Brackwede

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Wappen von Brackwede
Wappen von Bielefeld
Brackwede
Stadtbezirk von Bielefeld
Bezirk Brackwede in Bielefeld.svg
Koordinaten 51° 59′ 0″ N, 8° 31′ 0″ OKoordinaten: 51° 59′ 0″ N, 8° 31′ 0″ O.
Höhe 159 m ü. NHN
Fläche 38,16 km²
Einwohner 39.005 (30. Jun. 2015)
Bevölkerungsdichte 1022 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1973
Postleitzahlen 33647, 33649
Vorwahl 0521
Adresse der
Verwaltung
Germanenstr. 22
33647 Bielefeld
Gliederung

Brackwede, Holtkamp, Quelle, Ummeln

Politik
Bezirksvorsteherin Regina Kopp-Herr (SPD)
Sitzverteilung (Bezirksvertretung)
SPD CDU Grüne BfB Linke
7 5 2 2 1
Verkehrsanbindung
Autobahn A33
Bundesstraße B61 B68
Eisenbahn Ems-Börde-Bahn
Senne-Bahn
Haller Willem
Der Warendorfer
Stadtbahn Linie 1

Brackwede ist der Name eines Stadtbezirks der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen und der Name des größten Ortsteils in diesem Stadtbezirk. Der Stadtbezirk Brackwede liegt im Südwesten von Bielefeld und ist aus der bis 1972 eigenständigen Stadt Brackwede hervorgegangen. Der Stadtbezirk hat etwa 39.000 Einwohner.[1]

Aussprache und Schreibweise des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Aussprache lautet [ˈbraːkvedə], also mit langem a (sprich: Braakwede). Bei dem c handelt es sich um ein Dehnungszeichen, welches bewirkt, dass das vorangegangene a lang ausgesprochen wird. Inzwischen ist heute die schriftdeutsche Aussprache mit kurzem a schon sehr verbreitet; dabei wird gleichzeitig die Betonung meist auf die zweite Silbe verschoben. Die korrekte Aussprache dient daher teilweise als Schibboleth für Bielefelder.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die beiden anderen südlichen Stadtbezirke Bielefelds, Senne und Sennestadt, liegt auch Brackwede direkt südlich des Hauptkammes des Teutoburger Waldes. Verschiedene Bäche, von denen der wichtigste die Lutter ist, entwässern das Gebiet dem natürlichen Gefälle folgend nach Südwesten hin zur Ems.

Ausdehnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nord-Süd-Ausdehnung des Stadtbezirks beträgt etwa sieben, die West-Ost-Ausdehnung etwa zehn Kilometer bei einer Fläche von 38,16 Quadratkilometern. Brackwede ist damit der flächenmäßig größte Stadtbezirk der Stadt Bielefeld. Der höchste Punkt sowohl des Stadtbezirks als auch des Ortsteils Brackwede liegt mit 276 m ü. NN auf dem Käseberg im Bereich des Hauptkamms des Teutoburger Waldes.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden und Nordosten grenzt der Stadtbezirk Brackwede an die Stadtbezirke Dornberg und Gadderbaum, im Osten und Südosten an Senne. Im Süden und Südwesten grenzen die Gütersloher Stadtteile Avenwedde und Isselhorst an, im Westen die Gemeinde Steinhagen. Der Ortsteil Brackwede wird umschlossen von Gadderbaum, Senne, Ummeln und Quelle.

Gliederung des Stadtbezirkes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Stadtbezirk Brackwede gehören die nur informell abgegrenzten Ortsteile Brackwede, Ummeln, Holtkamp und Quelle. Seitens der Verwaltung existieren im Stadtbezirk Brackwede die statistischen Bezirke 35 bis 42 sowie 45 bis 46 und 99. Diese orientieren sich an den traditionellen Ortsteilen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Dorf zur Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Brackwedes erfolgt 1151. 1216 wird zum ersten Mal das Wahrzeichen des Stadtteils, die Bartholomäuskirche, genannt, die am 21. Februar 1990 durch einen Brand fast vollständig zerstört, zwischenzeitlich aber wieder aufgebaut worden ist. Um 1800 war der Ort noch eine rein bäuerliche Siedlung, deren Bauten sich fast alle um die Bartholomäuskirche gruppierten. Eng verbunden mit dem Dorf Brackwede war seit jeher die Bauerschaft Brock (auch Brook), deren Höfe den südwestlichen Teil des heutigen Ortsteils einnahmen.[2] Brackwede war in der Grafschaft Ravensberg Hauptort der zum Amt Sparrenberg gehörenden Vogtei Brackwede und im Königreich Westphalen eine Munizipalität im gleichnamigen Kanton Brackwede. Nach dem Ende der napoleonischen Franzosenzeit nahm Preußen die Grafschaft Ravensberg und damit Brackwede wieder in seinen Besitz. Mit der Einführung der Westfälischen Landgemeindeordnung wurde schließlich im Dezember 1843 das Amt Brackwede im Kreis Bielefeld gebildet.[3]

Nachdem 1849 an der Lutter die ersten gewerblichen Bleichen entstanden waren, siedelten sich weitere Industriebetriebe an, darunter eine Spinnerei, eine Glashütte und Maschinenfabriken. In der Folgezeit kam es zu zahlreichen weiteren Firmengründungen, die Brackwede zu einem wichtigen Standort der Industrie und des Handwerks machten. Verbunden mit der Industrialisierung war ein starkes Bevölkerungswachstum.

Die Gemeinde Brackwede erhielt am 5. Juli 1956 das Stadtrecht[4] und schied 1959 aus dem Amt Brackwede aus.[5] Durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld wurden am 1. Januar 1970 die Gemeinden Ummeln, Quelle und Holtkamp sowie ein Gebietsstück der Gemeinde Isselhorst in die Stadt Brackwede eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl der Gemeinde, der Stadt und des Ortsteils Brackwede von 1812 bis 2008 entwickelte sich wie folgt. Ab 2015 sind die Zahlen für den Stadtbezirk angegeben.

Jahr Einwohner Quelle
1812 1.094 [7]
1843 1.704 [8]
1864 2.547 [9]
1890 5.764 [10]
1910 10.550 [11]
1925 11.943 [10]
1939 14.975 [10]
1961 25.999 [12]
1966 27.621 [13]
2008 23.388 [14]
2015 39.005 [15]
Bezirksamt Brackwede

Der Stadtbezirk Brackwede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raums Bielefeld wurde die Stadt Brackwede am 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet.[16] In der vergrößerten Stadt Bielefeld wurde der Stadtbezirk Brackwede eingerichtet, bestehend aus

  • dem Gebiet der Stadt Brackwede ohne das in das Gadderbaumer Tal hineinragende Industrie- und Wohngebiet (Spinnerei Vorwärts, Astawerke, Astastraße) und ohne den Brackweder Anteil des Sennefriedhofs
  • der bis dahin zu Senne I gehörigen Rosenhöhe mit dem damaligen Kreiskrankenhaus und der damaligen Kreisberufsschule
  • einem kleineren Gebietsteil von Steinhagen im Raum Holtkamp.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtbezirk gibt es drei evangelisch-lutherische Kirchengemeinden, die alle zum Kirchenkreis Gütersloh gehören. Dies sind die Bartholomäus-Kirchengemeinde in Brackwede, deren Kirche das Wahrzeichen Brackwedes ist, die Ummeln und die Johanneskirchengemeinde Quelle-Brock.

Herz Jesu

Hinzu kommen die beiden katholischen Kirchengemeinden Herz Jesu Brackwede (1891 Filialgemeinde, 1920 Pfarrei) und Sankt Michael Ummeln (1955 Pfarrvikarie m.e. V.), die beide zum Dekanat Bielefeld-Lippe des Erzbistums Paderborn gehören. Gemeinsam mit den Gemeinden aus den Stadtbezirken Senne und Sennestadt bilden sie seit dem 1. Januar 2014 die katholische Pfarrei St. Elisabeth Bielefeld, nachdem sie vorher als Pastoralverbund organisiert waren.[17]

Für die Angehörigen der Neuapostolischen Kirche im Stadtbezirk gibt es drei Gemeinden, davon eine in Brackwede und eine in Ummeln. Die Kirche der Gemeinde in Quelle steht unmittelbar jenseits der Stadtgrenze auf Steinhagener Gemeindegebiet.

Für muslimische Gläubige befinden sich zwei Moscheen an der Windelsbleicher Straße und eine weitere an der Gaswerkstraße.

Kirchenbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brackwedes Bartholomäus-Kirche war über Jahrhunderte Mittelpunkt des Kirchspiels Brackwede. Dieses umfasste die Orte und Bauerschaften Brackwede, Brock, Senne, Quelle, Sandhagen und Ummeln. Das Kirchenbuch wurde 1712/13 durch Pfarrer Franz Clamor Redeker angelegt. Die jeweils ersten Eintragungen lauten:

  • Taufregister vom 4. Dezember 1712: Ein „Peter Henrich“, Hußend auf dem Hof Olderdissen, lässt seinen Sohn auf den Namen „Joh. Henrich“ taufen.
  • Heiratsregister vom 11. Januar 1713: „Herman Henke mit KranßJohans Witwe“
  • Sterberegister vom 2. Januar 1713: „Frantz Meyer auf Hinnenthales Hofe. seine Tochter“, das Alter der Tochter wird nicht angegeben.

Holtkamp gehörte seit jeher zum Kirchspiel Isselhorst.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksvertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2014 hat die Bezirksvertretung Brackwede die folgende Zusammensetzung

Partei/Wählergemeinschaft Sitze Vertreter
SPD 07 Hans-Werner Plassmann
Regina Kopp-Herr
Horst Schaede
Jesco von Kuczkowski
Hilde Wegener
Ursula Wittler
Hanne Wünscher
CDU 05 Franz-Peter Diekmann
Vincenzo Copertino
Ursel Meyer
Carsten Krumhöfner
Karl-Uwe Eggert
Grüne 02 Karl-Ernst Stille
Heinrich Büscher
Unabhängiges Bürgerforum 02 Harald Brauer
Jan-Dietrich Dopheide
Die Linke 01 Brigitte Varchmin

In den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren war Brackwede aufgrund des hohen Arbeiter-Anteils durch die vielen Industriebetriebe eine Hochburg der SPD, die zum Teil über 60 % der Stimmen bei Kommunalwahlen auf sich vereinigen konnte. Aufgrund veränderter Strukturen konnte die CDU in einer bürgerlichen Koalition erstmals 1989 und danach bis 2009 den Bezirksvorsteher stellen. 1999, 2004 und 2009 wurde die CDU stärkste Partei in Brackwede. 2014 gewann die SPD mit 7 zu 5 mehr Sitze als die CDU, die FDP verpasste den Einzug in die Bezirksvertretung.

Bezirksbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksbürgermeisterin ist Regina Kopp-Herr (SPD). Ihr Stellvertreter ist Franz-Peter Diekmann (CDU).

Ratsmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mitglieder im Rat der Stadt Bielefeld aus dem Stadtbezirk Brackwede sind Carsten Krumhöfner, Detlef Helling und Vincenzo Copertino für die CDU sowie Peter Bauer, Ulrich Gödde und Marcus Lufen für die SPD.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Brackwede und der nordirischen Stadt Enniskillen besteht seit 1958 eine Städtepartnerschaft, in deren Rahmen ein jährlicher Schüleraustausch zwischen dem Brackweder Gymnasium und den Schulen aus Enniskillen stattfindet. Außerdem übernahm Brackwede 1958 die Patenschaft für die Heimatvertriebenen aus Münsterberg in Schlesien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bartholomäus-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bartholomäus-Kirche

Das Wahrzeichen Brackwedes ist die evangelisch-lutherische Bartholomäus-Kirche. Sie wurde 1892 als kreuzförmige Saalkirche in neugotischen Formen erbaut. Die Untergeschosse des Turmes stammen vermutlich noch aus dem 16. Jahrhundert. Der Bau brannte 1990 vollkommen aus. Anschließend erfolgte der Wiederaufbau in der alten Form.

Fachwerkhaus Baumhöfener[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem lange Zeit verputzten Fachwerkhaus in der Hauptstraße 27 handelt es sich um das einstige Haupthaus des frühere Hofs Baumhöfener. Die übrigen Gebäude wurden nach Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung abgebrochen. Der Hofname Baumhüter (Boimhoder – Bömschlüter – Baumhüter – Baumhöffener) wird bereits 1556 im Ravensberger Urbar erwähnt. Aus dieser Zeit sollen auch Teile des Innengerüstes datieren; damit würde das Haus im Kern zu den ältesten noch erhaltenen Profanbauten Brackwedes und der näheren Umgebung zählen. 1811/12 wurden die Außenwände allerdings durch aus der Senne übertragene Fachwerkteile ersetzt.[18] Der 1812 bezeichnete Dielentorbalken trägt die folgende Inschrift: JOHANN HEINRICH BAUMHÖFENER MARGARETHE LOU WATERBÖER DIESE BEIDEN LEUTE IN GOTTES NAMEN BAUEN UND AUFRICHTEN LASSEN ANNO 1812. ICH RUFE HERR DICH AN MIT HERZEN UND MIT MUNDE DARUM ERHÖRE MICH UND SEI ZU JEDER STUNDE BEI MIR IN ALLER NOT UND SEGNE MICH DARAUF IN MEINEN UND HAUS . M B H R . C H STRUNCK.[19] Aus der Zeit nach dem Umbau stammten Teile der wandfesten Ausstattung. Das Westfälische Amt für Denkmalpflege in Münster hat den Denkmalwert des Gebäudes 2005 ausführlich dargelegt. Allerdings hat sich die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bielefeld dieser Auffassung nicht anschließen können und auf eine Unterschutzstellung verzichtet. 2008 wurde das Gebäude – unter weitgehender Zerstörung der Originalsubstanz und freier Ergänzung des Fachwerks – umfassend saniert und in ein Restaurant umgewandelt.

Sonstige Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den wenigen älteren Wohnbauten, die bei der seit den späten 1960er-Jahren durchgeführten Ortskernsanierung erhalten blieben, gehört das Haus Büscher in der Vogelruth 14. Der Dreiständer-Fachwerkbau entstand 1776. Das nebenan gelegene Haus Kuhlmann (Weinstube Vogelruth), Vogelruth 16, stammt von 1821.

Das „Schieferhaus“ im Kupferhammerpark, Stammhaus der Fabrikantenfamilie Möller, wurde 1772 erbaut. Es präsentiert sich als zweigeschossiger verschieferter Fachwerkbau nach bergischem Vorbild mit Mansarddach und Dachreiter. Die Eingangsseite ziert ein hübsches Rokokoportal.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brackweder Stadtpark

Der Brackweder Stadtpark befindet sich mittig im Stadtbezirk zwischen Stadtring und Berliner Straße. Er umfasst neben einem Rosengarten, Grün- und Beetflächen einen 2015 durch Beteiligte des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes neu gestalteten Spielplatz und eine Rollschuhbahn.[20][21]

In der Nähe der Möller-Werke liegt der Kupferhammerpark. Er wird von der Lutter durchflossen, die hier zu drei Teichen angestaut wird. Die Teiche werden von einem alten Buchenwald umgeben, der sich vornehmlich aus der Rotbuche (Fagus sylvatica) zusammensetzt. Die Bäume werden bis zu 20 Meter hoch. Eingestreut finden sich auch einzelne Eichen und Birken. Der Unterwuchs wird vor allem aus zahlreichen Stechpalmen gebildet. Der naturnahe Wald wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem Hamburger Gartenarchitekten Rudolph Jürgens in einen Landschaftspark umgewandelt und durch nicht einheimische Baum- und Straucharten bereichert. Das Gelände war seit 1948 über viele Jahre als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Später wurde die Schutzverordnung jedoch gelöscht. Der Park befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich.[22]

Stadtteilbibliothek Brackwede

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Brackwede ist das Medienarchiv Bielefeld - Frank-Becker-Stiftung beheimatet, das ca. 100.000 Rollen Filmmaterial aus den letzten 100 Jahren Filmgeschichte im Bestand führt, ebenso tausende von Rundfunk-Sendetonbändern. Monatlich wird im „Studio am Mauseteich“ das „Brackweder Funkjournal“ zur Ausstrahlung über Radio Bielefeld produziert. Eine Zweigstelle der Stadtbibliothek Bielefeld befindet sich in der Germanenstraße 17.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böllhoff-Stadion

Zum Angebot an Sportstätten gehören das AquaWede genannte Hallenbad, die diesem direkt benachbarte Oetker-Eisbahn, die von Oktober bis März geöffnet ist, sowie das Böllhoff-Stadion und das Waldstadion im Ortsteil Quelle.

Größter Sportverein ist die Sportvereinigung Brackwede (SVB). Sportlich erfolgreiche Abteilungen der SVB sind unter anderem die Handballjugendmannschaft und die Badmintonmannschaft, die beide auf NRW-Ebene spielen. Auch die Basketballabteilung und die Trampolinabteilung sind überregional bedeutsam. In der Nähe der Oetker-Eisbahn ist der Tennisclub TC Brackwede angesiedelt.

Der deutsche Box-Weltmeister im Cruisergewicht, Marco Huck ist in Brackwede eine Zeit lang aufgewachsen und besuchte die Marktschule.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Brackweder Schweinemarkt findet einmal jährlich am letzten Wochenende im August statt, die Brackweder Glückstaler-Tage jeweils am zweiten Wochenende im Oktober. Seit dem September 1998 zeigt das „Melodie“-Filmtheater in der Kölner Straße 40 freitags aktuelle Spielfilme. Brackwedes ältester Verein, der MGV Teutoburger Liederkranz von 1861, veranstaltet seit 1975 jeweils am vierten Advent in der Bartholomäuskirche seine „Musik zur Weihnacht“. Im Frühjahr findet in Brackwede der Große Preis der Sparkasse statt, ein Radrennen.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Brackwede laufen verschiedene Eisenbahnlinien und Straßen zusammen, um hier gemeinsam über den Bielefelder Pass den Teutoburger Wald nach Norden in Richtung Stadtzentrum Bielefeld zu überqueren. So trifft hier die von Osnabrück kommende B 68 auf die B 61 (HammMinden). Die B 61 ist in Brackwede teilweise als Ostwestfalendamm autobahnähnlich ausgebaut. Der Ostwestfalendamm ist an der Anschlussstelle Bielefeld-Zentrum kreuzungsfrei mit der Autobahn A 33 verknüpft, die zum Autobahnkreuz Bielefeld an der A 2 und weiter Richtung Paderborn führt.

Bahnhof Brackwede

Der Bahnhof Brackwede ist nach dem Hauptbahnhof der wichtigste Bahnhof in Bielefeld. Alle Bahnstrecken vom Hauptbahnhof aus in südlicher Richtung führen durch Brackwede:

Der Bahnhof wird von

Brackwede wird von der Linie 1 der Bielefeld Stadtbahn (Senne–Brackwede–JahnplatzSchildesche) durchquert. Der Stadtbezirk wird außerdem durch mehrere Buslinien nach Sieker, Ummeln, Quelle, Gadderbaum und Senne erschlossen. Regionalbusse fahren unter anderem nach Gütersloh, Steinhagen, Rietberg und Schloß Holte-Stukenbrock. Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gelten der regionale „Sechser-Tarif“ der OWL Verkehr GmbH und der NRW-Tarif.

Am Bahnhof Brackwede befindet sich auch der Fernbusbahnhof Bielefelds.

Siehe auch: Nahverkehr in Bielefeld

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bedeutung Brackwedes als Gewerbestandort lässt sich an der großen Vielzahl der im Stadtbezirk niedergelassenen Unternehmen ablesen. Im Bereich der metallverarbeitenden Industrie sind beispielsweise zu nennen die Unternehmen Böllhoff, Salzgitter Mannesmann Präzisrohr, MöllerGroup, Gestamp Umformtechnik, Welland & Tuxhorn, Goldbeck Stahlbau, die Eisengießerei Baumgarte, Pallatzky (Metallrecycling), im Ortsteil Quelle DMW Schwarze (Feuerschutztüren) sowie in Ummeln die Firma Umeta (Schmiernippel und Fettpressen). In der Druckbranche ist die Firma MM Graphia tätig. Der Getränkehersteller Christinen Brunnen ist im Ortsteil Ummeln ansässig. Treble-Light im Ortsteil Quelle stellt Hochleistungs-, vor allem Taucherlampen her. Das schwedische Möbelhaus IKEA betreibt eine Filiale am Brackweder Südring.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größte Konzentration öffentlicher Einrichtungen befindet sich auf der Rosenhöhe. Außer den weiter unten beschriebenen Bildungseinrichtungen ist hier vor allem das Klinikum Rosenhöhe der Städtischen Kliniken Bielefeld zu nennen mit medizinischer, chirurgischer, anaesthesiologischer, Röntgen- und Hautklinik, einer Augenabteilung und einer Klinik für Geriatrie.

Im Ortsteil Ummeln gibt es die Evangelische Stiftung Ummeln und die Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede sowie das Hafthaus Ummeln der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne. Das Brackweder Gymnasium besitzt eine Sternwarte.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Rosenhöhe befinden sich das Rudolf-Rempel-Berufskolleg für kaufmännische Berufe, das Berufskolleg Senne sowie die Städtische Gesamtschule Rosenhöhe. Eine zweite Gesamtschule, die Städtische Gesamtschule Brackwede, befindet sich im Ortsteil Quelle.

