Brandschutzerziehung

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Spielerisch sollen vor allem Kinder mit den Gefahren des Feuers vertraut gemacht werden
Brandschutzmobil des Kreisfeuerwehrverbandes Ostprignitz-Ruppin

Brandschutzerziehung ist ein meist ehrenamtlich erteilter Unterricht, in dem Erwachsene und Kinder lernen, wie sie potentielle Brandursachen erkennen und beseitigen können. In theoretischen und praktischen Einheiten wird den Teilnehmern aufgezeigt, wie schnell (durch Unachtsamkeit) ein Feuer ausbrechen kann, wie man dieses verhindert und – wenn doch einmal etwas passiert – wie man sich richtig verhält und einen korrekten Notruf absetzt. Die Brandschutzerziehung bei Kindern findet oft im Schulunterricht oder im Kindergarten statt. Damit die Schüler an Schulen das Warnzeichen der Sirene im Ernstfall erkennen und sich richtig verhalten, wird zu Beginn eines jeden Schuljahres der Feueralarm (als falscher Alarm) ausgelöst und die Schule geräumt. Die Schüler sammeln sich an der ausgewiesenen Sammelstelle.

Auch Besichtigungen von Feuerwehrhäuser durch Schulklassen oder Vereine sowie durch öffentliche Veranstaltungen, an denen die Feuerwehr oder Jugendfeuerwehr mitwirkt, tragen erheblich zum vorbeugenden Brandschutz bei.

Die mit dem Beruf des Feuerwehrmannes verbundene Faszination bzw. seine Attraktivität spielt für die Sensibilisierung insbesondere bei jungen Menschen eine wichtige Rolle. Durch das Vorstellen der Ausrüstung einer Feuerwehr, ganz besonders der persönlichen Schutzausrüstung der Einsatzkräfte soll andererseits gerade den Kindern die Angst bei einem Notfall genommen werden. Viele Kinder verstecken sich aus Angst vor Rauch und Flammen, aber auch vor den mit Atemschutzmaske ausgestatteten Feuerwehrleuten in Schränken und Nischen, wo sie in einem Brandfall nur schwer zu finden sind.

Weiterhin schulen die Brandschutzerzieher Mitarbeiter von Firmen beispielsweise im Umgang mit Feuerlöschern und anderer am Ort vorhandener Geräte und machen diese auf Gefahren am Arbeitsplatz aufmerksam.

Die Brandschutzerziehung hat im Laufe der letzten 15 Jahre einen enorm großen Stellenwert in den Feuerwehren eingenommen, da erkannt wurde, dass die Anzahl der durch Kinder entfachten Brände durch die Ausweitung der Brandschutzerziehung stark zurückgegangen ist. In den meisten Freiwilligen Feuerwehren gibt es bereits speziell für diese Aufgabe ausgebildete Feuerwehrleute, die neben ihrem normalen Dienst in der Feuerwehr die Funktion des Brandschutzerziehers übernehmen.

In einigen Gemeinden hat man sich auch von anderer Stelle Hilfe geholt: Hier übernimmt (ähnlich wie bei der Polizei) der Kasper die Rolle des Brandschutzerziehers.

Bundesweit beschäftigt sich der Gemeinsame Ausschuss für Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) mit dem Thema. So gibt es in NRW, Deutschland auch einen aktiven Arbeitskreis, der in die Landesjugendfeuerwehr eingegliedert ist und sich mit der Brandschutzerziehung mit Hilfe von Puppenbühnen befasst.

Floriansdorf[Bearbeiten]

Um die Gefahren eines Feuers besser einzuschätzen und die Angst zu überwinden wurde 1998 in Iserlohn Deutschlands erstes Kinderbrandschutzzentrum „Floriansdorf“ auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr Iserlohn gegründet. Hier wird in 16 Häusern auf etwa 5.000 m² den Kindern spielerisch beigebracht, wie sie sich im Falle eines Brandes zu verhalten haben oder wie sie bei sich bei Verletzungen und Unfällen verhalten sollen.

Im Jahre 2005 eröffnete das Floriansdorf Aachen. Am 3. Oktober 2014 wurde das Floriansdorf KiEZ Frauensee eröffnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter Julga, Gryta Julga: Brandschutzerziehung bei Kindern und Jugendlichen – Beitrag für die Elementarstufe. Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) 1994
  • Günter Julga, Gryta Julga: Brandschutzerziehung bei Kindern und Jugendlichen – Beitrag für die Primarstufe. Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) 1994
  • Günter Julga, Gryta Julga: Brandschutzerziehung bei Kindern und Jugendlichen – Beitrag für die Sekundarstufe I und Berufsschulen. Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) 1994