Bortribromid

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Strukturformel
Struktur von Bortribromid
Allgemeines
Name Bortribromid
Andere Namen

Tribromboran

Summenformel BBr3
CAS-Nummer 10294-33-4
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit stechendem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 250,54 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

2,64 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−46 °C[1]

Siedepunkt

91 °C[1]

Dampfdruck

72 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

heftige Zersetzung in Wasser[1]

Brechungsindex

1,312 (16 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
05 – Ätzend 06 – Giftig oder sehr giftig

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​300​‐​314
EUH: 014
P: 260​‐​264​‐​280​‐​284​‐​305+351+338 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Sehr giftig Ätzend
Sehr giftig Ätzend
(T+) (C)
R- und S-Sätze R: 14​‐​26/28​‐​35
S: (1/2)​‐​9​‐​26​‐​28​‐​36/37/39​‐​45Vorlage:S-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−239,7 kJ/mol[6]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

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Bortribromid ist eine chemische Verbindung bestehend aus den Elementen Bor und Brom mit der Summenformel BBr3.

Darstellung[Bearbeiten]

Bortribromid lässt sich darstellen:
1. durch Umsetzung von Bortrifluorid mit Aluminiumbromid

\mathrm{ BF_3 + AlBr_3\ \rightleftharpoons \ BBr_3 + AlF_3}

2. durch Umsetzung von Borcarbid mit elementarem Brom im Quarzrohr bei erhöhter Temperatur

\mathrm{ B_4C + 6\ Br_2\ \rightarrow \ 4\ BBr_3 + C}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Bortribromid ist eine sehr giftige, an feuchter Luft rauchende Verbindung, die bei Raumtemperatur als Flüssigkeit vorliegt. Sie ist kommerziell verfügbar und eine starke Lewis-Säure.

Durch Hydrolyse erfolgt eine Zersetzung zu Borsäure und Bromwasserstoffsäure:

\mathrm{ BBr_3 + 3\ H_2O\ \rightleftharpoons \ B(OH)_3 + 3\ HBr}

Verwendung[Bearbeiten]

Bortribromid kann zur Spaltung von Ethern unter milden Bedingungen, insbesondere zur schonenden Spaltung von Alkylarylethern benutzt werden. Zusätzlich wird es auch bei der Olefin-Polymerisation und bei Friedel-Crafts-Reaktionen eingesetzt. In der Elektronikindustrie dient es als Borlieferant bei der Dotierung von Halbleitern.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Datenblatt Bortribromid bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  2. David R. Lide (Ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90th Edition (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Index of Refraction of Inorganic Liquids, S. 4-140.
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 10294-33-4 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  4. Eintrag zu CAS-Nr. 10294-33-4 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 14. März 2011 (JavaScript erforderlich)
  5. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. David R. Lide (Ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90th Edition (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-5.