Borussia-Denkmal

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Borussia in Memel (um 1920)

Das Borussia-Denkmal war eine Statue in Memel. Sie erinnerte an den Beginn von Preußens Wiederaufstieg zwischen 1806/07 und 1813. Zugleich stand sie für die von jeher gefährdete Grenzlage der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der katastrophalen Schlacht bei Jena und Auerstedt flohen König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise nach Ostpreußen. Als Königsberg am 16. Juni 1807 fiel, hielt sich das Königspaar von Juni 1807 bis Januar 1808 im Rathaus Memel auf. In dieser Zeit wurde der Frieden von Tilsit ausgehandelt. Die Memel war die Demarkationslinie im Waffenstillstand, und so war dem preußischen König nur noch Preußisch Litauen verblieben. In Memel wurden die Preußischen Reformen eingeleitet, die zur Straffung aller Kräfte des Volkes und schließlich zu den Befreiungskriegen führten.

Anlässlich des 100-jährigen Jahrestags fand ein Wettbewerb statt, den der Bildhauer Peter Breuer für sich entscheiden konnte; aber Kaiser Wilhelm II. änderte den Entwurf eigenmächtig ab. Die Borussia sollte – unabhängig vom historischen Kontext – als Siegerin dargestellt werden. Das Denkmal wurde am 23. September 1907 in Gegenwart des Kaiserpaares enthüllt. Die Borussia wurde 1923 während eines litauischen Aufstands vom Sockel gestürzt, um nach dem Anschluss an das Deutsche Reich 1939 wieder aufgestellt zu werden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bronze-Standbild erneut abgebaut und zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. Der Sockel wurde später zeitweise mit einer sowjetischen Figur ausgestattet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer quadratischen Grundplatte erhebt sich eine Säule, auf der die Borussia, in der Art einer Pallas Athene, mit Speer und Schild steht und die Ketten der Fremdherrschaft zertritt. Ihr Schild trug die Reliefs von König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise. Um die Bildsäule waren Büsten von Generälen und Staatsmännern zu sehen, die sich in den Befreiungskriegen ausgezeichnet hatten: Friedrich Ferdinand Alexander zu Dohna-Schlobitten, Karl August Fürst von Hardenberg, Theodor von Schön, Gerhard von Scharnhorst, August Graf Neidhardt von Gneisenau, Friedrich Leopold von Schrötter, Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein und Ludwig Yorck von Wartenburg.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Pölking: Das Memelland: Wo Deutschland einst zu Ende war – Ein historischer Reisebegleiter, 2012.

Koordinaten: 55° 42′ 35,9″ N, 21° 7′ 49,8″ O