Zum Brackweder Schulzentrum gehören das Brackweder Gymnasium und die Brackweder Realschule. Das Gymnasium ist eine von zehn Schulen in Nordrhein-Westfalen, die am Kooperationsprojekt „Sportbetonte Schule“ teilnehmen und hat eine spezielle Sportklasse pro Jahrgang, in der die Jugendlichen ein erweitertes sportliches Programm erhalten. Die Marktschule am Stadtring vervollständigt als Hauptschule das Bildungsangebot der Sekundarstufe I. Den Primarbereich decken sechs Grundschulen ab.

Hinzu kommen das Griechische Lyzeum, eine Ergänzungsschule in privater Trägerschaft, und drei Förderschulen am Lönkert, am Möllerstift und am Kupferhammer.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Becker (Hrsg.): Brackwede wie es war – wie es ist. Leopoldshöhe 1991
  • Karl Beckmann und Rolf Künnemeyer: Das war Brackwede, Band 1. Bochum 1985
  • Karl Beckmann und Rolf Künnemeyer: Brackwede 1151–2001 - Stationen einer 850-jährigen Geschichte. Bielefeld 2001
  • Georg Tegtmeier: Brackwede – Stadt im Wandel. Berlin 1969

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brackwede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung in Bielefeld am 30. Juni 2015. Stadt Bielefeld Amt für Demographie und Statistik, abgerufen am 22. Dezember 2015.
  2. Karl Triebold: 800 Jahre Brackwede. Festschrift. Hrsg.: Gemeindeverwaltung Brackwede. 1951, S. 76.
  3. Verordnung Nr. 101. In: Amtsblatt der Regierung Minden 1844. 1. Februar 1844, S. 45, abgerufen am 22. April 2010 (Digitalisat).
  4. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 220.
  5. Sabine Mecking: Die kommunale Neugliederung in NRW am Beispiel von Stadt und Landkreis Bielefeld. Archiv für Sozialgeschichte Bd. 46, 2006, S. 415, abgerufen am 22. Mai 2010 (PDF; 9,4 MB).
  6. Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld. In: recht.nrw.de. 4. Dezember 1969, abgerufen am 1. Mai 2010 (§2, §10).
  7. Westfalen unter Hieronymus Napoleon. 1812, S. 47, abgerufen am 20. April 2010 (Digitalisat).
  8. Seemann: Geographisch-statistisch-topographische Übersicht des Regierungsbezirks Minden. 1843, S. 52-57, abgerufen am 23. April 2010 (PDF; 802 kB).
  9. Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden. 1866, S. 8, abgerufen am 22. April 2010 (Digitalisat).
  10. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. April 2010.
  11. Uli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  12. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 169.
  13. Landkreis Bielefeld (Hrsg.): 150 Jahre Landkreis Bielefeld. 1966, S. 60.
  14. Sozialleistungsbericht 2008. Stadt Bielefeld, 31. Dezember 2008, S. 185, abgerufen am 25. Mai 2010 (PDF; 9,5 MB): „Einwohnerzahl der Statistischen Bezirke“
  15. Aktuelle Einwohnerzahlen. Stadt Bielefeld, abgerufen am 20. Juli 2015.
  16. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 320.
  17. Pfarrnachrichten der Pfarrei St. Elisabeth Januar 2014
  18. Hierfür fanden offenbar die Balken des Hauptgebäudes vom Hof Grundherm in der Grundheide Verwendung. Nach Versteigerung des Anwesens wurde das Gebäude an den Colon Johann Friedrich Baumhöfener verkauft, der es abbrechen und nach Brackwede schaffen ließ. Siehe hierzu: Horst Wasgindt und Hans Schumacher: Bielefeld-Senne, Band 1, Bielefeld 1989, Seite 239.
  19. Der Torbalken stammt ebenfalls vom Hof Grundherm. Im Zuge seines Wiedereinbaus wurden der Name und das ursprüngliche Baudatum entfernt und mit den Daten des neuen Eigentümers versehen. Vgl. Wasgindt und Schumacher, ebenda
  20. Parkanlagen Bielefeld - Informationen der Stadtverwaltung. Abgerufen am 11. Oktober 2015.
  21. Spielplatz im Stadtpark Brackwede neu gestaltet. Neue Westfälische, abgerufen am 11. Oktober 2015.
  22. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Kupferhammerpark in LWL-GeodatenKultur