Boville Ernica

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Boville Ernica
Wappen
Boville Ernica (Italien)
Boville Ernica
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Frosinone (FR)
Koordinaten: 41° 39′ N, 13° 28′ OKoordinaten: 41° 38′ 33″ N, 13° 28′ 19″ O
Höhe: 450 m s.l.m.
Fläche: 28 km²
Einwohner: 8.737 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 312 Einw./km²
Postleitzahl: 03022
Vorwahl: 0775
ISTAT-Nummer: 060014
Volksbezeichnung: Bovillensi
Schutzpatron: San Pietro Ispano
Website: Boville Ernica
Boville Ernica

Boville Ernica ist eine Gemeinde in der Provinz Frosinone in der italienischen Region Latium mit 8737 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boville Ernica liegt 98 km östlich von Rom und 17 km östlich von Frosinone. Es liegt auf einem Hügel in den Monti Ernici in der traditionsreichen Landschaft der Ciociaria. Es ist Mitglied der Comunità Montana Monti Ernici. Der Ort gehört zu den Borghi più belli d’Italia[2] (Die schönsten Orte Italiens).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001 2011
Einwohner 3.622 4.964 6.220 7.639 7.873 8.131 8.773 8.873 8.799

Quelle ISTAT[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung des Ortes liegt im frühen Mittelalter, als eine Rückzugssiedlung gegenüber den Plünderungszügen der Araber errichtet und im 13. Jahrhundert ausgebaut wurde. Seitdem unterstand er direkt der päpstlichen Herrschaft. Als bedeutendste Familie im Orte konnten die De Angelis von 1564 bis 1582 kurzzeitig eine Autonomie ihres Ortes verwirklichen; andere wichtige Familien waren die Simoncelli und die Filonardi. Am 28. Januar 1861 fand vor den Toren ein Gefecht zwischen piemontesischen und neapolitanischen Einheiten im Zusammenhang der Annexion des Königreichs Beider Sizilien durch den italienischen Nationalstaat statt. Bis zum Jahre 1907 hieß der Ort Bauco und wurde dann wegen der damaligen Rückbesinnung auf eine als rühmenswert angesehene Vergangenheit umbenannt, weil er als ein Teil des Siedlungsgebietes der Herniker angesehen wurde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Piero Fabrizi (PD) wurde im April 2008 zum Bürgermeister gewählt und bei der Kommunalwahl am 26. und 27. Mai 2013 im Amt bestätigt. Seine linke Bürgerliste (Insieme per Crescere) stellt auch mit 7 von 10 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.[4] Er besiegte bei beiden Wahlen seinen Vorgänger Michele Rotondi.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Boville Ernica sind folgende Sehenswürdigkeiten vorhanden:

  • die Stadtmauer mit 18 Türmen als Beispiel mittelalterlicher Ortsbefestigungen;
  • der Palazzo Simoncelli, heute Rathaus;
  • der Palazzo De Angelis;
  • die klassizistische Kirche S. Michele Arcangelo, entworfen vom römischen Architekten Josèphe Subleyras, mit zwei Gräbern der Familie De Angelis;
  • das Castello Bulgarini;
  • das Castello Filonardi mit einem Renaissancepalast von 1542 und der Kirche San Pietro Ispano: Hier befinden sich die Kapelle der Familie Simoncelli mit zwei Statuen von Andrea Bregno, ein Giotto zugeschriebenes Mosaik eines Engels am Hauptaltar, ein frühchristlicher Sarkophag mit Reliefs auf Kasten und zugehörigem Deckel und die Cappella Filonardi mit den zwei Grabmälern der Kardinäle Ennio und Filippo Filonardi.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Capar Wirz: Ennio Filonardi: der letzte Nuntius in Zürich, Zürich 1894.
  • Giuseppe Paglia: Boville Ernica e il suo santuario di Santa Liberata, Casamari 1976.
  • Ders.: Il Monastero benedettino di S. Giovanni Battista in Boville Ernica e i suoi 350 anni di vita, Casamari 1980.
  • Bernardino D'Aversa: Boville Ernica: Guida alle opere d'arte, Casamari 1990.
  • Ders.: Presenza e testimonianza dei gesuiti a Boville Ernica, Casamari 1995.
  • Pietro Filonardi: Origini della famiglia e il cardinale Ennio Filonardi, Boville Ernica 1999.
  • Il cardinale Ennio Filonardi nel 450. anniversario della sua morte: Atti del 2. convegno di studi storici, Boville Ernica 19 dicembre 1999, Boville Ernica 2000.
  • Elisa Canetri: Il sarcofago paleocristiano di Boville Ernica, Boville Ernica 2003.
  • Umberto Caperna: Ennio Filonardi vescovo di Veroli e cardinale di Sant'Angelo in Forum Piscium (1466–1548), in: I cardinali nel Lazio, Rom 2008, 150–158.
  • Patrizia Tosini: Il caso 'baroniano' della cappella Simoncelli a Boville Ernica (con alcune note sulla committenza Filonardi), in: Arte e committenza nel Lazio nell'età di Cesare Baronio, Rom 2009, 293–317 ISBN 978-88-492-1688-2.
  • Giovanni Magnante: Giovanni Battista Simoncelli e la sua donazione a Boville Ernica. Quattro secoli di arte e spiritualità 1612–2012, Boville Ernica 2012.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. I borghi più belli d’Italia (offizielle Webseite), abgerufen am 23. September 2016 (italienisch)
  3. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2011.
  4. Italienisches Innenministerium

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Boville Ernica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien