Bräunlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bräunlingen
Bräunlingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bräunlingen hervorgehoben
Koordinaten: 47° 56′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Schwarzwald-Baar-Kreis
Höhe: 693 m ü. NHN
Fläche: 62,1 km²
Einwohner: 5782 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78199
Vorwahlen: 0771, 07707, 07705
Kfz-Kennzeichen: VS
Gemeindeschlüssel: 08 3 26 006
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchstraße 10
78199 Bräunlingen
Webpräsenz: www.braeunlingen.de
Bürgermeister: Jürgen Guse (CDU)
Lage der Stadt Bräunlingen im Schwarzwald-Baar-Kreis
Schweiz Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Emmendingen Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Landkreis Waldshut Ortenaukreis Landkreis Rottweil Bad Dürrheim Blumberg Bräunlingen Bräunlingen Brigachtal Dauchingen Donaueschingen Furtwangen im Schwarzwald Gütenbach Hüfingen Hüfingen Königsfeld im Schwarzwald Mönchweiler Niedereschach St. Georgen im Schwarzwald Schönwald im Schwarzwald Schonach im Schwarzwald Tuningen Triberg im Schwarzwald Unterkirnach Unterkirnach Unterkirnach Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen VöhrenbachKarte
Über dieses Bild
Die Stadtkirche „Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel“
Ein erhaltener Teil der alten Stadtmauer
Rathaus
Brunnen „Narrenschiff“ am Zunfthaus
Ringzug mit Fahrtziel Bräunlingen im Betriebswerk der HZL in Immendingen

Bräunlingen (Alemannisch Brilinge) ist eine Kleinstadt im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg. Sie liegt an der Breg, einem Quellfluss der Donau und gehört zur Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. Die nächste größere Stadt ist Donaueschingen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Bräunlingen mit den früher selbstständigen Gemeinden Döggingen, Mistelbrunn, Unterbränd und Waldhausen gehören die Stadt Bräunlingen und 16 weitere Dörfer, Höfe und Häuser.
Zur Stadt Bräunlingen in den Grenzen von vor der Gemeindereform der 1970er Jahre gehören die Stadt Bräunlingen, das Dorf Bruggen, die Höfe Beim Schachenhof (Schachen), Hölzlehof und Ziegelhof und die Wohnplätze Forsthaus, Kraftwerk und Waldhüterhaus. Zur ehemaligen Gemeinde Döggingen gehören das Dorf Döggingen und die Wohnplätze Guggenmühle und Brand. Zur ehemaligen Gemeinde Mistelbrunn gehören das Dorf Mistelbrunn und das Gehöft Kohlwald. Zur ehemaligen Gemeinde Waldhausen gehören das Dorf Waldhausen, das Gehöft Waldhauserhof und die Wohnplätze Bittelbrunn und Forsthaus.
Im Stadtteil Bräunlingen liegt der aufgegangene Burgstall Dellingen und die abgegangenen Ortschaften Briburg, Deckenhofen, Öde Kirche, In Stetten und Habseck. Im Stadtteil Unterbränd liegen der Burgstall Kirnberg und im Stadtteil Waldhausen liegen die abgegangenen Ortschaften Ordenhofen, Stegen und Steingart.[2]

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Fundstück aus der Umgebung Bräunlingens aus der Merowingerzeit ist ausgestellt in der Schatzkammer des Archäologischen Museums Colombischlössle in Freiburg im Breisgau: ein mit Gold, Edelsteineinlagen und einer Bernsteinperle verziertes Prachtschwert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bräunlingen wurde 802 als Brülingen erstmals urkundlich erwähnt. Das Stadtrecht erhielt Bräunlingen im Jahr 1305. Zähringer- und später Habsburgerstadt wie auch Villingen und Freiburg im Breisgau. Bräunlingen gehörte in Vorderösterreich zum Oberamt Breisgau, mit dem es 1806 an das Großherzogtum Baden fiel.

1635 begannen in der habsburgischen Stadt Bräunlingen Hexenprozesse. In den Hexenverfolgungen wurden gegen insgesamt 14 Personen inquiriert, mindestens fünf Frauen und ein Mann wurden hingerichtet.[3]

Im Stadtgebiet befinden sich die Ruinen der Burg Bräunlingen und Burg Dellingen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Döggingen eingemeindet. Am 1. April 1972 erfolgte die Eingemeindung von Mistelbrunn, Unterbränd und Waldhausen.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch nach der Reformation blieb Bräunlingen aufgrund der Zugehörigkeit zu Vorderösterreich vorwiegend katholisch geprägt. Heute gehören 67 % der Einwohner der katholischen Kirche an und 12 % der evangelischen Landeskirche.[4]

Zur katholischen Pfarrei Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel gehören außer der Pfarrkirche in der Kernstadt auch die Filialgemeinden St. Blasius in Waldhausen, St. Antonius in Bruggen und St. Anna in Unterbränd. Darüber hinaus existiert die Pfarrei St. Mauritius in Döggingen. Beide Pfarreien gehören zur Seelsorgeeinheit Auf der Baar im Dekanat Schwarzwald-Baar des Erzbistums Freiburg.

