Brandland

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Ein Brandland ist eine rund um eine Marke und deren Produkte geschaffene Erlebniswelt in Form eines örtlich gebundenen Zentrums, als Ausstellung, Museum, Freizeit- oder Themenpark. Ein Brandland wird allgemein als Freizeitangebot wahrgenommen, gehört aber zur Markenkommunikation eines Unternehmens. Zweck ist es eine Markenwelt interaktiv erlebbar zu machen und in Bezug zu positiven Erlebnissen zu setzen um den Markenwert zu erhöhen.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Brandland ist aus dem englischen und bedeutet frei übersetzt Markenwelt wobei im deutschen der Begriff Markenwelt aber eine andere Bedeutung hat. Brand steht ursprünglich für identifying mark made by a hot iron. In der Literatur besteht keine allgemein einheitliche Definition oder genaue Abgrenzung des Begriffs, sondern nur Einigkeit bezüglich folgender konstitutiver Merkmale eines Brandlands:[1]

  • Dauerhaftigkeit
  • Ortsgebundenheit
  • Erfahrbarkeit
  • Emotionale Inszenierung

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brandlands werden als Marketinginstrument von Unternehmen eingerichtet und betrieben. Sie gehören in den Bereich der Unternehmenskommunikation und übernehmen dabei eine Reihe von Aufgaben zur Stärkung der Markenbindung, die im Idealfall das Marketingbudget nicht belasten. In einem Brandland werden Marken und Produkte eines Unternehmens in einer positiven Erlebniswelt präsentiert und meist auch interaktiv erlebbar gemacht. Ziel ist es dabei, eine Marke kognitiv an positive Emotionen zu binden. Zusätzlich generiert ein Brandland regelmäßig mediale Aufmerksamkeit in erweiterten Themenfeld wie Lifestyle oder Tourismus und kann neben Printmedien auch TV-Berichterstattung erschließen. Die meisten größeren Unternehmen nutzen heute Brandlands um Neukunden zu gewinnen, Bestandskunden zu binden und insgesamt das Image zu verbessern um so den Markenwert zu erhöhen.[1][2][3][4][5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorläufer der Brandlands sind die Showrooms, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt sind. So hatte bereits 1860 der Nähmaschienenfabrikant Singer seine Produkte in Demonstrationsräumen in verschiedenen amerikanische Großstädten bekannt gemacht und der Schokoladenhersteller Hershey 1906 den ersten Themenpark eröffnet. Größere Brandlands entstanden aber erst einige Jahrzehnte später wie beispielsweise der ab 1954 im kalifornischen Anaheim erbaute Disney-Park. Der mehrstöckige Showroom des 1966 in Tokio errichteten Sony Buildings gilt als eines der ältesten Brandlands der Welt. Hier wurden erstmals Produkte in Plexiglas von innen erlebbar ausgestellt. Es folgten das 1968 im dänischen Billund eröffnete Legoland, in welchem man die Möglichkeiten von Legosteinen im Rahmen eines Freizeitparks erleben konnte. Die am 31. Mai 2000 in Wolfsburg eröffnete Autostadt ist derzeit das größte Brandland in Deutschland.[2][1]

Die bekanntesten Brandlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelände der Autostadt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nadine Enke: Brand Lands als Instrument der Unternehmenskommunikation – Erfolgsfaktoren, Einsatzmöglichkeiten, Nutzen und Wirkung. Diplomica, 2003, ISBN 3-8324-6734-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Manfred Kirchgeorg, Christiane Springer, Christian Brühe: Live Communication Management: Ein strategischer Leitfaden zur Konzeption, Umsetzung und Erfolgskontrolle. Gabler Verlag, 2009, ISBN 978-3-8349-1025-7, S. 124 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b Christian Mikunda: Marketing spüren: willkommen am dritten Ort. 3. Auflage. Redline Verlag, 2007, ISBN 978-3-636-01424-5, S. 53 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Christiane Springer: Multisensuale Markenführung: Eine verhaltenswissenschaftliche Analyse unter besonderer Berücksichtigung von Brand Lands in der Automobilwirtschaft. Gabler Verlag, 2008, ISBN 978-3-8349-0900-8, S. 15 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Franz-Rudolf Esch: Brandland. In: Gabler Wirtschaftslexikon. Springer, abgerufen am 6. September 2018.
  5. Karsten Kilian: Brandland. In: Markenlexikon. Absatzwirtschaft, abgerufen am 6. September 2018.