Brandlos

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Brandlos
Gemeinde Hosenfeld
Koordinaten: 50° 28′ 59″ N, 9° 28′ 52″ O
Höhe: 411 m ü. NHN
Fläche: 2,39 km² [LAGIS]
Einwohner: 140 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36154
Vorwahl: 06669
Blick von der Mariengotte und Friedhof auf Brandlos
Blick von der Mariengotte und Friedhof auf Brandlos

Brandlos ist ein Dorf und einer der acht Ortsteile, welche die Gemeinde Hosenfeld im Landkreis Fulda bilden.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am westlichen Rand des Landkreises Fulda, am östlichen Ausläufer des Vogelsberges und südlich von Hosenfeld. Durch den Ort fließt das Brandloser Wasser, welches bei Poppenrod in den Bachlauf der Jossa mündet. Der "Steinküppel" (489 m) ist die höchste Erhebung der Gemarkung Brandlos. Im Süden grenzt Brandlos an die Gemarkung Hauswurz der Gemeinde Neuhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1030 zurück. Demnach ist Brandlos der älteste nachgewiesene Ortsteil der Gemeinde Hosenfeld. Seinerzeit war in der Gründungsurkunde der Propstei Neuenberg von "Branthoheslah", dem Hof des Brandolf, der somit als Gründer des Ortes gelten kann, die Rede. Bereits in frühmittelalterlicher Zeit führte eine bedeutende Handelsstraße der Römer zwischen Mainz und Eisenach, die Antsanvia, durch das Gebiet. Das Dorf war dem fuldischen Gericht Hosenfeld zugeordnet und dem Adelsgeschlecht, das der Herren von Lüder zustehend. 1528 erfolgte die Ersterwähnung des Ortsnamens Brandlos. Im Türkensteuerregister der Fürstabtei Fulda aus 1605 ist der Ort unter Namen Brandes mit 20 Familien erwähnt.[2] 1787 war Brandlos dem Propsteiamt Blankenau der Fürstabtei Fulda zugeordnet. In 1812 waren 16 Feuerstellen und 120 Seelen zu verzeichnen und es war Tochterkirche von Hauswurz.

Neugliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemals selbständige Gemeinde Brandlos wurde im Rahmen der Gebietsreform des Landes Hessen am 31. Dezember 1971 in die Gemeinde Hosenfeld eingegliedert.[3]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

128 Einwohner gehörten zum 31. Dezember 2006 der katholischen und 13 evangelischen Religion an. 9 Einwohner gehörten einer andern oder keiner Konfession an.

Katholische Religion

Brandlos gehörte als einziger Hosenfelder Ortsteil der katholischen Pfarrei St. Bartholomäus Hauswurz (Neuhof) an, die dem Pastoralverbund Christus Erlöser Flieden-Hauswurz und somit dem Bistum Fulda zugeordnet war.

Änderung: Mit Wirkung vom 1. Adventssonntag 2017 erfolgte eine Änderung in den Pfarrgrenzen. Ab 1. Advent verlässt Pfr. Weitzel die Pfarrgemeinde Hauswurz mit den Dörfern Weidenau, Kauppen, Brandlos und Buchenrod. Da die Pfarrgemeinde Hauswurz wegen des fehlenden Priesternachwuchses keinen eigenen Pfarrer mehr bekommt, wird sie durch die Pfarrgemeinde St. Michael Neuhof mitbetreut. Das Dorf Brandlos wurde „umgepfarrt“, d. h. Brandlos gehört ab dem 1. Advent zur Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Hosenfeld. Damit wurden nach den Veränderungen der Gebietsreform in Hessen auch die kirchlichen Strukturen den kommunalen Gegebenheiten angepasst.

Der Ort verfügt über keine eigene Kirche; gleichwohl läutet täglich zum Angelus die in dem seit 1997 dem auf dem Bürgerhaus als Dachreiter errichteten Glockentürmchen hängende St. Andreas- Glocke.

Traditionell wird – wohl auf Grund eines Gelübdes eingedenk einer mittelalterlichen Plage – als „Verlobten Tag“ jedes Jahr am 17. März an St. Gertrud der so genannte "Mäusetag" mit einem Gottesdienst im Bürgerhaus begangen. Die heilige Gertrud wird gegen Mäuse- und Rattenplagen angerufen.


