Bosset (Dordogne)

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Bosset
Wappen von Bosset
Bosset (Frankreich)
Bosset
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Bergerac
Kanton Pays de la Force
Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise
Koordinaten 44° 57′ N, 0° 21′ OKoordinaten: 44° 57′ N, 0° 21′ O
Höhe 69–146 m
Fläche 14,52 km2
Einwohner 212 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km2
Postleitzahl 24130
INSEE-Code

Blick auf Bosset

Bosset ist eine französische Gemeinde mit 212 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Kanton Pays de la Force (bis 2015: Kanton La Force).

Der Name in der okzitanischen Sprache lautet Bòsc sec. Er leitet sich vom lateinischen bos siccus (deutsch dürrer Baum) ab.[1]

Die Einwohner werden Bossetois und Bossetoises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosset liegt ca. 15 km nordwestlich und damit im Einzugsbereich (Aire urbaine) von Bergerac in der Region Landais der historischen Provinz Périgord.

Umgeben wird Bosset von den Nachbargemeinden:

Saint-Géry Les Lèches
Nachbargemeinden
Fraisse Saint-Georges-Blancaneix Lunas

Bosset liegt im Einzugsgebiet des Flusses Dordogne.

Die Lidoire, ein rechter Nebenfluss der Dordogne, entspringt in Bosset. Der Ruisseau du Vert, ein Zufluss des Eyraud, bewässert ebenfalls das Gebiet der Gemeinde.[3]

Das Gemeindegebiet ist heute zu 50 % mit Wald bedeckt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirchengemeinde von Bosset wurde im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt. Während der Französischen Revolution floh im Jahre 1792 der Pfarrer der Gemeinde namens de Falgère nach Spanien, um sich nicht selbst untreu zu werden. Einige Jahre später überquerte er wieder die Grenze, um 1826 in seinem Dorf zu sterben. Bis zum Ersten Weltkrieg war Bosset für seinen Viehmarkt bekannt, der am ersten Dienstag in den Monaten Februar, März, April, Mai und September abgehalten wurde. Alle Flächen des Ortes wurden hierfür genutzt: der Schulhof für Rinder der Rassen Limousin und Blonde d’Aquitaine, die aus dem Tälern der Dronne und der Isle stammten, der Dorfplatz neben dem heutigen Lebensmittelladen für Schafe. Auf der Landstraße Richtung Lunas wurden Schweine gehandelt, die anderen Händler hatten ihre Stände entlang des Friedhofs. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Gebiet der Gemeinde vor allem von Weinbergen durchsetzt, die durch den Befall der Reblaus in der Folge verschwanden.[1][4]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toponyme und Erwähnungen von Bosset waren:

  • Borses (1286, Kirchenregister des 13. Jahrhunderts),
  • Boscus Siccus (1382, Niederschrift von Pierre des Mortiers),
  • Podium voc. Beausset (1466, Collection de l’abbé de Lespine),
  • Bosseq (1677, Notare aus Bergerac),
  • Beaucé (1734, Register der Kirchengemeinden),
  • Bossuet (1744, Notare aus Bergerac),
  • Bosset (1750, 1793 und 1801, Karte von Cassini, Notice Communale bzw. Bulletin des Lois).[5][6][7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Bosset

Das Wappen lässt sich folgendermaßen interpretieren. Der dürre Baum steht für den Ursprung des Namens der Gemeinde, die Jakobsmuschel weist auf den Schutzpatron der Gemeinde, der Apostel Jakobus der Ältere, hin.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von 565. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei relativ kurzen Erholungsphasen bis zu den 1960er Jahren auf ein Niveau von rund 200 Einwohnern, das bis heute gehalten wird.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 216 204 199 182 209 206 202 199 212
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[7] INSEE ab 2010[8]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosset unterhält seit 2018 eine Städtepartnerschaft mit:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Jacques

Pfarrkirche Saint-Jacques[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige, dem Apostel Jakobus dem Älteren geweihte Kirche war ursprünglich im romanischen Stil erbaut und wurde im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil restauriert. Sie besitzt ein Langhaus mit zwei Seitenschiffen, ein Transept und eine halbrunde Apsis. Der Zugang erfolgt über eine Vorhalle, über der sich ein mehrstöckiger Glockenturm mit einem Helm erhebt. Die Kirche liegt an einem der Nebenwege der Pilgerwege nach Santiago de Compostela.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bosset befinden sich zahlreiche Ferienhäuser und ein Hotel-Restaurant. Handel und Handwerk stehen für wichtige Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde. Die Landwirtschaft wird geprägt u. a. durch die Geflügelzucht und die Erzeugung von Ziegenkäse.[11]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[12]
Gesamt = 29

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rundweg Boucle de Bosset besitzt eine Länge von 4,7 km bei einem Höhenunterschied von 45 m. Er führt vom Zentrum durch das Gebiet der Gemeinde.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosset wird durchquert von der Route départementale 16, die die Gemeinde mit Les Lèches im Norden und Saint-Georges-Blancaneix im Süden verbindet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bosset – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Bosset (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  2. Fiche Commune BOISSE (fr) L’Union des Maires de la Dordogne. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  3. Ma commune : Bosset (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  4. Mairie de Bosset (fr) Pays de Bergerac. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  5. Paul Vicomte de Gourgues: Dictionnaire topographique du département de la Dordogne (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 34. 1873. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  6. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  7. a b Notice Communale Bosset (fr) EHESS. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  8. Populations légales 2015 Commune de Bosset (24051) (fr) INSEE. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  9. Santibáñez de Valcorba (España) (es) Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  10. Eglise Saint-Jacques-le-Majeur (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  11. Mairie de Bosset (fr) Pays de Bergerac. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  12. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Bosset (24051) (fr) INSEE. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  13. Boucle de Bosset (fr) Institut national de l’information géographique et forestière (IGN). 2. Mai 2018. Abgerufen am 4. Oktober 2018.