Bratislavský kraj

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Bratislavský kraj
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Bratislavský kraj Trnavský kraj Trenčiansky kraj Nitriansky kraj Žilinský kraj Banskobystrický kraj Prešovský kraj Košický krajDer kraj Bratislava   in der Slowakei
Über dieses Bild
Übergeordneter Staat Slowakei
Art der Verwaltungseinheit Kraj
Administrative Unterteilung 8 Okresy
Fläche 2.053 km²
Einwohner 625.167 (31. Dezember 2014)
Bevölkerungsdichte 304,51 Einwohner/km²
Sprache(n) slowakisch, ungarisch
Religion(en) römisch-katholisch
Nationalität(en) Slowaken, Ungarn
Verwaltungssitz/Hauptstadt Bratislava
Kennziffer/Zeichen 01
Telefonvorwahl +421
Zeitzone UTC +1
Code nach ISO 3166-2 SK-BL

Der Bratislavský kraj (deutsch Pressburger/Bratislavaer Landschaftsverband) ist eine geografische Gliederung im Südwesten der Slowakei, bestehend aus der Hauptstadt Bratislava und nördlich und östlich angrenzenden Gemeinden. Durch die Verwaltungsebene des Staates ist er in Gebietseinheiten (územné celky) unterteilt, welche durch eine/mehrere Bezirksbehörde(n) verwaltet werden (nicht zu verwechseln mit dem Amt des Selbstverwaltungsbezirks). Der Pressburger Bezirk ist mit der durch Volksvertretung verwalteten Einheit des Selbstverwaltungsbezirkes Bratislava räumlich identisch.

Bezirke[Bearbeiten]

Verwaltungsgliederung

Bratislavský kraj besteht aus folgenden 8 Untereinheiten, die in der Slowakei Okres genannt werden:

Bratislava:

Umkreis:

Geographie[Bearbeiten]

Berg Vysoká in den Kleinen Karpaten, von der Burg Blasenstein gesehen. Gemeinde Plavecké Podhradie, Okres Malacky
Svätý Jur und Umgebung, Okres Pezinok
Mündung der March in die Donau bei Devín, einem Stadtteil von Bratislava

Der Bezirk hat eine Fläche von 2053 km² und 625.167 Einwohner (Stand 31. Dezember 2014). Er grenzt im Westen an die March und damit an Niederösterreich, im Südwesten an das Burgenland, im Süden an Ungarn (Komitat Győr-Moson-Sopron), im Norden und Osten an den Trnavský kraj. Im Südwesten, in den Bezirken Bratislavas, durchfließt die Donau das Gebiet. Von Bratislava nach Norden bzw. Nordosten erheben sich die Kleinen Karpaten, ein Ausläufer und zugleich Beginn des Karpatengebirges. Daneben erstrecken sich zwei Niederungen: die Záhorie-Niederung im Westen, ein Teil des Wiener Beckens und die fruchtbare Donauniederung östlich des Gebirges, darunter ein Teil der von Donau und Kleiner Donau gebildeten Großen Schüttinsel, alles ein Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene. Der höchste Punkt ist der Berg Vysoká in den Kleinen Karpaten (754 m n.m.); die niedrigste Stelle ist an der Kleinen Donau bei Hurbanova Ves (123 m n.m.).[1]

Bedeutende Schutzgebiete, die völlig oder zum Teil auf dem Gebiet des Bezirks liegen, sind die Landschaftsschutzgebiete (slow. Chránená krajinná oblasť, CHKO) Malé Karpaty (Kleine Karpaten), Záhorie (Marchauen) und Dunajské luhy (Donauauen).

Der Bezirk ist Teil der viersprachigen Europaregion Centrope. Die Grenzkontrollen zu Österreich und Ungarn sind im Dezember 2007 weggefallen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste nachgewiesene dauerhafte Besiedlung der Gegend erfolgte in der Jungsteinzeit um 5700 v. Chr. durch Angehörige der Kultur der Linearbandkeramiker. Die Kelten bauten im 5. Jahrhundert v. Chr. ein Oppidum im heutigen Bratislava. Vom ersten bis vierten Jahrhundert n. Chr. existierte auch der von Römischen Reich gepflegte Militärlager Gerulata im heutigen Rusovce. Gegen Ende der Völkerwanderung um 500 erreichten die Slawen das Gebiet und gründeten drei Staatsgebilde: Reich des Samo (7. Jahrhundert), Neutraer Fürstentum (Ende des 8. Jahrhunderts bis 833) und Großmähren (833 bis 906). Seit dem 10. Jahrhundert bis 1918 war es mehr oder weniger Teil des Königreichs Ungarn. Administrativ gehörte das fast ganze Gebiet dem Komitat Pressburg; nur die drei Dörfer im Süden Bratislavas (Jarovce, Rusovce, Čunovo) waren Teil des Komitats Moson.

Nach dem Zerfall von Österreich-Ungarn im Jahr 1918 wurde das Gebiet wie folgt administrativ eingegliedert:[2][3]

  • 1918–1928: Bratislavská župa (Bratislavaer Gespanschaft), Tschechoslowakei
  • 1928–1939: Slovenská krajina/zem (Slowakisches Land), Tschechoslowakei
  • 1940–1945: Bratislavská župa (Bratislavaer Gespanschaft), Erste Slowakische Republik[4]
  • 1945–1948: Slovenská krajina (Slowakisches Land), Tschechoslowakei
  • 1949–1960: Bratislavský kraj (Bratislavaer Bezirk – mit dem heutigen nicht zu verwechseln), Tschechoslowakei
  • 1960–1990: Západoslovenský kraj (Westslowakischer Bezirk) + seit 1969/1971 Bratislava, Hauptstadt der Slowakischen Sozialistischen Republik, Tschechoslowakei
  • seit 1996: heutiger Bratislavský kraj

Bevölkerung[Bearbeiten]

Der Pressburger Bezirk ist der flächenmäßig kleinste aller slowakischen Bezirke, jedoch nicht der bevölkerungsärmste. Die Stadt Bratislava ist der Siedlungsschwerpunkt der Region; die nächstgrößere Stadt ist Pezinok. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 305/km², und der Anteil der städtischen Bevölkerung beträgt rund 82 % (Stand 2008). Insgesamt besteht der Bratislavský kraj aus 73 Gemeinden, davon sieben Städten und dem Militärgebiet Záhorie.[5]

Nach der Volkszählung 2011 wohnten im Bratislavský kraj genau 602.436 Einwohner. Der größte Teil entfiel auf die Slowaken (543.573 Einw., 90,2 %), gefolgt von den Magyaren (23.888 Einw., 4 %), Tschechen (6.820 Einw., 1,1 %) und Deutschen (1.165 Einw., 0,2 %). Andere Ethnien machen zusammen 1,5 % (8.976 Einw.) der Bevölkerung aus, während 18.014 Einwohner (3 %) keine Angabe zur Ethnie machten.

Konfessionell ist die römisch-katholische Kirche mit 339.274 Einwohnern (56,3 %) die am meisten verbreitete Konfession, gefolgt von der Evangelischen Kirche A. B. (30.622 Einw., 5,1 %) und der griechisch-katholischen Kirche (4.734 Einw., 0,8 %). Des Weiteren bekannte sich die Bevölkerung zur reformierten (kalvinistischen) Kirche (2.628 Einw., 0,4 %), zur orthodoxen Kirche (2.385 Einw., 0,4 %), zu den Zeugen Jehovas (1.766 Einw., 0,3 %) zur evangelisch-methodistischen Kirche (1.457 Einw., 0,2 %) und zur Pfingstbewegung (1.183 Einw., 0,2 %); insgesamt 11.054 Einwohner (1,8 %) bekannten sich zu einer anderen Konfession. 161.214 Einwohner (26,8 %) waren konfessionslos und bei 46.146 Einwohnern (7,7 %) wurde keine Konfession ermittelt.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Vergleich der Kaufkraftstandards mit anderen EU-Regionen erreichte das Gebiet 2006 einen Index von 148,7 (EU-27 = 100)[7] und ist damit nicht nur der mit Abstand wohlhabendste Teil der Slowakei, sondern auch nach Prag die zweitreichste Region unter allen Ländern, die seit 2004 der EU beigetreten sind; der Kraj ist bezüglich dieser Kennzahl sogar wohlhabender als zum Beispiel Berlin. Die Arbeitslosenrate lag 2005 bei 5,3 %.[8]

Kultur[Bearbeiten]

Siehe: Denkmalgeschützte Objekte im Bratislavský kraj

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dokumente und Bilder zum Kraj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Kopa, Ľudovít et al.: The Encyclopaedia of Slovakia and the Slovaks. Enzyklopädisches Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften (Memento vom 26. Juni 2008 im Internet Archive), Bratislava 2006, ISBN 80-224-0925-1.
  2.  Kováč, Dušan et al.: Kronika Slovenska 2. Fortuna Print, Bratislava 1999, ISBN 80-88980-08-9.
  3. Die drei Gemeinden im Komitat Moson blieben nach der Entstehung der Tschechoslowakei weiterhin Teil Ungarns und wurden erst 1947 als Bratislavaer Brückenkopf eingegliedert. Devín und Petržalka waren 1938–1945 Teil des Dritten Reiches.
  4. Gegend von Senec war 1938–1945 durch den Ersten Wiener Schiedsspruch Teil Ungarns.
  5. Statistisches Amt der Slowakischen Republik
  6. Ergebnisse der Volkszählung 2011 (slowakisch)
  7. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)
  8. Regional unemployment in the European Union, Bulgaria and Romania in 2005 (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)