Evangelische Religion

Die evangelischen Einwohner sind der Kirchengemeinde der Kreuzkirche in Fulda - Neuenberg zugeordnet und werden vom dortigen ev. Pfarramt betreut. In regelmäßigen Abständen finden evangelische Gottesdienste auch in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Hosenfeld statt.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einziger Verein des Ortes ist die Freiwillige Feuerwehr Brandlos, die im Jahr 1952 als nichtrechtsfähiger Verein gegründet wurde. Da in Brandlos keine weiteren Vereine existieren, schreibt sich die Feuerwehr neben der Sicherstellung des Brandschutzes als Teil der Gesamtfeuerwehr im Brandschutznetzwerk der acht Feuerwehren der Gemeinde Hosenfeld besonders die Förderung der Brauchtumspflege und des Heimatgedankens auf die Fahnen. Sie stellt mit ihren ehrenamtlichen Mitgliedern in der Einsatzabteilung und finanzieller Ausstattung der Gemeinde Hosenfeld den Brandschutz in Brandlos sicher. Neben der Einsatzabteilung gibt es die Alters- und Ehrenabteilung, die gemeinsam mit den passiven Mitgliedern und der Jugendfeuerwehr ebenfalls die Arbeit des Feuerwehrvereins trägt. Wehrführer ist derzeit Thomas Faust.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinschaftliche Einrichtungen:

Die notwendige dörfliche Infrastruktur stellen das Bürgerhaus mit Glockentürmchen mit dem St. Andreas Angelusglöckchen und angegliedertem Feuerwehrhaus, eine Gemeinschaftsgefrieranlage sowie eine Gemeindeviehwaage und ein Friedhof sicher.

Der Raum der ehemaligen Gemeindeviehwaage im Bürgerhaus wurde wegen fehlender Nutzung durch die Landwirtschaft im Jahr 2011 durch die Gemeinde dem Feuerwehrhaus als Schulungsraum zugeordnet und in Eigenleistung der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Brandlos umgebaut.

Dem Bürgerhaus ist ein Kinderspielplatz für die kleinsten Einwohner angegliedert.

Gegenüber dem Bürgerhaus steht ein Dorfbackhaus aus dem vorigen Jahrhundert welches noch vereinzelt genutzt wird.

Friedhof und Mariengrotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mariengrotte und der Glockenturm am Friedhof (links)

Ein gemeindlicher Friedhof und eine Mariengrotte befinden sich am südwestlichen Ortsrand.

Glockenturm am Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen dem Friedhof und der Lourdesgrotte wurde im Jahr 2011 ein Glockenturm errichtet. Der Glockenträger und die Glocke stammen von der in 2009 stillgelegten Katholischen Kirche in Borken-Nassenerfurth (Hessen). Nach Umgestaltung des Glockenträgers und Neuerrichtung unter der Federführung des derzeitigen Ortsvorstehers Andreas Faust erfolgte die Inbetriebnahme nach der kirchlichen Segnung durch den Hauswurzer Pfarrer Andreas Weitzel am 19. Juni 2011. Der Glockenturm hat eine Gesamthöhe von 5,36 m. Die Stahlglocke mit dem Schlagton „h“ hat ein Gewicht von 75 kg und stammt ursprünglich aus Aachen. Die Glocke ist dem Hl. Josef, dem Schutzpatron der Sterbenden geweiht. Die Segnung des neu gestalteten Turmes und der Glocke erfolgte am 19. Juni 2011 durch Pfarrer Andreas Weitzel, Pfarrei St. Bartholomäus Hauswurz.

Kriegerehrenmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Friedhofskreuz ist auch Kriegerehrenmal

Das Hochkreuz am Friedhof ist gleichzeitig auch Ehrenmal für gefallene und vermisste Soldaten der beiden Weltkriege 1914–1918 und 1939–1945.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße:

Bis zum Jahr 1991 führte die Landesstraße L 3141 direkt durch die Ortslage. Durch den Neubau einer Ortsumgehung wurde Brandlos vom Durchgangsverkehr stark entlastet. Brandlos ist über die Kreisstraße K 91 an das überörtliche Straßennetz angebunden.

ÖPNV:

Eine ÖPNV-Buslinie nach Fulda stellt den öffentlichen Personennahverkehr zur 17 km entfernten Kreisstadt Fulda sicher.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik der Gemeinde Hosenfeld, abgerufen im Dezember 2016.
  2. Thomas Heiler: Das Türkensteuerregister der Fürstabtei Fulda von 1605, (Veröffentlichung des Fuldaer Geschichtsvereins in den Fuldaer Geschichtsblättern; Nr. 64), Fulda, Parzeller-Verlag, 2004, ISBN 3-7900-0362-X, Ortsregister auf den Seiten 37–47, von dort Hinweis auf die Seite mit der Anzahl der Steuerpflichtigen
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 394.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]