Bozovici

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Bozovici
Bosowitsch
Bozovics
Božoviče
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Bozovici (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Caraș-Severin
Koordinaten: 44° 56′ N, 22° 0′ OKoordinaten: 44° 55′ 47″ N, 22° 0′ 1″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 600 m
Fläche: 1.144 km²
Einwohner: 2.924 (2012)
Bevölkerungsdichte: 3 Einwohner je km²
Postleitzahl: 327040
Telefonvorwahl: (+40) 02 55
Kfz-Kennzeichen: CS
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016[1])
Gemeindeart: Gemeinde
Bürgermeister: Stoicu Adrian-Sergiu (PSD)
Postanschrift: Str. M. Eminescu Nr. 251B
loc. Bozovici, jud. Caraș-Severin, RO-327040
Website:
Lage von Bozovici im Kreis Caraș-Severin
Dorfansicht 1910
Wasserfall Bigăr
Kaserne und römisch-katholische Kirche

Bozovici (deutsch Bosowitsch, ungarisch Bozovics, kroatisch Božoviče) ist eine Gemeinde im Kreis Caraș-Severin, Banat, Rumänien. Zur Gemeinde Bozovici gehören die Dörfer Prilipeț, Poneasca und Valea Miniș.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalpark Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark Semenic-Cheile Carașului Nationalpark Semenic-Cheile Carașului
Nationalpark Cheile Nerei-Beușnița Nachbargemeinden Prigor
Lăpușnicu Mare Dalboșeț Eftimie Murgu

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bozovici liegt im Almascher Land (rumänisch: Țara Almăjului), zwischen dem Almăj-Gebirge und dem Semenic-Gebirge, im Banater Gebirge, an der Nationalstraße DN 57B Reșița-Anina-Oravița und an der Europastraße E70 Timișoara-Băile Herculane. Die Ortschaft wird von den Flüssen Nera und Miniș durchquert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich wurde Bozovici 1484 anlässlich einer Schenkung des Königs Matthias Corvinus an Lazar de Bozovici erstmals erwähnt. Spuren menschlichen Lebens sind jedoch anhand archäologischer Funde schon seit dem Neolithikum nachweisbar, ebenso aus der Römerzeit. Im Mittelalter war Bozovici Verwaltungszentrum des rumänischen Distrikts „Almascherer Land“ (Țara Almăjului). Nach der Eroberung des Banats durch die Habsburgermonarchie (1718) wurde der Ort Militär-, Verwaltungs- und politisches Zentrum des Almascher Distriktes und gehörte zur banater Militärgrenze, die 1751 von Pantschowa über Weißkirchen, Mehadia und Karansebesch gegründet wurde. 1768 wurde das „Walachische Bataillon“ aufgestellt. Es hatte vier Kompanien und 2.383 Grenzer in Topleț, Globurău, Ilova und Ohaba-Bistra, heute Stadtteil von Oțelu Roșu. 1773 kamen auch Grenzer aus dem Almascher Land hinzu. 1775 wurde das „Walachische Bataillon“ mit dem „Illyrischen Regiment“ zu dem „Walachisch-illyrischen Regiment“ vereint. 1777 ist die Existenz einer „Deutschen Unteroffiziersschule“ in Bosowitsch verzeichnet. 1845, als in Weißkirchen durch die Umstrukturierung der Militärgrenze das „Illyrisch-Banater Regiment“ eingerichtet wurde, gehörten zu diesem auch drei Regimenter des „Almascher Landes“, die ihren Sitz in Bozovici, Dalboșeț und Prigor hatten.[2]

Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts fand das Gesetz zur Magyarisierung der Ortsnamen (Ga. 4/1898) Anwendung, einschließlich der Magyarisierung aller Toponyme auf Kartenwerken, Grundbuchauszügen und Stadtplänen.[3] Die amtliche Ortsbezeichnung war Bozovics. Die ungarischen Ortsbezeichnungen blieben bis zur Verwaltungsreform von 1923 im Königreich Rumänien gültig, als die rumänischen Ortsbezeichnungen eingeführt wurden.

Der Vertrag von Trianon am 4. Juni 1920 hatte die Dreiteilung des Banats zur Folge, wodurch Bozovici an das Königreich Rumänien fiel.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch seine Lage an den Nationalparks Cheile Nerei-Beușnița und Semenic-Cheile Carașului ist Bosovici ein attraktives Touristenzentrum. Es ist Ausgangspunkt zu den verschiedenen Naturschutzgebieten, Seen, Höhlen, Tälern. Außerdem ist Bozovici ein Paradies für Angler und Jäger.

Touristische Ziele auf dem Areal der Gemeinde Bozovici oder in unmittelbarer Nähe sind:[4]

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkszählung[5] Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Andere
1880 5194 4879 41 204 70
1890 5382 4843 50 214 275
1910 5989 5013 210 335 431
1930 5193 4814 45 201 133
1941 4914 4541 10 140 223
1977 4049 3843 19 27 160
1992 3666 3450 13 34 169
2002 3321 3214 15 9 83

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bürgermeisterwahlen 2016 in Rumänien (MS Excel; 256 kB)
  2. Deutsche im „Almascher Land“
  3. Gerhard Seewann: Geschichte der Deutschen in Ungarn, Band 2 1860 bis 2006, Herder-Institut, Marburg 2012
  4. Obiective turistice din Bozovici
  5. kia.hu, E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Caraș-Severin laut Volkszählungen von 1880 - 2002