Bregenz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bregenz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Bregenz
Wappen von Bregenz
Bregenz (Österreich)
Bregenz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 29,78 km²
Koordinaten: 47° 30′ N, 9° 45′ O47.5059.7491666666667427Koordinaten: 47° 30′ 18″ N, 9° 44′ 57″ O
Höhe: 427 m ü. A.
Einwohner: 28.464 (31. Dez. 2013)
Postleitzahl: 6900
Vorwahl: 05574
Gemeindekennziffer: 8 02 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 4
6900 Bregenz
Website: www.bregenz.at
Politik
Bürgermeister: Markus Linhart (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2010)
(36 Mitglieder)
18 ÖVP, 10 SPÖ,
4 Grüne, 3 FPÖ,
1 Bregenz denkt
Lage der Stadt Bregenz im Bezirk Bregenz
Alberschwende Andelsbuch Au Bezau Bildstein Bizau Bregenz Buch Damüls Doren Egg Eichenberg Fußach Gaißau Hard Hittisau Höchst Hörbranz Hohenweiler Kennelbach Krumbach Langen bei Bregenz Langenegg Lauterach Lingenau Lochau Mellau Mittelberg Möggers Reuthe Riefensberg Schnepfau Schoppernau Schröcken Schwarzach Schwarzenberg Sibratsgfäll Sulzberg Warth Wolfurt VorarlbergLage der Gemeinde Bregenz im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick vom Haggen auf die Stadt Bregenz
Blick vom Haggen auf die Stadt Bregenz
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Bregenz (standarddeutsche Aussprache: ['bre:gənts], Vorarlbergerisch: ['breagats]) ist die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg und Bezirkshauptstadt des Bezirks Bregenz. Die Stadt hat den bedeutendsten österreichischen Bodenseehafen, ist Eisenbahnknotenpunkt sowie Sport- und Kulturzentrum. Gemessen an ihrer Einwohnerzahl ist Bregenz die drittgrößte Stadt Vorarlbergs.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bregenz liegt am Ostufer des Bodensees. Über einen schmalen Uferstreifen, der sich entlang des östlichsten Bereichs des Bodensees nach Norden erstreckt, grenzt Bregenz an Lindau und damit an Deutschland. Diese Grenze erstreckt sich über wenige hundert Meter im Mündungsbereich der Leiblach (Flussmitte).

Bregenz liegt an der Bregenzer Ach, die im Süden und Südwesten die Grenze zu den Nachbargemeinden Lauterach und Hard bildet und zwischen Bregenz und Hard in den Bodensee mündet. Auf den Bregenzer Hausberg Pfänder (1064 m ü. A.), dessen Südflanke der Gebhardsberg bildet, führt seit 1927 die Pfänderbahn.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Bregenz besteht aus zwei Ortsteilen und drei Katastralgemeinden. Der Ortsteil Bregenz ist eingeteilt in die zwei Katastralgemeinden Bregenz und Rieden (eingemeindet 1919). Rieden hat wiederum die Orte Schendlingen, Vorkloster, Feldmoos und Dorf Rieden (hier steht auch das Kloster Riedenburg). Bis 1912 war auch Kennelbach ein Teil von Rieden. Außerdem besteht der getrennte Ortsteil Fluh (eingemeindet 1938/1945) an den Abhängen von Pfänder und Gebhardsberg, der eine dritte Katastralgemeinde bildet.

Seeanlagen[Bearbeiten]

Den Anfang der Seeanlagen machte 1842 ein Seeuferweg. Mit dem Schiffshafen schritt der Ausbau weiter voran. 1842 wurde damit begonnen und 1890 der Molo fertiggestellt. Das Bahngelände wurde aufgeschüttet und die 1900 gebaute Uferpromenade durch Führung einer Pipeline Richtung Lochau verlängert. Urbanistisch wurde damals die Stadt allerdings durch diese Eisenbahnlinie vom Seeufer abgeschnitten. Dies wäre noch durch die in den 1960er Jahren geplante parallele Autobahnführung verstärkt worden. Eine Volksbefragung ergab 1960 zwar eine 90-prozentige Ablehnung der Seeufertrasse, dennoch wurde diese seitens der Bundesregierungen weiter verfolgt. Dagegen erhob sich im Jänner 1969 massiver Unmut der Bregenzer Bevölkerung, der letztlich zur Führung der Autobahn im Pfändertunnel führte.

2010 wurden die Seeanlagen umgebaut. Ein neues Hafengebäude und neue Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein.

Agglomeration[Bearbeiten]

In der Agglomeration Bregenz wohnen etwa 60.000 Bewohner. Zu diesem zusammenhängenden Siedlungsgebiet gehören neben Bregenz (etwa 27.000) auch Hard (12.000), Lauterach (9000), Wolfurt (8000), Kennelbach (2000) und Lochau-Süd (2000).

Darüber hinaus bildet Bregenz gemeinsam mit dem angrenzenden Lindau und umliegenden Gemeinden ein einheitliches Siedlungsgebiet von 110.000 bis 120.000 Einwohnern.

Klima[Bearbeiten]

Monatsmittelwerte für Bregenz am Bodensee
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 0,2 1,6 5,1 8,9 13,4 16,6 18,8 18,2 15,2 10,3 5,0 1,2 Ø 9,6
Niederschlag (mm) 99 91 96 143 166 201 192 200 130 97 113 99 Σ 1.627
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Es regnet also im Schnitt fast doppelt soviel wie z. B. in Überlingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte und römische Zeit[Bearbeiten]

Hauptartikel: Brigantium

Die ersten Siedlungen im Gebiet des heutigen Bregenz entstanden ca. 1500 v. Chr. Dies ist belegt durch Siedlungsfunde aus der Frühbronzezeit am Fuß des Gebhardsbergs. Zur Keltenzeit (ab ca. 500 v. Chr.) war Bregenz einer der am stärksten befestigten Orte (Oppidum) in der Region. Damals siedelte der Keltenstamm der Brigantier in Vorarlberg. Ein Zeugnis keltischer Kultur ist das in Bregenz gefundene Eponarelief (Epona bzw. Rhiannon), das allerdings bereits aus römischer Zeit stammt.

15 v. Chr. eroberten die Römer für Kaiser Augustus das Vorarlberger Gebiet und errichteten hier die Stadt Brigantium – eine römische Zivilstadt mit Forum, Tempelbezirk, Markthallen, Basilika usw. Aus dieser Phase des Ortes sind umfangreiche archäologische Reste, u. a. Mosaike, erhalten geblieben. Im heutigen evangelischen Friedhof liegen wenige Mauerreste der kaiserzeitlichen Thermen über Tag und sind sichtbar. Brigantium wuchs rasch zu einer recht ansehnlichen Siedlung heran und war auch militärisch bedeutsam. So hatte hier bald auch der Präfekt der römischen Bodenseeflotte seinen Sitz. Eine Straße verband Brigantium über Cambodunum (Kempten im Allgäu) mit Augusta Vindelicorum (Augsburg).

Wohl 233 und 259/260 n. Chr. wurde Brigantium durch einfallende Alemannen zerstört, von der römisch-keltischen Bevölkerung aber wieder aufgebaut; die von Natur aus besser beschützte Oberstadt wurde nun kastellartig ausgebaut und befestigt. Zum Territorium des spätantiken Brigantium gehörte alles Land westlich des Arlbergs bis zum Bodensee und angrenzende Gebiete im Norden. Die Festung blieb nach 300 n. Chr. militärisch wichtig und gehörte wie Arbor Felix, Constantia und Tasgaetium zu einer Kette von Kastellen, die die römische Grenze an Rhein und Bodensee sicherten. Wie Arbor Felix wurde es in der Tabula Peutingeriana, einer spätrömischen Landkarte, erwähnt.

Der römische Kaiser Gratian besuchte die Stadt im Jahre 377. Mindestens bis etwa 410 n. Chr. war in Brigantium eine römische Kriegsflotte stationiert. Bei Bauarbeiten der Fußgängerpassage im Gebiet des römischen Hafens (Leutbühel) wurden 1969 Überreste der spätrömischen Hafenanlage entdeckt.

Die Alemannen besiedelten dann das Gebiet rings um Brigantium ab ca. 470 n. Chr. Zwischen den Jahren 610 und 612 wirkten im Raum Bregenz die iroschottischen Missionare Kolumban und Gallus.

Mittelalter[Bearbeiten]

Bregenz, Kupferstich von Merian, um 1650

Die Oberstadt (Altstadt) liegt innerhalb des etwa rechteckigen Mauergevierts der Stadtmauern aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, die heute noch zum größten Teil erhalten sind. Um 1220 erfolgte die Anlage von drei parallelen Gassen mit etwa 57 gleich großen Hofstätten zu je zwei Ar.

Die erste Stadterweiterung erfolgte burgbergabwärts durch das Maurach und wurde Ende des 13. Jahrhunderts abgeschlossen. Am Fuße desselben in Richtung See wurde die Kaiserstraße 1363 ausgebaut.

1330 erteilte Kaiser Ludwig der Bayer den Bürgern der Stadt Bregenz das Recht, an jedem Montag einen Wochenmarkt abhalten zu dürfen.[1]

1404 und 1445 wurde die Bregenzer Vorstadt in den Appenzellerkriegen zerstört und im Winter 1407/08 während der Schlacht bei Bregenz mehrere Monate lang belagert.

1451 kaufte das Fürstenhaus Habsburg die Hälfte der Grafschaft Bregenz mit der Stadt Bregenz. 1484 war der Ausbau der Kirchstraße abgeschlossen und Ende des 15. Jahrhunderts Übergewicht des Marktes am Leutbühel gegenüber der Oberstadt.

Nach Aussterben des bedeutendsten Hochadelsgeschlechts des Bodenseeraums, des Bregenzer Zweiges der Grafen von Montfort, wurde ganz Bregenz 1523 Teil von Vorderösterreich im Erzherzogtum Österreich.

17. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

1646 wurde Bregenz im Zuge des Dreißigjährigen Krieges von den die vereinigten Heeren Schwedens und Frankreichs unter Feldmarschall Carl Gustav Wrangel eingenommen. Bevor sich die Schweden gegen Ende des Krieges 1647 wieder zurückzogen, sprengten sie auf dem Gebhardsberg noch die Burg Hohenbregenz (siehe Seekrieg auf dem Bodensee 1632–1648).

1650 bis 1652 wurde in Bregenz der Kornmarkt gegründet, der 1665 bis 1667 gepflastert wurde und an Bedeutung gewann.

1704 wurden Angriffe der Franzosen an der Klause abgewehrt.

1753 erfolgte die Errichtung einer vorderösterreichischen Verwaltung mit Sitz in Konstanz, welche bis 1759 bestand. 1759 bis 1803 lag die Zuständigkeit für Vorarlberg, Schwaben und Breisgau in Freiburg im Breisgau. Bregenz wurde zu einer habsburgischen Landstadt.

1805 kam Bregenz zum Königreich Bayern. Im Jahr 1809 wurden unter dem Oberbefehl des Oberkommissärs Anton Schneider etwa 3000 Vorarlberger Freiheitskämpfer aufgestellt.

Einmarsch der Vorarlberger Schützen in Bregenz (1809)

Im Zuge der folgenden Auseinandersetzungen gegen bayrische sowie französische Truppen konnten die Vorarlberger Schützen den größten Erfolg am 29. Mai 1809 in Klien (bei Hohenems) verzeichnen. Nach der Niederlage der österreichischen Truppen gegen Napoleon im Juli bei Wagram gaben die meisten Vorarlberger den Kampf auf. Lediglich einige Oberländer (Klostertaler und Montafoner) leisteten den nachrückenden französische und bayrischen Truppen unter dem Kommando Riedmillers weiterhin Widerstand – bis auch sie im August nach Tirol flohen.

Anton Schneider wurde festgenommen, und Vorarlberg kam unter starke bayrische Besatzung. Unter der Regierung des Grafen von Montgelas, die unter französischem Einfluss stand, bekam die Stadt eine moderne Verwaltungsstruktur. Im Eindruck des Wiener Kongresses verzichtete Bayern 1814 auf Vorderösterreich, was zur Folge hatte, dass die Herrschaften vor dem Arlberg (Vorarlberg) mit der Stadt Bregenz gemeinsam mit Tirol an das Kaiserreich Österreich zurückfielen.

Die Hänge hinter der Oberstadt mit u. a. den Ansitzen Lößler, Schedler, Mildenberg und Riedenburg waren ursprünglich gräflich montfortisches Lehen, dienten dem Wein- und Obstanbau und gehörten später teilweise dem Kloster Mehrerau.

Von Norden war die Stadt lange Zeit nur durch die Klause erreichbar. Die Verbreiterung der Reichsstraße erfolgte 1831/32 durch Alois von Negrelli. Eine neue Verbindungsachse wurde 1849 durch Anlage der Römer-/Arlbergstraße geschaffen.

Bregenz (1895)

1861 erhielt Vorarlberg einen eigenen Landtag mit Sitz in Bregenz.

Ende des 19. Jahrhunderts kam es zur rasterartigen Anlage des Viertels zwischen Belrupt- und Kornmarktstraße.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Bis zum Ersten Weltkrieg war Bregenz eine Garnison des k.u.k. Österreichisch-Ungarischen Heeres, 1914 lagen hier der Stab und das I. Bataillon des Salzburgischen Infanterie Regiments „Erzherzog Rainer“ Nr. 59.

1918, nunmehr Teil der Republik Deutschösterreich, später Österreich, trennte sich die Vorarlberger Verwaltung von der Tirols, und Vorarlberg wurde ein Bundesland mit der Landesregierung in Bregenz.

Am 11. Mai 1919 erfolgte eine Volksabstimmung in Vorarlberg – es ging um die Aufnahme von Verhandlungen mit der Schweiz über einen Beitritt des Landes zur Eidgenossenschaft: 80 % der Vorarlberger Wahlberechtigten waren für die Aufnahme solcher Verhandlungen, und in Bregenz sprachen sich 1701 dafür und 1453 dagegen aus.[2]

Die Stadt war ab 1938 Teil der neuen Ostmark. Das Gebiet wurde im Großdeutschen Reich später umbenannt in „Donau- und Alpengaue“. Bregenz wurde Kreisstadt im Reichsgau Tirol-Vorarlberg und Kreisleiter war Hans Dietrich.

In den Jahren 1939 bis 1941 kam es zum Zuzug von mehr als 2000 Südtirolern in die Südtiroler-Siedlung.

Auch Bregenzer Juden waren von Verfolgung und Deportationen betroffen. Bereits am Tag des Anschlusses an das Deutsche Reich forderte ein Bregenzer Arzt im Vorarlberger Tagblatt, die „Vernichter des deutschen Volkes auszumerzen“. Vor allem ab Frühjahr 1942 kam es zu Verfolgungswellen. So wurde die Wohnung einer deportierten jüdischen Familie von einem Gestapo-Beamten übernommen, der zuvor alle Zimmer desinfizieren und die Türklinken und Armaturen auswechseln ließ.

Am 1. Mai 1945 erfolgte die Besetzung durch französische Truppen, wobei die Stadt teilweise zerstört wurde. Nach der Besetzung kam es zur Einsetzung einer Landesregierung und des Bürgermeisters. Nach 1945 war Bregenz Teil der französischen Besatzungszone, und es erfolgte der Wiederaufbau im Bundesland Vorarlberg.

In der Nachkriegszeit wurde damit begonnen, die unter der Arlberg-, Josef-Huter- und der Kennelbacherstraße gelegene Ebene des Feldmooses und des Weidachs für Wohnbauten zu nutzen.

1984 wurde anlässlich des 175-Jahr-Jubiläums des Aufstandsjahres 1809 in der Südtiroler-Siedlung ein Andreas-Hofer-Denkmal eröffnet.[3]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Bürgermeister der Landeshauptstadt Bregenz seit 1945:

Markus Linhart Siegfried Gasser Norbert Neururer Fritz Mayer (Politiker) Karl Tizian

Stadtrat[Bearbeiten]

Mitglieder des Stadtrates (Stand Sept. 2013):

  • Bürgermeister: Markus Linhart, ÖVP
  • Vizebürgermeisterin: Sandra Schoch, Die Grünen
  • Stadträtin: Elisabeth Mathis, ÖVP
  • Stadtrat: Michael Ritsch, SPÖ
  • Stadtrat: Michael Rauth, ÖVP
  • Stadträtin: Judith Reichart, ÖVP
  • Stadtrat: Klaus Kübler, SPÖ
  • Stadtrat: Ingrid Hopfner, ÖVP
  • Stadträtin: Annette Fritsch, SPÖ

Stadtvertretung[Bearbeiten]

Die Stadtvertretung (36) setzt sich wie folgt zusammen (Stand 2010):

  • ÖVP: 18 Mandate
  • SPÖ: 10 Mandate
  • Die Grünen: 4 Mandate
  • FPÖ: 3 Mandate
  • Bregenz denkt: 1 Mandat

Wappen[Bearbeiten]

Der Stadt Bregenz wurde 1529 vom neuen Landesherrn König Ferdinand, dem späteren Kaiser Ferdinand I., das Stadtwappen verliehen. Es ist jenes der Grafen von Bregenz (der Ulriche). Bei diesem Wappen handelt es sich um ein Pelzwappen, wie es in Frankreich oder England häufig anzutreffen ist. Es wird dabei die gesamte Schildfläche des Wappens mit Pelz überzogen. Die offizielle Wappenbeschreibung spricht allerdings beim mittleren Pfahl nicht von Hermelin, sondern von „silber mit Hermelinschwänzen“:[4]

Ein Schild von Kürsch, der von einem silbernen Pfahle durchzogen wird, in dem drei Hermelinschwänzchen übereinander erscheinen.[5]

In Grafiken wird der Kürsch, also Eichhörnchenfell, oft stahlblau dargestellt (das wertvolle russische Fell). Die Stadtverwaltung Bregenz nutzt (Stand 2011) einen schwarz-weißen Aufriss des Wappens.

Ob es sich bei diesem Wappen tatsächlich um das der alten Grafen von Bregenz handelt, ist heute von der Forschung in Frage gestellt. Es dürfte ein apokryphes, also untergeschobenes bzw. unechtes Wappen sein. Der Heraldiker Otto Titan von Hefner schreibt: Die Stadt Bregenz erhielt durch Wappenbrief vom 24. Februar 1529 das Wappen des alten Grafen von Bregenz: ain schildt wie ein fehwambleinkürschen geformiert und darinnen ein weisse strassen, darauf nacheinander ober sich stehend drew schwarze hermlein Schwentzlin [6]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bregenz

Theater[Bearbeiten]

Bühnenbild zu Andrea Chénier

Bregenzer Festspiele[Bearbeiten]

Die Bregenzer Festspiele locken jedes Jahr Musikliebhaber aus der ganzen Welt nach Bregenz. Die Seebühne ist mit einer Zuschauerkapazität von etwa 7000 die weltweit größte. Das Festspielhaus aus 1980 wurde von 2005 bis 2006 erneuert und erweitert.

Das Programm der Bregenzer Festspiele wechselt alle zwei Jahre und dauert immer von Juli bis August.

