Boursin

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Dieser Artikel behandelt die Käse-Marke. Boursin ist auch eine Ortschaft in der französischen Gemeinde Anglefort im Département Ain.
Boursin

Boursin ist eine Herstellermarke der französischen Bel-Gruppe und bezeichnet einen Doppelrahmkäse, der aus mit Rahm angereicherter Kuhmilch hergestellt wird und einen Fettgehalt von 70 % in der Trockenmasse aufweist. Herstellungsgebiet ist die Normandie.

Boursin wurde 1957 von dem französischen Käsehändler François Boursin aus Croisy-sur-Eure erfunden.[1] Seit 1963 ist der Käse in der gegenwärtigen Form im Handel erhältlich. In dem ersten Fernsehwerbespot, der 1968 im französischen Fernsehen (TF1) gezeigt wurde, bewarb der Schauspieler Jacques Duby das Produkt.[2][3] Der seit der Kampagne von 1972 eingesetzte Werbeslogan Du pain, du vin, du boursin („Brot, Wein, Boursin“), der auch in nichtfranzösischen Sendern verwendet wurde, gilt inzwischen als Klassiker der Werbebranche. Der vom Chef der Pariser Agentur Publicis Marcel Bleustein-Blanchet kreierte Slogan verzehnfachte in sieben Jahren die Verkäufe von François Boursin.

Nach eigenen Angaben des Herstellers wurde Boursin zur „Nummer 1 in Frankreich und zum Synonym für Frischkäse mit Kräutern“.[1] Die Bel-Gruppe kaufte die Marke und das Herstellungswerk im November 2007 für 400 Millionen Euro vom Unilever-Konzern.[4] Das von der Société de la Fromagerie Boursin betriebene Werk in Pacy-sur-Eure in der Normandie beschäftigt 170 Personen.

Boursin ist ein Doppelrahmkäse. Anders als bei vielen Wettbewerbern wird nur die Basis-Käsemasse pasteurisiert. Die Zutaten (zum Beispiel Kräuter) werden erst nach der Pasteurisierung dazugegeben, wodurch deren Eigengeschmack erhalten bleibt. Der Käse hat einen für Frischkäse eher geringen Wassergehalt und bedarf keiner Reifezeit.

In Deutschland wird Boursin in drei Geschmacksrichtungen angeboten: „Knoblauch & feine Kräuter“, „Pfeffer“ sowie „Schnittlauch & Schalotte“.[5] Die Auswahl variiert je nach Land, zum Beispiel ist in der Schweiz „Schnittlauch & Schalotte“ nicht im Angebot, dafür aber „Tomaten, Zwiebeln & Schnittlauch“ sowie „Feigen & 3 Nusssorten“.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Juliet Harbutt: Cheese. Willow Creek Press, Minocqua WI 1999, ISBN 1-57223-200-5, S. 27.
  • Jacques-Louis Delpal: Fromages et vins. Le livre des accords. Editions Artemis, Paris 2003, ISBN 2-84416-222-3, S. 56.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Boursin (cheese) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Das Geheimnis von Boursin in boursin-kaese.de abgerufen am 15. Mai 2016
  2. Erster Fernsehspot 1968: L’insomniaque („Der Schlaflose“) mit Jacques Duby
  3. Vgl. auch weitere Werbespots auf der französischen Boursin-Website
  4. Unilever Sells Boursin for EUR400 Million foodingredientsfirst.com, 6. November 2007
  5. Website für Deutschland, siehe Auswahl bei „Sortiment“ (Stand: Mai 2016)
  6. Sortiment in der Schweiz (Stand: Mai 2016)