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Brahms-Sammlung

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Musiknoten von Guten Abend, gut Nacht von Brahms

Die Brahms-Sammlung ist eine der bedeutendsten Komponistennachlässe der Welt und wird im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien aufbewahrt. Sie wurde 2005 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen und gilt als unverzichtbare Quelle für die wissenschaftliche und musikalische Auseinandersetzung mit Johannes Brahms (1833–1897).[1]

Inhalt und Umfang

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Von keinem anderen namhaften Komponisten ist der Nachlass so vollständig erhalten geblieben wie der von Johannes Brahms. Brahms vermachte der Gesellschaft der Musikfreunde seine gesamte Bibliothek mit hunderten Büchern und tausenden Noten sowie die an ihn gerichteten Briefe.

Die Sammlung umfasst:

Musikautographe

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Zu den bedeutenden Werken gehören das Deutsche Requiem, das Doppelkonzert und die Liebesliederwalzer. Besonders faszinierend sind die erhaltenen Brahms-Skizzen, da er diese normalerweise vernichtete. Diese zeigen beispielsweise die Planungsphase einer fünften Symphonie.[2][3]

Bibliothek und Noten

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Brahms’ Bibliothek ermöglicht es, die musikalischen Interessen des Komponisten zu erforschen, die von ihm gelesene Literatur zu durchstöbern und Schopenhauer sowie Nietzsche mit ihm zu studieren. Die Sammlung enthält auch sogenannte „Handexemplare“ – Druckausgaben seiner Werke mit handschriftlichen Eintragungen und Korrekturen des Komponisten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Korrespondenz von Johannes Brahms, wobei durch Schenkungen und Ankäufe mehrere hundert von Brahms geschriebene Briefe die Sammlung erweitert haben.

Brahms ist der erste Komponist der Musikgeschichte, von dem zahlreiche fotografische Aufnahmen existieren. Die Sammlung umfasst Fotografien, Drucke, Öl- und Pastellgemälde.

Historische Musik

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Das Interesse von Brahms an älterer Musik von der Renaissance bis zur Klassik spiegelt sich in wertvollen Stücken dieser Sammlung wider, beispielsweise seltenen Musikdrucken aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Johannes Brahms, 1887

Johannes Brahms war mit der Gesellschaft der Musikfreunde vielfach verbunden und ein eifriger Archivbenutzer. Von 1872 bis 1875 war er künstlerischer Direktor des Musikvereins. 1876 wurde er zum Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde ernannt.

Nach seinem Tod 1897 bildete sein Nachlass den Grundstock der Sammlung. Dieser wurde durch Korrespondenzen von Brahms, Bildmaterial verschiedenster Art, Gebrauchs- und Erinnerungsgegenstände sowie Literatur über Brahms ergänzt.

Nachlässe der Brahms-Freunde Ignaz Brüll, Robert Fuchs, Johann Peter Gotthard und der Familie Fellinger brachten wertvolle Erweiterungen, ebenso wie die Übernahme von Brahms-Kollektionen aus Privatbesitz.[4]

Die Brahms-Sammlung ist hinsichtlich Umfang und Vollständigkeit wesentlich für die wissenschaftliche und musikalische Beschäftigung mit dem Komponisten und von unschätzbarem Wert für das Verständnis der Musik-, Literatur- und Kulturgeschichte seiner Zeit.

Die Gesellschaft der Musikfreunde gab in den späten 1920er Jahren die alte Brahms-Gesamtausgabe heraus und initiierte in den späten 1970er Jahren eine neue Brahms-Gesamtausgabe, bei der sie Mit-Herausgeberin ist.

UNESCO-Weltdokumentenerbe

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Mit Beschluss vom 29. Juli 2005 wurde die Brahms-Sammlung in das Weltdokumentenerbe aufgenommen. Am 21. Februar 2006 wurde in einem Festakt im Brahms-Saal des Musikvereins die Urkunde für diese hohe Auszeichnung von einer Vertreterin der UNESCO feierlich überreicht.[5]

Gesellschaft der Musikfreunde

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Musikfreunde in Wien

Die Sammlung wird im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien am Musikvereinsplatz 1 aufbewahrt. Das Archiv der Gesellschaft zählt zu den bedeutendsten Musikaliensammlungen der Welt und ist unterteilt in die Bibliothek, das Archiv (mit Musikalien, Akten, Ephemera) und Sammlungen (Bilder, Memorabilia).

Einzelnachweise

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  1. Die Brahms-Sammlung. In: Musikverein Wien. Abgerufen am 5. Mai 2026.
  2. Anna Dalos: Háry auf der Reise nach Wien. Die Uraufführung von Kodálys Theater-Ouvertüre in der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. In: 200 Jahre Uraufführungen in der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Böhlau Verlag, Wien 2019, ISBN 978-3-205-20727-6, S. 173–182.
  3. Otto Biba: Von der Widmungskomposition zur Auftragskomposition. Eine musikgeschichtliche Entwicklung am Beispiel der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. In: 200 Jahre Uraufführungen in der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Böhlau Verlag, Wien 2019, ISBN 978-3-205-20727-6, S. 17–34.
  4. Michaela Schlögl, Franz Welser-Möst: [Zweihundert] Jahre Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Styria premium, Wien 2011, ISBN 978-3-222-13333-6.
  5. Brahms-Sammlung - Österreichische UNESCO-Kommission. Abgerufen am 5. Mai 2026.