Vorarlberger Landestheater[Bearbeiten]

Mitten in der „Bregenzer Kulturmeile“ gelegen, hat sich das Vorarlberger Landestheater im „Theater am Kornmarkt“ für die Interpretation von Klassikern gleichermaßen einen Namen gemacht wie für Uraufführungen moderner Stücke.

Theater Kosmos[Bearbeiten]

Ziel des zeitgenössischen Theaters Kosmos ist es, junge Leute für die Theaterkunst zu begeistern.

Museen[Bearbeiten]

vorarlberg museum[Bearbeiten]

Das am Kornmarkt gelegene vorarlberg museum, bis 2011 Vorarlberger Landesmuseum, zeigt Sammlungen zur römischen Geschichte der Region, zur Kunst und Kultur Vorarlbergs sowie themenbezogene Sonderausstellungen. Im Juni 2013 wurde der Neubau der Architekten Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur eröffnet. Die nahtlos gegossenen Fassaden des Bozner Künstlers Manfred Alois Mayr zeigen eine Struktur aus Abgüssen von PET-Flaschen-Böden.

Territorialabtei Wettingen-Mehrerau[Bearbeiten]

Prunkstück der Zisterzienserabtei ist die alte Bibliothek. Kelche, Messgewänder, Altarbilder und andere Schätze befinden sich im Besitz der Mönche.

Zeitgenössische Bildende Kunst[Bearbeiten]

Kunsthaus Bregenz

Kunsthaus Bregenz (KUB)[Bearbeiten]

Seit seiner Eröffnung 1997 zählt das Kunsthaus Bregenz zu den bedeutendsten Museen für Zeitgenössische Kunst im deutschsprachigen Raum. Werke von namhaften Künstlern wie Roy Lichtenstein und Jeff Koons sorgen für Begeisterung und Gesprächsstoff gleichermaßen.
Der Architekt Peter Zumthor gewann 1998 mit dem Projekt KUB den Mies-van-der-Rohe-Preis für Architektur.

Künstlerhaus Bregenz[Bearbeiten]

Im Künstlerhaus Bregenz (Palais Thurn und Taxis) sind wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst internationaler und österreichischer Künstler zu sehen.

Magazin 4 (Bregenzer Kunstverein)[Bearbeiten]

Ausstellungen moderner Kunst mit besonderem Augenmerk auf Nachwuchskünstler.

Galerien[Bearbeiten]

  • c.art Galerie, Prantl & Boch
  • Galerie ardizon & editionswerkstatt
  • Galerie ArtHouse
  • Galerie K12
  • Galerie Lisi Hämmerle
Bregenzer Hafen; Blick auf Pipeline Richtung Lochau und Lindau

Bauwerke[Bearbeiten]

Landesbibliothek[Bearbeiten]

Hauptartikel: Vorarlberger Landesbibliothek

Untergebracht in einer barocken Kirche bzw. einem ehemaligen Kloster befindet sich Vorarlbergs größte Bibliothek. Besonders imposant ist der renovierte Kuppelsaal, der auch als Veranstaltungsort z. B. für Lesungen dient.

Landhaus Bregenz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Landhaus Bregenz

Das Amtsgebäude der Vorarlberger Landesregierung wurde 1973–1980 von Wilhelm Holzbauer erbaut. Dieser Bau scheint in erster Linie von zwei Konzeptionen bestimmt: Einerseits erlaubt der Hang eine der Topographie angepasste, abgestufte und räumlich differenzierte Anlage, andererseits steht auch ein repräsentatives Moment im Vordergrund.

Martinsturm[Bearbeiten]

Hauptartikel: Martinsturm

Der Martinsturm, ein ehemaliger Getreidespeicher im ersten Hof der Grafen von Bregenz, wurde 1601 als Turm mit Loggia mit je drei Bogenarkaden auf Säulen und Steinbrüstung in die NO-Ecke der Ringmauer erbaut. Er wird gekrönt von einer hohen geschwungenen Zwiebelhaube mit Laterne von Benedetto Prato. Mittlerweile gilt er als eines der Wahrzeichen der Stadt Bregenz.

Pfänderbahn-Talstation[Bearbeiten]

Hauptartikel: Pfänderbahn

Für Seilbahnstationen gab es in dieser Zeit noch keine Vorbilder - daher ging der Architekt Willibald Braun 1926 ziemlich unbelastet an die Aufgabe heran. Die Funktion der Bewegungsabläufe, auch die Zu- und Abgänge und die damit verbundenen ungewöhnlichen Formen der Baukörper führen hier zu einem interessanten Ergebnis.

Weitere Bauwerke[Bearbeiten]

  • Altes Rathaus: 1662 von Michael Kuen erbaut, beherbergte dieser freistehende Bau mit hohem Spitzgiebel vom 17. bis ins 19. Jahrhundert das Rathaus.
  • Benger-Areal: Das Werksgebäude mit eigenem Verwaltungstrakt wurde 1892 vom Architekturbüro Wittmann und Stahl aus Stuttgart geplant und parallel der Webereitrakt vom Bregenzer Architekten Otto Mallaun. Diese Wirkwarenproduktionsstätte ist eine Eisenkonstruktion mit Klinkerfassade, Kreuzgiebel, Turm und Erker - also zahlreiche neugotische Details. Daher auch der Name „Industrieschloss“.
  • Burg Hohenbregenz
Hauptartikel: Burg Hohenbregenz
  • Deuringschlössle: Dieser Bau besitzt einen Kern aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert und wurde in der heutigen Form im Wesentlichen in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet.
  • Fischersteg:In den 1920er Jahren konnten von hier aus Bodenseerundflüge mit dem Wasserflugzeug unternommen werden. Mittlerweile dient der Fischersteg vor allem als Aussichtsplattform für unvergessliche Sonnenuntergänge.
  • Grünes Haus: Dies ist heute der Sitz des Umweltinstitutes in der Montfortstraße. Dieser Bau von Willibald Braun wurde 1925/26 erstellt. In den 1920er Jahren wurden noch klassizistische Architekturelemente in stark vereinfachter Form verwendet - das Ergebnis ist eine repräsentative, auf Sachlichkeit reduzierte Architektur. An diesem Bau sind aber auch Spuren von Expressionismus (Arkaden) und Heimatschutzarchitektur (Erkertürmchen) erhalten.
  • „Mili“ (Militärbad): Das ehemalige Militärbad wird von den Bregenzern liebevoll „Mili“ genannt und besitzt bei Jung und Alt gleichermaßen Kultstatus. Der Betreiber dieser historischen Badeanstalt sind die Stadtwerke Bregenz. Es ist ein U-förmiger Holzpfahlbau, der an der Pipeline von Bregenz liegt.
  • Postamt: Ein markanter Bau aus der k.u.k. Zeit, erbaut 1895 von Friedrich Setz. Monumentale Neorenaissanceformen, ein überkuppelter Mittelrisalit mit Ädikula und Firstgitter sowie vorgestellten ionischen Säulen mit bekrönenden allegorischen Figuren des Verkehrswesens. Das Postamt liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von Kunsthaus und Landestheater.
  • Römervilla (Ruine): Die Reste einer römischen Villa aus dem 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. wurden 1990 beim City-Tunnel freigelegt.
  • Seepromenade mit Hafenmole: Die Seepromenade führt vom Schiffshafen am Bootshafen vorbei bis zur Seebühne mit Festspiel- und Kongresshaus.
  • Sporthaus: Ausgezeichnet in die Seeuferlandschaft eingebunden wurde das Sporthaus des Verkehrsvereins mit angeschlossener Gaststätte in den Seeanlagen 1906 vom Architekten Otto Mallaun errichtet. Sporthäuser dieser Art waren Treffpunkt der Gesellschaft, daher auch der Villen- und Landhauscharakter.
  • Textilhaus Holzner: Erbaut in der Kaiserstraße von Klaus Ströbele in den Jahren 1935/36. Während auch noch in den 1930er Jahren die Vorarlberger Bauherren zumindest Anspielungen auf bodenständige Architektur bevorzugten, gab hier der Bauherr seinem Architekten Gelegenheit zu einer betont internationalen Architektur.

Kirchen[Bearbeiten]

Katholische Kirchen[Bearbeiten]

  • Herz-Jesu-Kirche
  • Die Kapelle auf dem Gebhardsberg und heutige Wallfahrtskirche zum Heiligen Gebhard und Georg in der ehemaligen Burg geht auf eine 1720 dort gegründete Einsiedelei zurück. Der heutige Bau entstand 1791 nach einem Brand. Die Ausmalung mit Szenen aus dem Leben des Hl. Gebhard stammt von 1895.
  • Die Kapelle Hl. Martin stiftete 1362 Graf Wilhelm III. von Montfort im damaligen Obergeschoss des Martinsturms.
  • Die Kapuzinerkirche des ehemaligen Kapuzinerklosters von 1636 wurde im 18. Jahrhundert um eine Josephskapelle erweitert.
  • Die Klosterkirche Mehrerau.
  • Die Nepomukkapelle wurde 1757 von Johann Michael Beer erbaut. Der restaurierte barocke Zentralbau mit Kuppel beherbergt einen reich ausgestatteten Hochaltar.
  • Die neubarocke Kirche St. Wendelin auf der Fluh wurde 1847 von Baumeister Gabriel Mallaun errichtet.
  • Die Pfarrkirche Hl. Gebhard in Rieden-Vorkloster wurde von 1956 bis 1961 erbaut.
  • Die Pfarrkirche Mariahilf im Stadtteil Rieden-Vorkloster wurde in den Jahren 1925 bis 1937 als Heldendankkirche zum Ersten Weltkrieg nach den Plänen von Clemens Holzmeister erbaut. Bemerkenswert ist die Verbindung von Zweckbauten (Pfarr- und Gemeindehaus) und dem Sakralbau mit einem Vorhof zu einem Komplex.
  • Die Pfarrkirche St. Kolumban ist ein moderner Kirchenbau in der Weidachstraße.
  • Die Seekapelle wurde 1445 zur Erinnerung an den Sieg über die Appenzeller errichtet und 1698/99 nach Plänen von Christian Thumb von Kaspar Held im Barockstil umgebaut und ist dem Hl. Georg und der Muttergottes geweiht. Eine Besonderheit ist der Renaissance-Hochaltar (1615) von Esaias Gruber aus der ehemaligen Schlosskapelle Hofen/Lochau.
  • Die Siechenkapelle zu Unserer Lieben Frau wurde 1400 von Graf Hugo von Montfort für das Siechenhaus gestiftet. Von 1744 bis 1746 wurde die gotische Kapelle barockisiert.
  • Die Stadtpfarrkirche St. Gallus war ursprünglich eine romanische Anlage und wurde nach Brand von 1477 im gotischen Stil erbaut. 1737 wurde sie im barocken Stil von Franz Anton Beer umgebaut – mit barockem Chorgestühl von Johann Joseph Christian aus der ehemaligen Klosterkirche Mehrerau.

Evangelische Kirchen[Bearbeiten]

Klöster[Bearbeiten]

Kloster und Villa Raczyński
Riedenburg, Sacré Cœur
  • Kloster Marienberg (Villa Raczyński): 1877 ließ der polnische Graf Raczyński diese Villa am Nordwest-Abgang des Gebhardsbergs für seine Frau erbauen. Die Schlossvilla im neubarocken Stil (von Stefan Dragl) krönt die leicht ansteigende Parklandschaft. Seit 1904 beherbergt die Villa ein Kloster der Dominikanerinnen und eine Schule.
  • Kloster Riedenburg: Das Kloster wurde von Hans Sutter in den Jahren 1862 bis 1865 erbaut. Der Außenbau ist durch starke Strebepfeiler gegliedert. Das Langhaus und das schmale Querschiff besitzen ein gemeinsames Satteldach. Auf dem Gelände des Klosters Riedenburg befindet sich heute auch das private Mädchen-Gymnasium Sacré Coeur des katholischen Schwesternordens Sacré-Cœur.

Kloster Wettingen-Mehrerau[Bearbeiten]

Hauptartikel: Territorialabtei Wettingen-Mehrerau

Dieser strenge symmetrische Bau des Sanatorium Mehrerau (1922/23) mit zweigeschossiger Loggia und archialer Eingangstreppe mit bescheidenen Dimensionen nimmt den repräsentativen Stil Clemens Holzmeisters vorweg, den er später für die Regierungsbauten in Ankara entwickelt hat.

Kloster Thalbach, „Das Werk“[Bearbeiten]

1436 wurde am Fuß des Gebhardsberges eine Gemeinschaft von Franziskanerinnen in der „clusa Thalbach“ gegründet.
Im Jahre 1485 kam es zur Einweihung der ersten Kapelle in der Thalbachklause. Nach dem ersten Neubau wurde Thalbach 1575 mit allen Rechten eines Klosters ausgestattet. Durch Jahrhunderte waren die Schwestern aus Thalbach für ihr vorbildliches Ordensleben bekannt: Thalbacher Franziskanerinnen wurden gerufen, herabgekommene oder ausgestorbene Klöster (z. B. 1584 Wonnenstein und 1589 Grimmenstein in Appenzell) neu zu beleben oder anderen Klöstern (Sipplingen und Möggingen) leitende Verantwortliche zu sein.

Als im Jahr 1592 im Benediktinerkloster Mehrerau (seit 1854 Zisterzienser) eine Seuche wütete, wurden Thalbacher Schwestern um die Besorgung der Klosterküche gebeten. Die Seuche wurde besiegt. Als Dankgeschenk erhielten im Jahr 1592 die Franziskanerinnen eine kostbare Marienstatue vom Typ der „Sedes Sapientiae“ (Sitz der Weisheit). 1609/10 wurde die Klosterkirche von Giovanni Prato neu erbaut. 1675 wurde auch ein neues Kloster von den Barockbaumeistern Michael Thumb aus Bezau und Michael Kuen aus Bregenz errichtet. 1782 erfolgte die Aufhebung des Klosters Thalbach durch Kaiser Joseph II.

1796 erwarben die Dominikanerinnen von Hirschberg-Hirschtal/Kennelbach von der Stadt Bregenz das verwaiste Kloster Thalbach. 1797 wurde die wertvolle Marienstatue, die vom Bregenzer Bürger Karg aufbewahrt worden war, in die Klosterkirche zurückgebracht. Das Wirken der Dominikanerinnen als kontemplative Gemeinschaft und zugleich in der Erziehung und Ausbildung der Mädchen war für Bregenz und Umgebung sehr segensreich.

1983 übernahm die Geistliche Familie „Das Werk“ das Kloster Thalbach auf Bitten der Dominikanerinnen.

Brunnen und Denkmäler[Bearbeiten]

  • Anton-Schneider-Denkmal: Diese Portraitplastik des Anton Schneider in der Seestraße wurde 1910 in Bronze von Georg Matt erstellt.
  • Hugo-Von-Montfort-Brunnen: Brunnen mit Darstellung des Minnesängers Hugo von Montfort (geb. 1357 in Bregenz) in Bronze von Emil Gehrer.
  • Schattenplatz-Brunnen: Der Schattenplatz befindet sich nur 100 Meter von der Bregenzer Innenstadt entfernt, am Ende der Maurachgasse. Er erhielt seinen Namen aufgrund der Lichtlage bei Nacht, wo der Brunnen stets im Schatten ist.

Pilzkiosk[Bearbeiten]

In der Nähe des Hafens befindet sich eines der letzten acht Exemplare eines Pilzkiosks, der auch „Milchpilz“ genannt wird. Milchpilz deswegen, weil man dort diverse Milchgetränke wie Bananenmilch, Erdbeermilch, Kakao usw. kaufen kann.

Kultur[Bearbeiten]

Einer der ältesten Musikvereine ist die über 200 Jahre alte Stadtmusik Bregenz, welche die städtische Patriziertracht trägt.[7]

Bregenz besitzt ein für Städte dieser Größe weit überdurchschnittliches Angebot an Kulturveranstaltungen. Zu den großen Festivals zählen die Bregenzer Festspiele und das Tanzfestival Bregenzer Frühling.

Bekannt sind auch die Festivals „Seelax“ mit Musik und Kabarett im Bregenzer „Freudenhaus“ und das Freakwave-Festival, wo sich die innovative Kultur- und Sportszene trifft.

Sport[Bearbeiten]

Im Sommer ist Baden, Skaten, Joggen und Fahrradfahren entlang des Bodensees und im Winter Eislaufen möglich. Das Konglomeratfelsband unter dem Gebhardsberg ist seit den 1980er Jahren als Klettergarten erschlossen und im Kletterführer Vorarlberg [8] enthalten.

Der Pfänder ist im Sommer ein schönes Wandergebiet, im Winter ein kleines Ski- und Rodelgebiet.

Im Oktober findet in Bregenz immer der Marathon der 3 Länder am Bodensee statt. Die Strecke führt durch die drei Bodensee-Anrainerstaaten Deutschland, Österreich und die Schweiz und führt über den Großteil der Distanz am Bodensee entlang, das Ziel ist in Bregenz.

Außerdem war Bregenz die Heimat des ehemaligen Bundesligisten Schwarz-Weiß Bregenz, der in der Saison 2004/05 mit dem 5. Platz in der österreichischen Bundesliga den größten Erfolg des Vorarlberger Fußballs erreichte, jedoch 2005 Konkurs anmelden musste. Die Stadt ist nun Heimat des Nachfolgevereins, welcher ebenfalls den Namen Schwarz-Weiß Bregenz trägt und seine Spiele im Bodenseestadion (inzwischen durch einen Sponsorvertrag mit Casinos Austria in Casinostadion unbenannt) in Bregenz austrägt.

Ortsbildgestaltung[Bearbeiten]

Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Bregenz 1996 mit einer Silbermedaille in der Kategorie Stadt ausgezeichnet.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im 19. und 20. Jahrhundert erfuhr die Stadt Bregenz eine gewaltige wirtschaftliche Entwicklung mit Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Feinmechanik und Textil.

Bedeutender Erwerbszweig wurde auch der Tourismus.

Die 1527 in Bregenz ansässigen Betriebe hatten per Stichtag 15. Mai 2001 17.357 Beschäftigte und 571 Lehrlinge. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 12.385. Neun Unternehmen in Bregenz beschäftigen mehr als 200 Mitarbeiter und sind daher als Großunternehmen zu betrachten.

Unternehmen[Bearbeiten]

Casino Bregenz (rechts unten im Bild)

Zu den bedeutendsten Unternehmen in Bregenz zählen:

Öffentliches Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Ansicht des LKH Bregenz

Auf dem Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens verfügt Bregenz über eine einer Landeshauptstadt angemessene Versorgung. So besteht in der Stadt mit dem Landeskrankenhaus Bregenz ein größeres Spital, das allerdings vom Land Vorarlberg im Rahmen der Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft betrieben wird. Daneben unterhält die Stadt Bregenz selbst drei Seniorenheime, von denen zwei als Sozialzentren geführt werden.

Das Österreichische Rote Kreuz betreibt in Bregenz eine Rot-Kreuz-Dienststelle, die 191 größtenteils ehrenamtliche Mitarbeiter umfasst und im Jahr 2011 22.395 Einsätze absolvierte.[10] Dabei ist die Dienststelle mit fünf Rettungswagen und drei Krankentransportwagen nicht nur für das Bregenzer Stadtgebiet, sondern auch für das Leiblachtal, den Vorderwald im Bereich Sulzberg/Doren und das gesamte Rheindelta zuständig. Außerdem existiert ein beim LKH Bregenz stationiertes Notarzteinsatzfahrzeug, welches ebenfalls vom Roten Kreuz mitbetreut wird und für die Notärztliche Versorgung des Einsatzgebiets sorgt.

In Bregenz unterhalten außerdem der Österreichische Bergrettungsdienst und die Österreichische Wasserrettung ihren Landessitz sowie eigene Dienststellen.

Öffentliche Sicherheit[Bearbeiten]

Das Gebäude der Landespolizeidirektion

Bregenz ist als Vorarlberger Landeshauptstadt Sitz der Landespolizeidirektion Vorarlberg, der auch das Landeskriminalamt und das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung angegliedert sind. Entgegen der anderslautenden Bezeichnungen handelt es sich dabei um Behörden des Bundes, konkret des Wachkörpers Bundespolizei des Bundesministeriums für Inneres. Die Bundespolizei unterhält in Bregenz außerdem das Bezirkspolizeikommando für den Bezirk Bregenz, eine Polizeiinspektion und eine Grenzpolizeiinspektion am Bahnhof Bregenz. Für die öffentliche Sicherheit sorgt außerdem der Gemeindewachkörper der Stadt Bregenz, welcher gemeinhin als Stadtpolizei Bregenz bezeichnet wird.

Als weitere öffentliche Sicherheitseinrichtung unterhält die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bregenz vier Ortsfeuerwehren im Gemeindegebiet (Bregenz-Stadt, Bregenz-Rieden, Bregenz-Vorkloster und Bregenz-Fluh).[11] Bregenz ist damit eine von nur drei österreichischen Landeshauptstädten, die keine eigene Berufsfeuerwehr unterhält, sondern die Aufgaben des Feuerwehrwesens der Freiwilligen Feuerwehr überlässt, welche von der Stadt Bregenz ausgerüstet und finanziell unterhalten wird.

Bildung[Bearbeiten]

Bregenz ist eines der wichtigsten Bildungszentren im Bundesland Vorarlberg sowie der wichtigste Schulstandort im Bezirk Bregenz. In Bregenz gibt es 14 Kindergärten und 9175 Schüler, davon 2125 an allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) sowie 4645 an berufsbildenden höheren Schulen (BHS) (Stand Jänner 2003).

Die Landeshauptstadt Bregenz betreibt sechs städtische Volksschulen. Daneben existiert auch noch eine private Volksschule in Marienberg sowie eine Volksschule an der Schule Bregenz Weidach, die als Sonderpädagogische Schule geführt wird. Im Bereich der Sekundarschulen existieren in Bregenz drei städtische Mittelschulen sowie die Unterstufen der vier Bregenzer Gymnasien, der beiden Bundesgymnasien Blumenstraße und Gallusstraße sowie der Privatgymnasien Mehrerau und Sacré-Cœur Riedenburg. Außerdem gibt es auch zwei Berufsbildende mittlere Schulen, welche beide an der privaten Wirtschaftsfachschule Marienberg untergebracht sind (Einjährige Wirtschaftsfachschule und Wirtschaftliche Fachschule). Außerdem zählen auch die drei in Bregenz existierenden Landesberufsschulen zur mittleren Schulbildung, die allerdings parallel zur Lehrausbildung absolviert wird.

Daneben ist Bregenz insbesondere als Standort mehrerer höherer Schulen über die Stadtgrenzen hinaus als Schulstandort von Bedeutung. Neben den Oberstufen der bereits erwähnten vier Gymnasien existieren auch mehrere Berufsbildende höhere Schulen. Die größte Bregenzer Schule ist dabei die Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Bregenz, dicht gefolgt von der Höheren technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt Bregenz. Darüber hinaus existieren auch hier wieder zwei Privatschulen, nämlich die Höheren Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe in Marienberg und Riedenburg. Als fortführendes Bildungsangebot besteht außerdem in Bregenz auch eine Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege.

In Bregenz ist die Vorarlberger Landesbibliothek als wissenschaftliche Regionalbibliothek für Vorarlberg und die Stadtbücherei mit zwei Filialen (Filiale Stadt und Filiale Vorkloster) angesiedelt.

Ein wichtiges Kulturinstitut in Bregenz ist die Musikschule Bregenz mit dem Hauptgebäude Villa Liebenstein und der Expositur Grunental. Etwa 1300 Musikschüler werden derzeit von ca. 50 Lehrern unterrichtet. Es finden jährlich zahlreiche Konzerte und Auftritte statt, zu den wichtigsten zählen u. a. Musik im Park und das Schlusskonzert.

Verkehr[Bearbeiten]

Weidachknoten, Auffahrt zur A14 und zum Pfändertunnel

Die Rheintal/Walgau Autobahn A 14 umfährt Bregenz durch den Pfändertunnel östlich des Stadtgebiets, die Stadt ist per Autobahnzubringer über den Citytunnel an die A 14 angeschlossen. Direkt durch das Bregenzer Stadtgebiet führen die beiden wichtigen Landesstraßen L 190 Vorarlberger Straße und L 202 Schweizer Straße, die in Bregenz aufeinander treffen und die Stadt mit den Staatsgrenzen zur Schweiz und Deutschland verbinden. Durch die geografische Lage der Stadt Bregenz zwischen Bodensee und dem Gebirgsmassiv des Pfänderstocks sind die durch Bregenz führenden Hauptverkehrsverbindungen Nadelöhre des Individualverkehrs, weshalb es insbesondere zur Hauptverkehrszeit und zum Urlauberschichtwechsel immer wieder zu größeren Staubildungen in und um das Stadtgebiet kommt.

Hauptgebäude des Bahnhofs Bregenz

Bregenz erhielt 1872 mit der Eröffnung der normalspurigen Vorarlbergbahn einen Eisenbahnanschluss, darüber hinaus bestand von 1902 bis 1983 mit der schmalspurigen Bregenzerwaldbahn eine Bahnverbindung nach Bezau. Heute betreibt die ÖBB drei Bahnstationen in der Stadt: Den Bahnhof Bregenz (fälschlicherweise oft als Hauptbahnhof Bregenz bezeichnet), Bregenz Hafen und Riedenburg, wobei Bregenz Hafen und Riedenburg nur dem Regionalverkehr im Rahmen der S-Bahn Vorarlberg dienen. In Bregenz verkehren nebst den aus Wien kommenden und hier endenden Railjet und InterCity-Zügen die EuroCity-Züge der Verbindung Zürich-München. Aufgrund der direkten Bahnverbindung von Bregenz in die Schweiz (in Richtung St. Margrethen bzw. St. Gallen) und nach Deutschland (über die bayrische Stadt Lindau) ist der Bahnhof Bregenz ein Grenzbahnhof im Schienennetz der ÖBB und verfügt somit auch über eine eigene Grenzpolizeiinspektion, die sich im Bahnhofsgebäude befindet.

Vom Bahnhofsvorplatz aus verkehren zudem diverse Buslinien des Stadt- und Regionalverkehrs, darunter Busse des Landbus Unterland, Landbus Bregenzerwald sowie Verbindungen ins Leiblachtal. Bregenz ist damit zentraler Verkehrsknotenpunkt des nördlichen Rheintals und von verkehrstechnischer Bedeutung für den gesamten Bezirk Bregenz. Innerhalb des Stadtgebiets ist mit dem Stadtbus Bregenz ein eigenes Verkehrsunternehmen im Eigentum der Stadtwerke Bregenz eingerichtet worden, welches mit fünf Buslinien die wichtigsten Einrichtungen und Wohngebiete der Stadt verbindet.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Franz Freiherr von Auffenberg (um 1790), schwäbischer Generalmajor [13]
  • Karl Graf von Belrupt-Tissac (1826–1903), Landeshauptmann Vorarlbergs
  • Friedrich Ferdinand Freiherr von Beust (1809–1886), Reichskanzler
  • Alois Czedik von Bründlsberg und Eysenberg (1830–1924), österreichischer Offizier und Politiker
  • Andreas Fetz (1832–1899), Bürgermeister von Bregenz
  • Sebastian Franz Xaver Aloys von Froschauer (1800–1883), Landeshauptmann Vorarlbergs
  • Johann Hammer (1809–1880), Polizei Oberkommissär
  • Friedrich Freiherr von Hotze (1739–1799), Feldmarschalleutnant der preußischen Armee
  • Pfarrer Johann Georg Hummel (1808–1888)
  • Josef Huter (1844–1902), Bürgermeister von Bregenz
  • Franz Freiherr von Jellachich (1746–1810), österreichischer Feldmarschalleutnant
  • Martin Ritter von Kink (1800–1877), Bauingenieur und Architekt, Oberbaurat, Landesbaudirektor
  • Josef Freiherr von Lasser zu Zellheim (1814–1879), Statthalter von Vorarlberg und Tirol
  • Fritz Mayer (1933–1988), Bürgermeister von Bregenz
  • Carl Albert Pedenz (1839–1921), Bürgermeister von Bregenz
  • Johann Ebner Ritter von Rofenstein (1790–1876), Kreishauptmann von Bregenz
  • Theodor Schmid (1844–1915), Stadtrat von Bregenz
  • Karl Freiherr von Seyffertitz (1825–1900), Bürgermeister von Bregenz
  • Rudolf Graf Thun-Hohenstein (1859–1943), Statthalter von Linz, zuvor Bezirkshauptmann in Bregenz
  • Julius Wachter (1899–1986), Bürgermeister von Bregenz
  • Bohuslav von Widmann (1836–1911), Statthalter von Tirol und Vorarlberg

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Gottfried Bechtold: Ready Maid

Personen, die in Bregenz gelebt oder gewirkt haben[Bearbeiten]

Wissenswertes[Bearbeiten]

Schmalste Hausfassade Europas
  • Der Kaiser von Österreich-Ungarn trug unter anderem auch den Titel „Graf von Bregenz“ (siehe Großer Titel des Kaisers von Österreich).
  • In der Bregenzer Kirchstraße Nr. 29 befindet sich mit 57 cm Breite die schmalste Hausfassade (respektive „das schmalste Haus“) Europas.
  • Das Wahrzeichen der Stadt, der Martinsturm, gilt als der größte Zwiebelturm Mitteleuropas.
  • Das Spiel auf dem See findet jährlich auf der weltgrößten Seebühne statt (Stand: 2005).
  • Einige Szenen des James-Bond-Films Ein Quantum Trost wurden teilweise in Bregenz gedreht - über einen Flughafen verfügt die Stadt aber, anders als im Film gezeigt, nicht.
  • Über dem Stadttor hängt ein mumifizierter Haifisch, welcher das Böse von der Stadt abwenden soll.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bregenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 308; siehe auch S. 973-975.
  2. Landeshauptstadt Bregenz in Zahlen (PDF; 47 kB)
  3. Barnay: Erfindung des Vorarlbergers (Seite 144)
  4. Im 19. Jahrhundert wurde das Wappen ganz anders gedeutet: „ […] wegen der Grafschaft Bregenz vier senkrecht stehende Pfähle von Hermelin, in deren Mitte ein silberner Balken mit drey in denselben eingelassenen schwarzen Feldrüben.“ Neue Titulatur und Wapen Seiner Römisch- und Oesterreichisch-Kaiserlich-, auch Königlich-Apostolischen Majestät, nach den durch den Luneviller Friedensschluss herbey geführten Veränderungen und der Allerhöchsten Pragmatikal-Verordnung vom ellften August 1804. Wien, 1804. Zit n.  Otto Posse: Die Siegel der Deutschen Kaiser und Könige. 5, Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung, Dresden 1913, Beilagen, S. 253 (Wikisource).
  5. Vorarlberger Landesregierung (Hrsg.): 96 Gemeindewappen – Hoheitszeichen und Bürgerstolz. Vorarlberger Landesarchiv, Bregenz 2008, ISBN 978-3-902622-04-4 (pdf, vorarlberg.at)
  6. Handbuch der theoretischen und praktischen Heraldik, von Otto Titan von Hefner, München, 1861, Heraldisches Institut
  7. Homepage der Stadtmusik Bregenz
  8.  Kletterführer Vorarlberg. Panico-Alpinverl., 2003, ISBN 978-3-926807-94-6.
  9. http://www.blumenbuero.or.at/
  10. Vorstellung der Dienststelle Bregenz im Rahmen des Webauftritts des Roten Kreuzes.
  11. Feuerwehren im Webauftritt der Landeshauptstadt Bregenz (www.bregenz.gv.at)
  12. Homepage des Stadtbus Bregenz im Rahmen des Webauftritts der Stadtwerke Bregenz.
  13.  Christoph Vallaster: Ehrenbürger in Vorarlberg. 1986, ISBN 3-85258-001-3.