Brad Raffensperger

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Brad Raffensperger

Bradford Jay Raffensperger (* 18. Mai 1955) ist ein amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Er ist der Secretary of State (vergleichbar einem Innenminister) des Bundesstaates Georgia.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raffensperger erhielt an der University of Western Ontario einen Bachelor und einen Master of Business Administration an der Georgia State University.[2]

Raffensperger ist verheiratet und hat mit seiner Frau Tricia drei Kinder. Das Paar lebt gemeinsam in Johns Creek im Großraum Atlanta.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesstaatliche Ebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war vom 10. Februar 2015 bis 14. Januar 2019 Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Georgia. Seit 2019 ist er der 29. Secretary of State des Bundesstaates Georgia[4] und damit der gewählte Wahlaufseher.

Rolle nach der Präsidentschaftswahl 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Georgia erhielt Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl am 3. November 2020 11.779 Stimmen weniger als Joe Biden. Trump bezeichnete das knappe Wahlergebnis auch nach nochmaliger Auszählung als Betrug und schickte das republikanische Kongressmitglied Doug Collins nach Georgia, offenbar um eine nachträgliche Änderung des Wahlergebnisses zu erzielen. Raffensperger bezeichnete Collins als „Lügner“ und „Scharlatan“ und machte am 16. November publik, wie massiv er von republikanischen Abgeordneten und anderen unter Druck gesetzt worden sei, Briefwahlstimmen in Georgia für ungültig erklären zu lassen.[5][6][7][8] Die Wahlergebnisse wurden in Georgia zweimal nachgezählt. Es wurden keine Hinweise auf Wahlbetrug gefunden.[9] Am 20. November bestätigte Raffensperger formell den Wahlsieg Bidens in Georgia.[10]

Am 2. Januar 2021 rief Präsident Trump selbst Raffensperger an, mit dem Ansinnen er möge „11.780 Stimmen“ für die Republikanische Partei „finden“[11] und das Ergebnis zu seinen Gunsten nachträglich „nachzuberechnen“.[12] Raffensperger und sein Rechtsbeistand für das Büro des Innenministers von Georgia, Ryan Germany, wiesen dies zurück.[13] In dem Telefongespräch bedrohte Trump Raffensperger.[14] Raffensperger verwies auch darauf, dass die Ergebnisse vor Gericht Bestand gehabt hätten.[9]

Die Washington Post veröffentlichte einen Mitschnitt des etwa einstündigen Gesprächs, wonach Trump behauptete, Raffensperger mache sich, nach seiner Einschätzung, einer Straftat schuldig, wenn er gegen einen vermeintlichen Wahlbetrug nicht vorgehe. Im Artikel der Washington Post hieß es, das „umherschweifende und teilweise unzusammenhängende Gespräch“ zeige, wie „besessen und verzweifelt“ Trump angesichts seiner Wahlniederlage sei. Trump glaube noch immer, dass er das Ergebnis in genügend Staaten ändern könne, um sich eine zweite Amtszeit zu sichern.[15][16][17] Präsident Trump reichte Klage gegen Brad Raffensperger ein.[9]

Wahl 2022 zum Secretary of State[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raffensperger gewann im Mai 2022 die republikanische Primary (Vorwahl) gegen den von Trump unterstützten Jody Brownlow Hice, der zu diesem Zeitpunkt Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses war.[18] Er trat dadurch am 8. November 2022 unter anderem gegen die Demokratin Bee Nguyen an, welche er mit einem Vorsprung von knapp 5 Prozentpunkten besiegte.[19][20][21]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georgia Secretary of State. Abgerufen am 7. Dezember 2020 (englisch).
  2. Raffensperger To Run For Georgia Secretary of State. 6. April 2017, abgerufen am 7. Dezember 2020 (englisch).
  3. About Secretary Raffensperger. In: Georgia Secretary of State. Abgerufen am 17. September 2022 (englisch).
  4. Georgia House of Representatives. Abgerufen am 7. Dezember 2020.
  5. Thorsten Denkler: US-Wahl: Trump zettelt Kleinkrieg in Georgia an. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 7. Dezember 2020.
  6. Senatswahlen in Georgia: Trump-Fans drohen mit Boykott und Protest. In: Frankfurter Rundschau. 23. November 2020, abgerufen am 7. Dezember 2020.
  7. Will Peebles: Georgia Secretary of State Raffensperger fires back against Trump’s false claims about election. In: USA Today. Abgerufen am 7. Dezember 2020 (amerikanisches Englisch).
  8. Richard Fausset, Stephanie Saul: Georgia’s Close Elections Sent Republicans After a Republican. In: The New York Times. 12. November 2020, abgerufen am 7. Dezember 2020 (englisch).
  9. a b c Donald Trumps Anruf in Georgia: Er könnte sich strafbar gemacht haben, inklusive des Mitschnitts
  10. US-Wahlen: Bidens Wahlsieg in Georgia amtlich bestätigt. In: Die Zeit. 21. November 2020, abgerufen am 24. November 2020.
  11. Georgia official (Gabriel Sterling, the Republican in charge of Georgia's voting system) fires back at Trump's election conspiracies, CNN, 4. Januar 2021
  12. Cooper on Trump call: It's like speaking to a child, CNN, 5. Januar 2021
  13. Ryan Germany Der trockene Held des brisanten Trump-Telefonats
  14. „Will nur 11.780 Stimmen“: Trump „wie ein Mafiaboss“ - Demokraten wollen FBI einschalten
  15. Amy Gardner: ‘I just want to find 11,780 votes’: In extraordinary hour-long call, Trump pressures Georgia secretary of state to recalculate the vote in his favor. In: The Washington Post. 4. Januar 2021, abgerufen am 4. Januar 2021 (englisch).
  16. Donald Trump verlangt Änderung des Wahlresultats in Georgia. In: Die Zeit. 3. Januar 2021, abgerufen am 4. Januar 2021.
  17. spiegel.de 4. Januar 2021: Bericht über brisantes Telefonat – Trump soll Wahlleiter unter Druck gesetzt haben
  18. Benjamin Swasey: Georgia Secretary of State Raffensperger beats Trump-backed primary challenge, AP says. In: NPR. 25. Mai 2022, abgerufen am 25. Mai 2022 (englisch).
  19. Elise Hammond, Maureen Chowdhury und Melissa Macaya: Alabama, Georgia, Virginia and Washington, DC, elections. In: CNN. 21. Juni 2022, abgerufen am 17. September 2022 (englisch).
  20. Brad Raffensperger. In: Ballotpedia. Abgerufen am 17. September 2022 (englisch).
  21. Midterm Election Results for Secretary of State 2022 | CNN Politics. Abgerufen am 18. November 2022 (englisch).