Braciszów

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Braciszów
Wappen fehlt
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Braciszów (Polen)
Braciszów
Braciszów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Głubczyce
Geographische Lage: 50° 9′ N, 18° 8′ OKoordinaten: 50° 8′ 50″ N, 18° 7′ 40″ O
Einwohner:
Postleitzahl: 48-155
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OGL



Kirche

Braciszów (deutsch Bratsch, tschechisch Vratišovy) ist ein Dorf in der Gmina Głubczyce im Powiat Głubczycki in der Woiwodschaft Opole und liegt im Landschaftsschutzgebiet Mokre – Lewice.

Braciszów wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Bratsch Teil des Kreises Leobschütz im Regierungsbezirk Oppeln. Bratsch war bis 1945 ein ausschließlich deutschsprachiger Ort, während der Kreis Leobschütz selbst nur zu rund 80 % deutschsprachig war. Die Sprachlandschaft der unmittelbar an den Kreis Leobschütz angrenzenden Kreise Cosel (im Nordosten) und Ratibor (im Suedosten) sah dagegen bereits vor 1945 völlig anders aus: Der Kreis Cosel war zu über 75 % polnischsprachig, der Kreis Ratibor zu je rund 40 % polnisch- und tschechischsprachig. Demgegenüber war auf der tschechischen Seite der Grenze der Kreis Jägerndorf (im Südwesten von Bratsch) wiederum zu über 75 % deutschsprachig. Bratsch lag somit in einem kulturellen Grenzgebiet.

Bratsch hatte 1939 über 1.000 Einwohner und war weitestgehend bäuerlich geprägt. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es zum unmittelbaren Kampfgebiet zwischen der zurückweichenden Wehrmacht und der vorrückenden Roten Armee. Bei diesen Kämpfen wechselte es mehrfach den Besitzer und wurde dabei schwer zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der Ort 1945 als Gołuszowice an Polen. Seine deutsche Bevölkerung – soweit sie nicht bereits vor dem Kriegsgeschehen geflohen war – fiel den Vertreibungen zum Opfer.