Die Evangelische Landeskirche in Baden ist in Bräunlingen mit der Auferstehungskirche vertreten, die zur Kirchengemeinde Hüfingen-Bräunlingen im Kirchenbezirk Villingen gehört.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 58,4 % (+ 0,4) zu folgendem Ergebnis:[5]

Partei / Liste Stimmenanteil + / - Sitze + / -
CDU 43,9 % (+ 0,6) 9 (- 1)
Unabh. Liste / Gruppe 84 23,3 % (+ 2,6) 5 (± 0)
FDP 16,9 % (- 2,6) 3 (- 1)
SPD 15,8 % (- 0,6) 3 (± 0)

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold ein aufrechter roter Löwe.“

Die Bräunlinger Stadtfarben sind Gelb-Rot.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bräunlingen unterhält mit der Gemeinde Bannewitz in Sachsen eine Städtepartnerschaft. Außerdem ist Bräunlingen mit den übrigen Zähringerstädten freundschaftlich verbunden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für 2012 sind im Städtedreieck Donaueschingen / Bräunlingen / Hüfingen die Heimattage Baden-Württemberg geplant.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Bregtalbahn nach Donaueschingen. Bis 1971/ 1972 führte die Bregtalbahn von Furtwangen aus über Bräunlingen nach Donaueschingen. Heute ist Bräunlingen jedoch Endpunkt. Bräunlingen ist an das Ringzug-System angeschlossen und besitzt werktags stündliche Verbindungen nach Hüfingen, Donaueschingen, Villingen-Schwenningen, Trossingen und Rottweil. Bräunlingen gehört dem Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar (VSB) an.

Der Ortsteil Döggingen ist über die Bundesstraße 31 (BreisachSigmarszell) mit dem überregionalen Straßennetz verknüpft.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bräunlingen gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Im Ortsteil Döggingen besteht außerdem eine weitere Grundschule. Für die jüngsten Einwohner gibt es zwei römisch-katholische und einen kommunalen Kindergarten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kelnhof befindet sich seit 1988 das Heimatmuseum, das zuvor seit 1923 im alten Schulhaus untergebracht war.

  • Ottilien Kapelle

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schwarzwald-Marathon (seit 1968, 2. Oktoberwochenende)
  • Laien Man Triathlon
  • Straßenmusiksonntag (alle 2 Jahre)
  • Kilbig mit Schätzilimarkt (3. Oktoberwochenende)
  • verschiedene Fasnetveranstaltungen (Rieswälläball, Zunftball, Ball i dä Hall, Schmutzige Dunstig, Fasnet Mentig- Schauspielfasnet, Hexesunntig)

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hockey Club Bräunlingen wurde 2002 gegründet und spielte mehrfach in der Inline-Skaterhockey-Bundesliga.

Der durch die Brändbachtalsperre gestaute Kirnbergsee wird als Naherholungsgebiet genutzt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Stadt durch ihr Wirken oder Aufenthalt bekannt sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Braun (1808–1892) stattete die Pfarrkirche St. Mauritius mit einer Orgel aus.
  • Ali Günes (* 1978), türkischer Fußballspieler; spielte in seiner Jugend für den FC Bräunlingen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Baptist Hornung: Geschichte der Stadt Bräunlingen.
  • Eugen Balzer: Geschichte der Stadt Bräunlingen mit den Hexenprozessen von Bräunlingen. 1903; Eigenverlag der Stadt Nachdruck Kehrer-Verlag; Freiburg 1984
  • Eugen Balzer: Bräunlinger Hexenprozesse. Aufsatz in der "Alemannia" 38, 1910
  • Norbert Schmidt, Jürgen Guse: Zähringer-Stadt Bräunlingen.
  • Susanne Huber-Wintermantel (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der Stadt Bräunlingen (= Schriftenreihe der Stadt Bräunlingen, Bd. 1) Bräunlingen 2005.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 562–565
  3. Kazuo Muta: Hexenverfolgung in der Grafschaft (Fürstentum) Fürstenberg. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, https://www.historicum.net/purl/jfzpm abgerufen 2. Dezember 2015
  4. Zensusdatenbank
  5. www.statistik.baden-wuerttemberg.de
  6. Webseite der Firma
  7. Wolfgang Erdmann: Die Kapelle St. Markus zu Mistelbrunn, Schwarzwald-Baar-Kreis. Bericht über neue Funde und Befunde. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 2. Jg. 1973, Heft 1, S. 8–18 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bräunlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien