Bredelem

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Bredelem
Wappen von Bredelem
Koordinaten: 51° 58′ 23″ N, 10° 21′ 16″ O
Höhe: 179 m ü. NN
Einwohner: 481 (30. Jun. 2018)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 38685
Vorwahl: 05326
Bredelem (Niedersachsen)
Bredelem

Lage von Bredelem in Niedersachsen

Ev.-luth. St.-Matthäus-Kirche in Bredelem
Ev.-luth. St.-Matthäus-Kirche in Bredelem

Das Dorf Bredelem liegt am Rand des Harzes im Landkreis Goslar und gehört zur Stadt Langelsheim. Die Bedeutung des Namens ist nicht eindeutig geklärt: Nach Casemir und Ohainski[2] ist darunter eine „breite Siedlung“ oder eine „Siedlung an einer breiten (Acker-)Fläche“ zu verstehen (bred = breit oder Breite; -heim oder -hēm = Siedlung).

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Bredelem gehört der Ortsteil Palandsmühle. Zur Feldmark gehören zudem Teile der Wüstungen „Dolgen“ und „Mittelharingen“ sowie eines im 19. Jahrhundert aufgelösten Vorwerks der Domäne Liebenburg – dem Haarhof. Im Sölterswinkel existierte ab ca. 1920 ein landwirtschaftlicher Aussiedlerhof mit Restauration, der in der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts wieder aufgegeben wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bredelem wurde erstmals 1147 als Bredenheim oder auch Brethenehim[2] urkundlich erwähnt. Als erster Bewohner wird – ebenfalls 1147 – Guntherus de Bredenheim namentlich genannt[2].

Links des Laufes der Innerste gelegen, waren wahrscheinlich die fruchtbaren Böden am Ufer des Flusses die Grundlage der Siedlung. Besiedelt war das Gebiet des heutigen Dorfes schon wesentlich früher.

Die Endung „heim“ deutet nach Thielemann auf eine vorfränkische Siedlung in der Entstehungszeit zwischen 531 n. Chr. und 800 n. Chr. hin[3].

1830 vernichtete ein Feuer das Dorf fast vollständig. Beim Wiederaufbau wurde es großzügiger angelegt, um mit breiteren Wegen und Straßen künftig ähnlichen Katastrophen entgegenzuwirken.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde auf der Haar ein Feldflugplatz betrieben[4]. Selbiger war dem Fliegerhorst Goslar angegliedert. Der Fliegerhorst betrieb später einen Standortübungsplatz in unmittelbarer Nähe. Der Standortübungsplatz ist heute Naturschutzgebiet.

Bredelem wurde anlässlich der niedersächsischen Gebietsreform am 1. Juli 1972 in die Stadt Langelsheim eingemeindet.[5]

Persönlichkeiten

  • Friedrich Behme (* 29. Dezember 1870 in Bredelem; † 1958 Goslar), Jurist, Geologe, Heimatforscher, Fotograf, Autor verschiedener Reise- und Geologieführer, z. B. „Naturwissenschaftlicher Führer durch die Umgebung der Stadt Goslar am Harz“ von 1894.
  • Brigitte Scherb (* 14. Juli 1954 in Dennhausen) ist eine deutsche Juristin und war von 2007 bis 2019 Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsratswahl[6]
Wahlbeteiligung: 58,48 %
(2011: 66,27 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
62,15 %
37,84 %
Gewinne/Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+6,35 %p
−6,36 %p

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat setzt sich seit der Kommunalwahl am 11. September 2016 folgendermaßen zusammen (Veränderungen zu 2011):

  • SPD: 3 Sitze (±0)
  • CDU: 2 Sitze (±0)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Wilhelm Wedde (CDU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Günther Griep: Der Landkreis Goslar. Elm-Verlag, Cremlingen 1988, ISBN 3-927060-00-3.
  • Otto Thielemann: Urgeschichte am Nordharz. Beiträge zur Geschichte der Stadt Goslar, Geschichts- u. Heimatschutzverein Goslar e.V. (Hrsg.), Goslar 1977.
  • Klaus Krause, Ursula Müller: Goslar im Kreise seiner Nachbarn. Goslarsche Zeitung (Hrsg.), Goslar 1995, ISBN 3-9804749-0-9.
  • 150 Jahre St. Matthäuskirche. Festschrift. Eigenverlag, Bredelem 1998.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bredelem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahl der Gemeinden und Ortsteile des Landkreises Goslar, abgerufen am 17. März 2019.
  2. a b c Kirstin Casemir, Uwe Ohainski: Die Ortsnamen des Landkreises Goslar. In: Kirstin Casemir, Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamenbuch. Band 62. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2018, ISBN 978-3-7395-1162-7, S. 284.
  3. Otto Thielemann: Namen und Alter unserer Orte im Landkreis Goslar. H. E. Kasper & Co., Köln 1968, S. 11.
  4. Feldflugplatz Bredelem. Abgerufen am 22. November 2020.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 268.
  6. Webseite der Kommunalen Datenverarbeitung Oldenburg, abgerufen am 1. Oktober 2016