Borynja

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Borynja
Бориня
Wappen von Borynja
Borynja (Ukraine)
Borynja
Borynja
Basisdaten
Oblast: Oblast Lwiw
Rajon: Rajon Turka
Höhe: 608 m
Fläche: 3 km²
Einwohner: 1.462 (1. Januar 2011)
Bevölkerungsdichte: 487 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 82547
Vorwahl: +380 3269
Geographische Lage: 49° 4′ N, 23° 1′ OKoordinaten: 49° 3′ 54″ N, 23° 1′ 0″ O
KOATUU: 4625555300
Verwaltungsgliederung: 1 Siedlung städtischen Typs
Bürgermeister: Orez Jazkuljak
Adresse: 82547 смт. Бориня
Statistische Informationen
Borynja (Oblast Lwiw)
Borynja
Borynja
i1

Borynja (ukrainisch Бориня; russisch Борыня, polnisch Borynia) ist eine Siedlung städtischen Typs im Rajon Turka in der Oblast Lemberg im Westen der Ukraine. Der sich über mehrere Kilometer entlang der Hauptstraße erstreckende Ort liegt südwestlich der Oblasthauptstadt Lemberg nahe der Grenze zu Polen am Flüsschen Borynka.

Blick auf den Ort

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 1552 als königliches Dorf gegründet. Der Gründer und der erste Vogt war Jan Wysoczański. Im Jahre 1563 wurde die Orthodoxe Kirche erstmals erwähnt.[1] Er gehörte zunächst zur Woiwodschaft Ruthenien der Adelsrepublik Polen-Litauen, von 1772 bis 1918 zum österreichischen Galizien. Von 1854 bis 1867 war Borynja Sitz einer Bezirkshauptmannschaft[2], danach wurde es dem Bezirk Turka zugeschlagen.[3]

Etwa 1780 wurde im Zuge der Josephinischen Kolonisation eine kleine deutsche Kolonie gegründet. Dort wurde in den Jahren 1877—1879 eine römisch-katholische Kirche erbaut.[1]

Im Jahre 1900 hatte die Gemeinde Borynia 276 Häuser mit 1690 Einwohnern, davon 1399 ruthenischsprachige, 144 deutschsprachige, 144 polnischsprachige, 1290 griechisch-katholische, 255 römisch-katholische, 145 Juden.[4]

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam der Ort zu Polen und lag hier ab 1921 offiziell in der Woiwodschaft Stanislau, Powiat Turka, Gmina Borynia - ab 1931 in der Woiwodschaft Lemberg.

Im Jahre 1921 hatte die Gemeinde Borynia 295 Häuser mit 1701 Einwohnern, davon 978 Ruthenen, 685 Polen, 38 Juden (Nationalität), 1079 griechisch-katholische, 325 römisch-katholische, 297 Juden (Religion).[5] Im Jahre 1938 die römisch-katholische Pfarrei Borynia im Dekanat Sambor im Bistum Przemyśl umfasste 1525 Gemeindemitglieder, davon 450 in Borynia, der Rest in etwa 35 Dörfer, am meisten in Wysocko Wyżne (250), Tarnawa Niżna (234), Sianki (165), Komarniki (130).[6]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Borynia von 1939 bis 1941 von der Sowjetunion in die Ukrainische SSR eingegliedert und dann bis 1944 von Deutschland (eingegliedert in das Distrikt Galizien) besetzt.

Nach dem Ende des Krieges wurde der Ort wieder der Ukrainischen SSR der Sowjetunion zugeschlagen und ist seit 1991 Teil der unabhängigen Ukraine.

Seit 1981 hat der Ort den Status einer Siedlung städtischen Typs, zwischen 1940 und 1959 war der Ort Rajonszentrum des gleichnamigen Rajons Borynja.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Borynja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Grzegorz Rąkowski: Ukraińskie Karpaty i Podkarpacie, część zachodnia. Przewodnik krajoznawczo-historyczny. Oficyna Wydawnicza "Rewasz", Pruszków 2013, ISBN 978-83-62460-31-1, S. 414 (polnisch).
  2. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=rgb&datum=1854&page=545&size=45
  3. http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=rgb&datum=1867&page=67&size=45
  4. Ludwig Patryn (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder, bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900, XII. Galizien. Wien 1907.
  5. Główny Urząd Statystyczny: Skorowidz miejscowości Rzeczypospolitej Polskiej. Województwo stanisławowskie. Warszawa 1924 (polnisch, online).
  6. Schematyzm Diecezji Przemyskiej Ob[rządku] Łac[inskiego]. Nakładem Kurii Biskupiej Ob. Łac., Przemyśl 1938, S. 133 (polnisch, online).