich belegten Einzelhof hervorgegangen. Es ist im Laufe der Jahrhunderte immer näher an Verden herangewachsen. 2004 konnte Borstel sein 750-jähriges Bestehen unter der Schirmherrschaft der Niedersächsischen Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit feiern.

Am 1. Juli 1972 wurde Borstel in die Kreisstadt Verden eingegliedert.[1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Dom-Gemeinde des Kirchenkreises Verden unterhält in Borstel seit 1987 das Stephanushaus als Gemeindehaus ihres Pfarrbezirks IV.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl 2016 erzielten die Parteien folgende Ergebnisse und Sitzverteilung der zehn Sitze in der Ortschaft Borstel:

  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands: 4 Sitze,
  • Christlich Demokratische Union Deutschlands: 4 Sitze,
  • Bündnis 90/Die Grünen: 1 Sitz,
  • Freie Demokratische Partei: 1 Sitz.

Ortsbürgermeister ist Jürgen Weidemann (FDP).

Stellvertretende Ortsbürgermeister sind Lore Fluß (SPD), Regina Klauner (CDU) und Reinhard Witt (Bündnis90/Die Grünen).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft hat für Verden-Borstel in der jüngsten Vergangenheit mit der Bebauung der nutzbaren Flächen an Bedeutung verloren. Inzwischen gibt es keine nennenswerte Viehhaltung mehr. Nur noch wenige Ackerflächen werden mit Getreide bestellt. Bekannt ist Borstel für seine Pferdezüchter.

Die im Ort ansässigen Handwerksunternehmen sind teilweise seit mehreren Generationen in Familienhand. Der Bundestrainer der deutschen Dressurreiter, Holger Schmezer, hatte in diesem Ortsteil seinen eigenen Dressur- und Ausbildungsstall.

In Borstel wurde Ende der sechziger Jahre mit dem "Allermarkt" der erste Supermarkt im Verdener Umland errichtet. Für die Verdener Jugend am wichtigsten war und ist die Tanzschule Beuß, die seit mehr als 130 Jahren Tänzer und Tänzerinnen ausbildet.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Schuljahr 2009/2010 gab es im Ort eine Grundschule mit 1. und 2. Klasse als Außenstelle der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule in Verden. Seit 1970 gibt es einen Kindergarten und seit 1998 eine Kindertagesstätte.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Borstel gibt es einen Sportverein, den TSV Borstel. In diesen Verein sind das Verdener Blas- sowie das Jugendblasorchester inkorporiert. Ausschließlich Fußball wird in den Mannschaften des 1990 von Mitgliedern des TSV Borstel gegründeten Borsteler FC gespielt. Seit mehr als 100 Jahren besteht der Schützenverein Borstel, der nicht zuletzt wegen seiner jährlichen Schützenfeste zum Zusammenhalt der Bewohner beiträgt. Die Geschichtspflege des Ortsteils ist das vorrangige Ziel des Borsteler Heimatverein in Verden e. V. von 2004. Den Kindergarten unterstützt seit 2002 der Förderverein des Kindergartens Borstel. Seit 1969 gibt es in Borstel eine Kyffhäuser-Kameradschaft. Seit Ende 2003 gibt es den ersten Borstler Reitverein – die RG Kroneichenhof e. V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hanna Zuschneid, Turnerin, Teilnehmerin an den Olympischen Spielen 1952
  • Helga Köhler, Reiterin, Deutsche Meisterin im Springreiten 1959 und 1960

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 750 Jahre Borstel (Verden). Herausgegeben vom Borsteler Heimatverein in Verden e. V. Verden 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 248.