Bosley Crowther

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Francis Bosley Crowther Jr. (* 13. Juli 1905 in Lutherville, Maryland; † 7. März 1981 in Mount Kisco, New York) war ein US-amerikanischer Filmkritiker und Journalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Francis Bosley Crowther Jr. wurde in Maryland geboren, wuchs allerdings in Winston-Salem, North Carolina auf, wo er bereits als Jugendlicher die Nachbarschaftszeitung The Evening Star herausgab. Anschließend zog seine Familie nach Washington, D.C., wo er 1922 an der Western High School seinen Schulabschluss machte. Nach zwei weiteren Jahren an der Woodberry Forest School in Orange, Virginia, begann er ein Studium an der Princeton University, welches er mit dem Hauptfach Geschichte abschloss. Nach seinem Studium wurde ihm von Arthur Hays Sulzberger, dem Verleger der New York Times, ein Angebot unterbreitet, als Journalist für 30 US-Dollar pro Woche zu arbeiten. Crowther lehnte vorerst in der Hoffnung ab, woanders mehr Geld zu verdienen. Da aber andere Angebote selten mehr als die Hälfte des Verdienstes versprachen, nahm er es dennoch an und wurde der erste Nachtclubreporter der Times. Der Theaterkritiker Brooks Atkinson bat ihn einige Zeit später, dem Kulturteil beizutreten, woraufhin Crowther über fünf Jahre lang Theaterkritiken für die Times schrieb.

Ab 1938 arbeitete Crowther für den Filmbereich, und nachdem Frank S. Nugent von Hollywood als Drehbuchautor abgeworben worden war,[1] übernahm er bis 1967 die Leitung der Abteilung.[2] Nachdem er von seinem Posten zurücktrat, blieb er weiter der Zeitung erhalten und arbeitete nebenbei als Berater für Filmentwicklung bei Columbia Pictures.[1]

Crowther war mit Florence Marks, einer Mitarbeiterin der New York Times, die er am 20. Januar 1933 ehelichte, verheiratet.[3] Crowther verstarb am 7. März 1981 an den Folgen eines Herzinfarkts.[2]

Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosley Crowther galt lange als einer der einflussreichsten Filmkritiker und half dabei, die Karrieren vieler bedeutender Filmemacher aufzubauen. Als sein besonderes Anliegen galt es, dem amerikanischen Filmpublikum – das hauptsächlich heimische Filme schaute – das internationale Kino vorzustellen. So brachte er Regisseure Roberto Rossellini, Vittorio De Sica, Ingmar Bergman und Federico Fellini auch in den USA ins Gespräch.[4] Bei Filmen, die er nicht mochte, konnte Crowther mit beißendem Spott schreiben. Über Jahrzehnte war Joan Crawford eine beliebte Zielscheibe von ihm, deren Darstellungen regelmäßig von ihm verrissen wurden.

Crowther war ein ausgesprochener Gegner der Verfolgung von linken Filmschaffenden während der McCarthy-Ära. Er sprach sich ebenfalls gegen die amerikanische Filmzensur des Hays Codes aus.[5] Dem beginnenden New-Hollywood-Kino gegen Ende seiner Zeit bei der New York Times stand Crowther eher kritisch gegenüber, er kritisierte die seiner Ansicht nach sinnlose Brutalität des Filmes Bonnie und Clyde.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Eugene Beaver: Bosley Crowther: Social Critic of the Film, 1940–1967. Ayer Publishing, 1974.
  • Beverly M. Kellye: Reelpolitik II: Political Ideologies in '50s and '60s Films. Rowman & Littlefield, 2004.
  • The Lion's Share: The Story of an Entertainment Empire. Ams Press, 1957.
  • The Great Films: Fifty Golden Years of Motion Pictures. Putnam, New York 1971.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bosley Crowther Papers, biblioteca.universia.net, abgerufen am 11. April 2012.
  2. a b Robert D. McFadden: Bosley Crowther, 27 Years a Critic of Film for Times, is Dead at 75. In: The New York Times. 8. März 1981, abgerufen am 11. April 2012.
  3. Marjorie Dent Candee. In: Current Biography Yearbook – 1957. H. W. Wilson Co., 1958, S. 121.
  4. Bosley Crowther bei der New York Times
  5. Bosley Crowther bei der New York Times