Bosco Eliceo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bosco Eliceo ist ein italienisches Weinanbaugebiet südlich des Po-Deltas in der Emilia-Romagna. Das Gebiet besitzt seit 1989 eine „kontrollierte Herkunftsbezeichnung“ (Denominazione di origine controllata – DOC), die zuletzt am 7. März 2014 aktualisiert wurde.[1] Der Name Bosco Eliceo leitet sich von den Steineichen-Wäldern ab, die in der Nähe der Weinfelder von Mesola stehen, dem ersten Anbaugebiet der angeblich aus der Côte d'Or (Goldküste) in Burgund importierten Rebsorte Fortana in Oberitalien

Erzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Bezeichnung Bosco Eliceo werden folgende Weintypen mit dem Zusatz der Rebsorte angeboten:[1]

  • Bosco Eliceo Fortana: Die Rebsorte Fortana muss zu mindestens 85 % enthalten sein. Höchstens 15 % andere rote Rebsorten, die für den Anbau in der Region Emilia-Romagna zugelassen sind, dürfen zugesetzt werden.
  • Bosco Eliceo Merlot: Die Rebsorte Merlot muss zu mindestens 85 % enthalten sein. Höchstens 15 % andere rote Rebsorten, die für den Anbau in der Region Emilia-Romagna zugelassen sind, dürfen zugesetzt werden.
  • Bosco Eliceo Sauvignon (auch als Frizzante): Die Rebsorte Sauvignon Blanc muss zu mindestens 85 % enthalten sein. Höchstens 15 % Trebbiano Romagnolo darf zugesetzt werden.
  • Bosco Eliceo Bianco (auch als Frizzante): Muss zu mindestens 70 % aus Trebbiano Romagnolo und mind 30 % aus Sauvignon Blanc und/oder Malvasia Bianca di Candia bestehen. Höchstens 5 % andere weiße Rebsorten, die für den Anbau in der Region Emilia-Romagna zugelassen sind, dürfen zugesetzt werden.

Anbaugebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet liegt in den sandigen Böden ehemaliger Dünen in einem Küstenstreifen der Adria mit den Gemeinden Mesola, Goro, Codigoro, Lagosanto, Comacchio und Argenta in der Provinz Ferrara sowie in Teilen der Gemeinden von Ravenna und Cervia in der Provinz Ravenna. Die Weine profitieren in besonderem Maße von der salzhaltigen Luft, die in Brisen vom nahen Meer herüberweht.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosco Eliceo Fortana[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fortana (örtlich auch Uva d'Oro genannt) wird seit dem 17. Jahrhundert in der Provinz Ferrara angebaut. Der Wein wird in den Geschmacksrichtungen trocken, frizzante (leicht perlend),lieblich oder süß angeboten.

  • Farbe: mehr oder weniger intensiv rubinrot
  • Geruch: weinig, angenehm
  • Geschmack: trocken oder lieblich oder süß (Gesamtzuckergehalt höchstens 75 g/l), vollmundig, mäßiges Tannin, fruchtig
  • Alkoholgehalt: mindestens 10,5 Vol.-%
  • Säuregehalt: mind. 5,0 g/l
  • Trockenextrakt: mind. 22,0 g/l[1]

Bosco Eliceo Merlot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Farbe: rubinrot mit violetten Reflexen
  • Geruch: leicht grasig, charakteristisch
  • Geschmack: trocken oder lieblich, wohlschmeckend, harmonisch
  • Alkoholgehalt: mindestens 10,5 Vol.-%
  • Säuregehalt: mind. 5,0 g/l
  • Trockenextrakt: mind. 22,0 g/l[1]

Bosco Eliceo Sauvignon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Farbe: strohgelb
  • Geruch: zart, fast aromatisch
  • Geschmack: trocken oder lieblich oder süß, warm, samtig
  • Alkoholgehalt: mindestens 11,0 Vol.-%
  • Säuregehalt: mind. 5,0 g/l
  • Trockenextrakt: mind. 18,0 g/l[1]

Bosco Eliceo Bianco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Farbe: helles Strohgelb
  • Geruch: mild, angenehm, charakteristisch, nicht sehr intensiv
  • Geschmack: trocken oder lieblich oder süß (Gesamtzuckergehalt höchstens 75 g/l), frisch, angenehm, harmonisch
  • Alkoholgehalt: mindestens 10,5 Vol.-%
  • Säuregehalt: mind. 5,0 g/l
  • Trockenextrakt: mind. 16,0 g/l
  • Gesamtzuckergehalt „trocken“: höchstens 15 g/l
  • Gesamtzuckergehalt „halbtrocken“: 12–35 g/l
  • Gesamtzuckergehalt „lieblich“: 30–50 g/l
  • Gesamtzuckergehalt „süß“: höchstens 75 g/l[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon. Hallwag, Gräfe und Unzer, München 2006, ISBN 978-3-8338-0691-9.
  • Burton Anderson: Italiens Weine 2004/05. Hallwag, Gräfe und Unzer, München 2004, ISBN 3-7742-6365-5.
  • Jacques Orhon: Le nouveau guide des vins d’Italie. Les editions de l’homme, Montreal 2007, ISBN 978-2-7619-2437-5.
  • Valeria Camaschella (Hrsg.): Lexikon der italienischen Weine – Sämtliche DOCG- & DOC-Weine. Hallwag, Gräfe und Unzer, München 2002, ISBN 3-7742-0756-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Produktionsvorschriften und Beschreibung, PDF (italienisch), auf wineacts.com, abgerufen am 14. Juli 2016