Bosserode

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Bosserode
Gemeinde Wildeck
Koordinaten: 50° 57′ 7″ N, 9° 59′ 32″ O
Höhe: 256 (216–362) m ü. NHN
Fläche: 4,7 km²[1]
Einwohner: 984 (30. Jun. 2010)
Bevölkerungsdichte: 209 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36208
Vorwahl: 06626

Bosserode ist einer von insgesamt fünf Ortsteilen der Gemeinde Wildeck im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Hessen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über das NSG Rhäden in Richtung Bosserode

Bosserode liegt im Osten des Landkreises Hersfeld-Rotenburg unmittelbar an der Landesgrenze zu Thüringen. Nördlich des Ortes verläuft die Bundesautobahn 4, an die Bosserode über die nahe gelegene Anschlussstelle Wildeck-Obersuhl angebunden ist; den Süden der Ortslage durchquert die Bahnstrecke Halle–Bebra, die einen Haltepunkt im Ort hat. Südöstlich des Ortes, zwischen den Ortslagen Bosserode, Obersuhl und Dankmarshausen (Wartburgkreis, Thüringen) erstreckt sich das Naturschutzgebiet Rhäden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein Bosserode

Bosserode ist wahrscheinlich im 11. oder 12. Jahrhundert gegründet worden. Erstmals urkundlich wird der Ort 1396 als "Busenrode" in einer Belehnung des Klosters Fulda für den Edler Herrn Heymbrecht von Boymelnburg erwähnt, der seinen Sitz wahrscheinlich im heutigen Ringgau auf der Burg Brandenfels hatte. Später gehörte Bosserode zum Amt Gerstungen, das 1402 durch Verpfändung an die Landgrafen von Thüringen kam.

1433 finden wir noch Boyneburger mit Bosserode belehnt. Der ursprüngliche Ortskern lag im Bereich der Kirche, dessen Bezeichnung noch heute den Namen "Großer Hof" trägt. Im Jahre 1699 wurde die Kirche gebaut, die als besondere Sehenswürdigkeit eine geschnitzte Pieta und einen Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert besitzt.

Im Jahre 1733 wurde aus dem thüringischen Bosserode per Vertrag ein hessischer Ort. Er wurde gemeinsam mit Raßdorf und Süß dem Baumbachschen Gericht Nentershausen im Amt Sontra angegliedert, nachdem der Landgraf Friedrich von Hessen seine Ansprüche auf das gemeinsam mit Sachsen-Eisenach verwaltete Amt Hausbreitenbach fallen ließ und dafür u. a. diese drei Orte aus dem angrenzenden Amt Gerstungen erhielt. Die evangelisch-lutherische Gemeinde im Ort blieb aber weiterhin bei Thüringen, weshalb sie nicht wie die hessischen Kirchgemeinden im 17. Jahrhundert reformiert wurde.

Die ehemals schlechte wirtschaftliche Lage des früher sehr armen Ortes änderte sich erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts durch Beschäftigungsmöglichkeiten bei der Eisenbahn und im Kalibergbau. Neben der Landwirtschaft und der Köhlerei waren Ende des 15. Jahrhunderts viele Bewohner von Bosserode auch im nahen Richelsdorfer Kupferbergbau tätig.

Die evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden Bosserode und Kleinensee gehörten auch bis nach Kriegsende der thüringischen Landeskirche an, weshalb viele alte kirchliche Urkunden in thüringischen Archiven lagern. Erst 1970 schlossen der Eisenacher Bischof Moritz Mitzenheim und der Kasseler Bischof Vellmer, ohne Befragung der Synoden, einen Tauschvertrag, indem das ehemals hessische Schmalkalden zur Thüringer Landeskirche und die beiden Orte zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck kamen.[2]

Am 31. Dezember 1971 wurde die neue Gemeinde Wildeck durch den Zusammenschluss von Bosserode mit vier weiteren Gemeinden neu gebildet.[3]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jährlich am 2. Wochenende im Oktober findet eine Kirmes statt.
  • Es gibt im Ortsteil zwei Kinderspielplätze.
  • In den Wintermonaten wird die künstlich angelegte Schlittschuh-Bahn in Betrieb genommen, welche über Sitzgelegenheiten und eine Flutlichtanlage verfügt.
  • Die ausgeschilderten Wanderwege laden zum Spazierengehen ein.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Die Gemeinde“ in Internetauftritt der Gemeinde Wildeck, abgerufen im Februar 2016.
  2. Der Hausbreitenbacher Austauschvertrag in der "Neuen Werrazeitung" Gerstungen, Ausgabe 20/2013 (Memento des Originals vom 2. Februar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/b.cache.unterellen.de
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 406.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]