Brüttener Tunnel

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Brüttener Tunnel
Nutzung Eisenbahntunnel
Ort Winterthur
Länge 7 bis 10 kmdep1
Anzahl der Röhren 1
Bau
Baukosten 1.4 bis 2.1 Mrd. SFr.
Fertigstellung voraussichtlich bis 2035Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren
Betrieb
Betreiber SBB Infrastruktur
Karte
Bruettener tunnel.png
Noch nicht endgültige Linienführung des Brüttener Tunnels
Lage
Brüttener Tunnel (Kanton Zürich)
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Koordinaten
Winterthur 695593 / 259506
Bassersdorf 690459 / 254682
Dietlikon 689454 / 253380
Streckenverlauf Brüttener Tunnel
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von Zürich
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Dietlikon
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Flughafen
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von Zürich Oerlikon über Kloten
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Bassersdorf
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Viadukt über bestehende Strecke
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Brüttener Tunnel
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Effretikon
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nach Wetzikon
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Kemptthal
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Brüttener Tunnel
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Überwerfung Töss
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von Bülach
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Winterthur

Brüttener Tunnel ist ein in den 1980er Jahren entstandenes, für die Eisenbahn vorgesehenes Tunnelprojekt im Kanton Zürich. Zur Fahrzeitverkürzung und zum Kapazitätsausbau zwischen Winterthur und Bassersdorf/Dietlikon soll der Tunnel die kurvenreiche und vielbefahrene zweigleisige Strecke zwischen Winterthur und Effretikon entlasten und die Fahrzeit um sechs Minuten verkürzen. 2019 hat der Stände- und Nationalrat den Bau des Brüttener Tunnels im nächsten Ausbauschritt der Bahninfrastruktur (STEP 2035) gutgeheissen.[1]

Aktuelles Projekt (2019)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Brüttener Tunnel wird ein neun Kilometer langer und in zwei Röhren mit je zehn Meter Durchmesser verlaufener Tunnel. Ein Tunnelportal wird östlich von Bassersdorf, ein zweites bei Dietlikon liegen. Die beiden Tunneläste werden zusammengeführt und kommen bei Tössmühle vor Winterthur wieder an die Oberfläche. Diese Linienführung erlaubt eine leistungsstarke Verbindung zwischen Zürich und Winterthur, da sowohl Zürich Flughafen (via Bassersdorf) als auch Zürich HB (via Dietlikon) direkt an Winterthur angebunden sind. Der zweiröhrige Tunnel benötigt keinen separaten Flucht- und Rettungsstollen zur Evakuierung von Passagieren. Die beiden Röhren werden mit 20 Querschlägen verbunden.

Zur Einbindung des Brüttener Tunnels ins SBB-Netz braucht es umfangreiche Anpassungen an der Bahninfrastruktur. Vor Winterthur müssen die Züge vom Brüttener Tunnel kommend die bestehenden Gleise queren, ohne den Gegenverkehr zu behindern. Dafür benötigt es zwei neue Bauwerke: Für die S-Bahnen in Richtung Zürich ist bei Neumühle eine eingleisige, rund 800 Meter lange Brücke (Überwerfung) über die bestehenden Gleise geplant. Die Schnellzüge Richtung St. Gallen unterqueren die Gleise auf der Höhe der Storchenbrücke.

Westlich von Wallisellen ist eine eingleisige, 590 Meter lange Brücke (Überwerfung) über das bestehende Gleis von und nach Zürich Oerlikon geplant. Die Züge von Wallisellen können somit nach Zürich Oerlikon verkehren, ohne den Gegenverkehr zu behindern. Die Brücke beginnt bei der Glattalbahn-Haltestelle Belair und endet vor der Autobahnbrücke.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Brüttener Tunnel war ein Teilprojekt der Bahn 2000 und war bereits beschlossene Sache. Kurz vor der Ausführung wurde er aber zugunsten des Zimmerberg-Basistunnels zurückgestellt. Je nach Variante sollte der Tunnel zwischen 1,4 und 2,1 Milliarden Franken kosten und zwischen 7 und 10 km lang werden.

In Zusammenhang mit der vom kantonal-zürcherischen Stimmvolk am 26. September 2010 zu rund 70 Prozent abgelehnten[3] VCS-Initiative Schienen für Zürich gelangte die Idee wieder stark in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Für die Initiativ-Befürworter ist der Tunnel die logische Konsequenz der Abstimmung, für die Gegner ist weiterhin der vierspurige Ausbau der Stammstrecke ein Thema.

Die nordostschweizerischen Kantone sowie die Städte Zürich und Winterthur befürworten den Bau des Tunnels.

Zwischen Winterthur und Tössmühle (Zufahrt zum geplanten Nordportal Brüttener Tunnel) ist die Stammstrecke mittlerweile vierspurig ausgebaut worden. Ebenso ist die Überwerfung Hürlistein (auf der Stammstrecke) mittlerweile in Betrieb. Damit wurde eine Leistungssteigerung auf der Stammstrecke erzielt, wodurch der Bau des Brüttener Tunnels, bzw. ein durchgehender Vierspurausbau weiter hinauszögert werden konnte. Trotz weiterer kleiner Massnahmen wird die Strecke Zürich - Winterthur ab 2020 allerdings komplett ausgelastet sein (670 Züge pro Tag).[4]

Der Brüttener Tunnel war im Konzept Bahn 2030 Diskussionsgrundlage. Seit Februar 2014 wird der Brüttener Tunnel im neuen Fonds für die Eisenbahn (Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur) geplant und realisiert. Die Realisierung ist bis 2030/5 machbar.

Im Februar 2016 fanden Probebohrungen für den Tunnel statt.[5] An 20 Standorten zwischen Bassersdorf und Baltenswil wurde gebohrt. Demzufolge wird der Brüttener Tunnel wieder aktuell.

Ende 2016 wurde die Objektstudie fertiggestellt, aus der hervorgeht, dass die Bahnhöfe Dietlikon, Bassersdorf und Wallisellen angepasst werden müssen, im weiteren soll die Linie von Bülach in Winterthur mit Unter- oder Überwerfungsbau in die Stammlinie (Winterthur nach Effretikon) eingebunden werden.[6]

Der Zürcher Verkehrsverbund plant die Kapazität unter anderem mit Hilfe des Brüttener Tunnels bis 2030 gegenüber 2007 zu verdoppeln.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachrichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ZVV: STEP 2035: Der nächste grosse Ausbauschritt des Bahnangebots im Kanton Zürich wird aufgegleist vom 11. Juni 2019
  2. SBB: Brüttener Tunnel
  3. http://archive.is/20130101220712/www.wahlen.zh.ch/abstimmungen/2010_09_26/resultate/index.php
  4. SBB (Hrsg.): Mehr Zug zwischen Zürich und Winterthur. Dezember 2016 (sbb.ch [PDF]).
  5. Probebohrungen an 20 Standorten für Brüttener Tunnel (Memento des Originals vom 6. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bluewin.ch, Bluewin am 16. Februar 2016.
  6. Mirko Plüss: Millionen für den Brüttener Tunnel. In: Der Landbote. 27. Dezember 2016, abgerufen am 2. Mai 2017.
  7. SBB führen Viertelstundentakt zwischen Zürich und Bern ein, Die Schweiz am Sonntag vom 31. Mai 2014.