Brassia

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Brassia
Brassia verrucosa

Brassia verrucosa

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Epidendroideae
Tribus: Maxillarieae
Untertribus: Oncidiinae
Gattung: Brassia
Wissenschaftlicher Name
Brassia
R.Br.

Die Gattung Brassia aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae) umfasst 68 Pflanzenarten, die alle im tropischen Amerika beheimatet sind. Die kleinen, ausdauernden Pflanzen wachsen epiphytisch. Einige Arten werden aufgrund ihrer großen Blüten gelegentlich kultiviert.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brassia gireoudiana
Brassia incantans

Alle Arten dieser Gattung bilden an einem kriechenden Rhizom Pseudobulben. Diese stehen horstartig dicht beieinander oder sind durch längere Rhizomabschnitte voneinander getrennt. Sie sind oval und seitlich zusammengedrückt mit einem Grat auf jeder Seite; sie bestehen aus einem einzigen Internodium. Die Pseudobulben sind von Niederblättern umgeben, deren oberste laubblattartig ausgebildet sind. An der Spitze der Pseudobulben sitzen je ein bis drei Laubblätter. Die Blätter sind glatt und in der Knospe längs der Mitte gefaltet. Die Blattform ist lanzettlich, am Grund schmal zulaufend, die Spitze ist stumpf.

Der traubige, sehr selten etwas verzweigte Blütenstand erscheint seitlich aus der Basis der Pseudobulben. Die resupinierten Blüten sitzen zweizeilig an der Blütenstandsachse. Die Hochblätter sind klein. Die drei Sepalen sind schmal linealisch, oft sehr lang, und nicht miteinander verwachsen. Die beiden äußeren Petalen sind ebenso geformt, aber kleiner, manchmal nach vorne weisend. Die Blütenblätter haben eine gelbliche oder grünliche Grundfarbe mit braunen Flecken. Die Lippe ist oval, ungelappt, am Ende spitz zulaufend. Auf der Lippe sitzt ein zweireihiger Kallus, der an der Basis zwei kleine Zähnchen oder Höcker ausbildet. Die Säule ist kurz, gerade und nicht geflügelt. Die beiden harten Pollinien sind über ein kurzes, breites Stielchen mit einem kleinen Haftorgan (Viscidium) verbunden.

Von einigen Brassia-Arten ist bekannt, dass sie von Wegwespen (Pompilidae) bestäubt werden. Wespen aus den Gattungen Pepsis und Campsomeris, deren Beute Spinnen sind, werden durch das Aussehen der Blüten getäuscht und greifen sie an. Beim Versuch, die Blüte zu greifen und abzutransportieren, werden der Wespe Pollinien angeheftet, bzw. schon am Körper des Insekts vorhandene Pollinien werden auf der Narbe platziert.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung Brassia kommen nordwärts bis Mexiko und Florida vor, sie besiedeln ganz Mittelamerika, die Karibik und die Nordhälfte Südamerikas. Sie wachsen dort als Epiphyten in feuchten Wäldern von Meereshöhe bis in Höhenlagen von 1500 Meter.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brassia allenii
Brassia arachnoidea
Brassia arcuigera
Brassia chlorops
Brassia jipijapensis
Brassia lanceana
Brassia signata

Innerhalb der Unterfamilie Epidendroideae wird die Gattung Brassia in die Tribus Maxillarieae und dort in die Subtribus Oncidiinae eingeordnet.[2] Eine Gruppe von Arten um Brassia glumacea wurde von Williams 1972 in die Gattung Ada eingeordnet.[3] Weitere nahe verwandte Gattungen sind Aspasia, Cischweinfia, Miltonia und Systeloglossum.[1]

Es werden folgende 68 Arten in dieser Gattung anerkannt:[4]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelegentlich sind diese Arten in Kultur zu finden; die Blüten ausgewählter Exemplare erreichen einen Durchmesser von 50 Zentimeter. Sie benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • C.H. Dodson, C.A. Luer (2005): Orchidaceae part 2 (Aa–Cyrtidiorchis). In: G. Harling, L. Andersson (Hrsg.): Flora of Ecuador. Bd. 76, S. 130ff. Botanical Institute, Göteborg University, ISBN 91-88896-51-X

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Franco Pupulin, Diego Bogarín (2005): The genus Brassia in Costa Rica : A survey of four species and a new species. Lindleyana, März 2005, S. 202–207, online verfügbar (PDF).
  2. Robert L. Dressler (1993): Phylogeny and Classification of the Orchid Family. S. 179. Cambridge University Press, ISBN 0-521-45058-6
  3. N.H. Williams (1972): A reconsideration of Ada and the glumaceous brassias. Brittonia 24: 93–110.
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo Rafaël Govaerts (Hrsg.): Brassia. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 8. Juli 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Brassia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien