Brachschwalbenartige

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Brachschwalbenartige
Rennvogel (Cursorius cursor)

Rennvogel (Cursorius cursor)

Systematik
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Brachschwalbenartige
Wissenschaftlicher Name
Glareolidae
Brehm, 1831

Die Brachschwalbenartigen (Glareolidae) sind eine Vogelfamilie aus der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes). Sie vereinen zwei äußerlich vollkommen unterschiedliche Vogeltypen: die Brachschwalben, die wendige Flieger sind, und die Rennvögel, die sich vorwiegend laufend am Boden aufhalten.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kurze, gebogene Schnabel ist allen Arten gemein. Damit enden die äußerlichen Gemeinsamkeiten aber schon. Wegen der erheblichen Unterschiede sind die Merkmale ausführlich in den Artikeln Brachschwalben und Rennvögel dargestellt.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rennvögel suchen ihre Nahrung wie Insekten, Schnecken und Eidechsen immer am Boden, während Brachschwalben mit ihrem breiten Schnabel Insekten in der Luft fangen. Sie verschmähen jedoch auch keine vom Boden aus gut zu erreichenden Beutetiere. Alle Arten sind Bodenbrüter, die Jungen sind Nestflüchter.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Familie ist auf die wärmeren Gebiete der Alten Welt beschränkt. Die Vögel kommen in Südeuropa, im südlichen und zentralen Asien, in Afrika südlich der Sahara, in Nordafrika, auf der Arabischen Halbinsel und in Australien vor. Rennvögel bewohnen trockene Gebiete wie Steppen. Brachschwalben sind an die am Wasser lebenden Insekten gebunden und daher auch nicht weit davon anzutreffen. Brachschwalben sind Zugvögel, Rennvögel meistens Standvögel.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie gehört ohne Zweifel zu den Regenpfeiferartigen, doch die Stellung innerhalb dieser Ordnung bleibt rätselhaft. Neben den Regenpfeifern wurden Scheidenschnäbel, Reiherläufer und Triele als nächste Verwandte diskutiert. Die DNA-DNA-Hybridisierung legt hingegen eine größere Nähe zu Möwen und Seeschwalben nahe.[1]

Die rund 17 Arten der Familie werden in zwei gut zu unterscheidende Unterfamilien eingeteilt:

Der Krokodilwächter wurde traditionell zu den Rennvögeln gezählt, heute aber in eine eigene monotypische Familie gestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG,München 1968, ISBN 3-423-05970-2
  • Dr. Theo Jahn: Brehms neue Tierenzyklopädie. Verlag Herder KG, Freiburg im Breisgau Sonderausgabe für Prisma Verlag GmbH, Gütersloh 1982, ISBN 3-570-08606-2
  • Josep del Hoyo et al.: Handbook of the Birds of the World (HBW), Band 3: Hoatzin to Auks. Lynx Edicions, Barcelona 1996. ISBN 8487334202

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. del Hoyo et al.: HBW Band 3, Systematics, S. 364-365, siehe Literatur

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brachschwalbenartige – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien