Bralitz

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Bralitz
Koordinaten: 52° 50′ 13″ N, 14° 0′ 24″ O
Höhe: 10 m ü. NN
Einwohner: 573 (30. Jun. 2011)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 16259
Vorwahl: 033369
Bralitz von Westen
Bralitz von Westen

Bralitz ist ein Ortsteil von Bad Freienwalde (Oder). Das Dorf liegt etwa fünf Kilometer von Bad Freienwalde entfernt an der Alten Oder.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet des heutigen Dorfes wurden Gräberfelder aus der mittleren Bronzezeit gefunden. Nicht weit von diesen Gräberfeldern wurden eine Keramik aus der späteren Bronzezeit und ein weiteres Gräberfeld aus der Früheisenzeit entdeckt. Das heutige Dorf an der Alten Oder wurde von Wenden erbaut und 1337 als Gralizen erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf gehörte damals Nicolaus Witte, im 14. Jahrhundert gelangte es in den Besitz der Familie Uchtenhagen. Im Jahre 1604 wurde das Dorf an Kurfürst Joachim Friedrich verkauft.

Bralitz war zunächst ein Fischerdorf. Durch Trockenlegung des Oderbruches im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Dorf zum Bauerndorf. Im Jahre 1839 wurde ein Friedhof eingerichtet, im Jahre 1890 eine eigene Dorfkirche mit einem 51 m hohen Kirchturm erbaut.

Ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts siedelten sich einige Industriebetriebe an (Ziegelherstellung, Sägewerk, Kies- und Sandabbau). Die 1877 erbaute Bahnstrecke Angermünde–Bad Freienwalde mit dem Haltepunkt Bralitz und dem davon zwei km entfernten Bahnhof Oderberg-Bralitz wurde im Jahr 1997 stillgelegt. Im Jahr 1955 wurde die LPG „Freies Leben“ gegründet.

Am 26. Oktober 2003 wurde Bralitz nach Bad Freienwalde (Oder) eingemeindet.[1]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 937
1890 1.169
1910 1.302
1925 1.213
1933 1.096
1939 1.045
Jahr Einwohner
1946 1.247
1950 1.435
1964 1.111
1971 996
1981 901
1985 893
1989 809
Jahr Einwohner
1990 774
1991 758
1992 802
1993 791
1994 787
1995 767
1996 749
Jahr Einwohner
1997 756
1998 755
1999 747
2000 731
2001 722
2002 721

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[2]

Am 30. Juni 2011 hatte Bralitz 573 Einwohner.[3]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche
Friedhofskapelle

In Bralitz sind sechs Baudenkmale in der Denkmalliste eingetragen.[4]

  • Die Dorfkirche: Die evangelische Dorfkirche wurde am 7. November 1890 eingeweiht. Sie ist eine neugotische Kirche mit drei Schiffen und einem Turm im Nordwesten. Die Orgel stammt aus dem Jahre 1890 und wurde vom Orgelbauer Sauer aus Frankfurt (Oder) errichtet. Die Ausstattung im Inneren stammt aus der Bauzeit.
  • Bahnhofsstraße 1, Forsthaus: Das Forsthaus liegt im Dorf und wurde 1900 erbaut. Es ist ein Typenhaus mit Ziegelmauerwerk. Im Keller befindet sich eine alte Räucherkammer.
  • Bahnhofsstraße 19, Fabrikantenwohnhaus: Das Wohnhaus wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, es gehörte dem Ziegeleibesitzer Dornbusch. Das Haus liegt auf einem Eckgrundstück im Ortskern. Es ist ein eingeschossiges Haus mit Krüppelwalmdach und war Teil einer Hofanlage. Heute befindet sich hier ein Kindergarten.
  • Freienwalder Straße, Friedhof mit Kapelle, zwei Erbbegräbnissen und Einfriedung: Der Friedhof wurde am 26. Mai 1909 eingeweiht. Er befindet sich zwischen Freienwalder Straße und Triftstraße, der Zugang ist von der Freienwalder Straße. Um dem Friedhof befindet sich eine Mauer, in der Mitte steht die Kapelle. Auf dem Friedhof befinden sich die Erbbegräbnisse der Familien Dornbusch und Peter, diese entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts.
  • Bahnhofsanlage „Oderberg-Bralitz“: Der Bahnhof befindet sich etwa zwei Kilometer nordöstlich von Bralitz. Das Gebäude wurde 1876/1877 erbaut. Es war der Bahnhof von Bralitz und Oderberg. Der Bahnhof wird heute als Wohnhaus genutzt.
  • Triftstraße 9, Hofanlage eines Schmiedemeisters mit Wohnhaus, Werkstattgebäude, Stall und Durchfahrtsscheune: Das Wohnhaus wurde im Jahre 1905, die Wirtschaftsgebäude um 1907 erbaut. Das Wohnhaus ist eingeschossig und hat ein Satteldach. Der Giebel hat einen Dachüberstand und ein Freigespärre.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Wickert (1915–2008), Diplomat und Schriftsteller, in Bralitz geboren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ilona Rohowski, Ingetraud Senst: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg. Band 9.1: Landkreis Märkisch-Oderland. Teil 1: Städte Bad Freienwalde und Wriezen, Dörfer im Niederoderbruch. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms am Rhein 2006, ISBN 3-88462-230-7, S. 286–291.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  2. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 18–21
  3. Ortsteile von Bad Freienwalde
  4. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum: Denkmalliste des Landes Brandenburg: Landkreis Märkisch-Oderland (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bralitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien