Bredo

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Die Bredo (Bredo Dockgesellschaft mbH, Eigenschreibweise BREDO) wurde 1986 von der Muttergesellschaft Seebeckwerft AG gegründet und betreibt das Dock- und Reparaturgeschäft im Bremerhavener Fischereihafen.

Kreuzfahrtschiff Deutschland, Vermessungsschiff Norderney und Fischereiforschungsschiff Walther Herwig III zur Überholung bei der BREDO Dockgesellschaft

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung (1986)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BreDo wurde 1986 als eigenständige Dockbetriebsgesellschaft der Muttergesellschaft Seebeckwerft AG und weiteren vier Bremerhavener Unternehmern als Gesellschafter gegründet und betreibt das Dock- und Reparaturgeschäft am Ende des Fischereihafens.

Eingangsbereich der SSW-Werft in Bremerhaven

Insolvenz der Schichau Seebeckwerft (SSW) (1996)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Insolvenz der Schichau Seebeckwerft AG 1996 nahm die BreDo das operative Geschäft am bisherigen Standort im Fischereihafen auf. Neben Dockungen mit typischen Arbeiten am Unterwasserschiff wurden Schiffsreparaturen, Umbauten und Schiffsverlängerungen durchgeführt. Außerdem erfolgten Reparatur- und Umbauarbeiten an den Hauptmaschinen, Hilfsmaschinen, Propellern, Wellensystemen und Ruderanlagen.

Insgesamt arbeiteten auf der Werft etwa 300 Beschäftigte, neben rund 100 fest angestellten Mitarbeitern kommen rund 200 Beschäftigte von Fremdfirmen. Ab Oktober 2006 war die Bredo Ausbildungsbetrieb für Konstruktionsmechaniker und Industriemechaniker.

Bredo Dry Docks an drei Standorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bredo vereinbarte zum 1. Februar 2017 eine enge Zusammenarbeit mit der Mützelfeldtwerft im Cuxhavener Amerikahafen und dem in Bremerhaven ansässigen Unternehmen German Dry Docks AG. Sie wurde weiterentwickelt, und zum 1. Januar 2018 wurde die Mützelfeldtwerft mit Bredo innerhalb der Werften-Allianz German Dry Docks Group zusammengeführt. Auch das operative Dockgeschäft der German Dry Docks übernahm Bredo. Zum 1. Juni 2018 wechselte ein Großteil der Beschäftigten von der German Dry Docks AG zu Bredo, die nun unter dem Namen BREDO Dry Docks auftritt. Die bisherige German Dry Docks konzentriert sich seitdem als Projektgesellschaft auf Spezial- und Großprojekte. Zum Firmenverbund gehören außerdem das eigenständige Unternehmen MWB Marine Services, das zusammen mit der Zeppelin Power Systems GmbH & Co KG (ZPS) als Spezialist für Antriebe auftritt.[1]

Bredo Dry Docks verfügt in Cuxhaven (Amerikahafen) und Bremerhaven (Kaiserhafen und Fischereihafen) über bis zu zehn Schwimm- und Trockendocks. Die drei Werften haben seit 2016 mit den Familien Rönner und Petram die gleichen Gesellschafter, die seit Jahren vor allem die Werftenszene in Bremerhaven maßgeblich prägen.[2] Anfang 2019 waren etwa 250 Mitarbeiter bei Bredo Dry Docks beschäftigt.[3] Im Juli 2019 verkaufte Petram seine schiffbaulichen Aktivitäten in Bremerhaven (Bredo und German Dry Docks) komplett an die Rönner-Gruppe[4].

Technische Ausstattung der bisherigen Schwimmdocks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Kern des Reparaturbetriebs stellten vier mit Kranen ausgestattete Schwimmdocks im Fischereihafen dar. Darüber hinaus stehen eine eigene Reparaturpier, ein Schwimmkran sowie Fertigungs- und Montagehallen zur Verfügung.

Die technischen Daten der bisherigen Schwimmdocks:

Name Tragfähigkeit Länge Breite Kranausstattung, Bemerkungen
Dock I 3.800 t 116,0 m 16,4 m 7,5 t/12 m, 5 t/20 m
Dock II 4.500 t 100,0 m 21,2 m 4,5 t/15,0 m, 2,5 t/23,0 m
Dock III 7.500 t 158,0 m 23,9 m 7,5 t/12 m, 5 t/20 m
Dock IV 12.000 t 170,0 m 30,58 m 10 t/10 m, 5 t/30 m, Rampe 60 t

Außerdem wurde das Trockendock Kaiserdock I der Lloyd Werft zum 1. Januar dauerhaft gemietet. Auch das Kaiserdock II mit 335 Metern Länge kann im Bedarfsfall von der Lloyd-Werft bei Bedarf gemietet werden. Damit wurde für Bredo auch der Markt für tiefgehende Schiffe geöffnet.

Dock 1 (Trockendock, Kaiserdock I, Lloyd-Werft Bremerhaven)

  • Länge über alles: 222 m
  • Breite über alles: 32 m
  • Nutzbare Innenbreite: 26 m
  • Kran-Kapazität: 1 × 35 t

Dock 2 (Trockendock, Kaiserdock II, Lloyd-Werft Bremerhaven)

  • Länge über alles: 335 m
  • Breite über alles: 40 m
  • Nutzbare Innenbreite: 35 m
  • Kran-Kapazität: 1 × 35 t und 1 × 50 t

Umbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Crown Monarch ist ein 1990 gebautes Kreuzfahrtschiff. Nach einer Charter unter dem Namen Jules Verne traf sie im Dezember 2007 bei der Bredo ein und wurde hier zur Alexander von Humboldt umgebaut.

Für die Bauvorbereitungen und den Bau von Offshore-Windparks in der Nordsee wurde das Schiff Victor Hensen 2001 von der Windkraftfirma Energiekontor AG in Bremen gekauft, die es für Untersuchungen in der Nordsee in der Bredo-Werft umbauen ließ. Danach wurde es nach dem dänischen Meteorologen Poul La Cour in La Cour umbenannt und kam unter die Flagge Luxemburgs. Die Bereederung übernahm das Bremer Unternehmen RS Research Shipping GmbH.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mehrere Autoren: 125 Jahre Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V. Eigenverlag VSM, 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: BREDO Dockgesellschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neue Werftmarke BREDO Dry Docks. In: Schiff & Hafen, Heft 7/2018, S. 9
  2. Neue Werften-Allianz gegründet, auf weser-kurier.de, abgerufen am 16. September 2018
  3. Neubau nicht ausgeschlossen. Interview mit Geschäftsführer Dirk Harms in Schiff & Hafen, Heft 4/2019, S. 40/41
  4. „Petram verkauft Werftgeschäft an Rönner-Gruppe“, Die Welt vom 24. Juli 2019, abgerufen am 30. Juli 2019


Koordinaten: 53° 30′ 5,7″ N, 8° 35′ 0″ O