Breiðdalur

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Landgemeinde Breiðdalur
(Breiðdalshreppur)
Basisdaten
Staat: Island
Region: Austurland
Wahlkreis: Norðausturkjördæmi
Sýsla: Suður-Múlasýsla
Einwohnerzahl: 182 (1. Januar 2017)
Fläche: 452 km²
Bevölkerungsdichte: 0 Einwohner/km²
Postleitzahl: 760 (Breiðdalsvík)
Politik
Gemeindenummer 7613
Bürgermeister: Sigfríður Þorsteinsdóttir
Kontakt
Adresse der Gemeindeverwaltung: Ásvegi 32
760 Breiðdalsvík
Webpräsenz: www.breiddalur.is
Karte
Lage von Landgemeinde Breiðdalur

Koordinaten: 64° 48′ N, 14° 0′ W

Breiðdalsvík
Breiðdalsvík

Die Landgemeinde Breiðdalur (isl. Breiðdalshreppur) liegt im Osten Islands in der Region Austurland.

Am 1. Januar 2011 hatte die Gemeinde 199 Einwohner.

Lage, Geographie und Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zu der Region der isländischen Ostfjorde. Sie liegt zwischen dem Fjord Berufjörður im Westen und dem Stöðvarfjörður im Osten größtenteils in dem gleichnamigen breiten Tal, Breiðdalur, daher der Name.[1] Das Tal ist umgeben von bis zu 1.100 m bzw. 1.200 m hohen Bergen.[2]

Das Tal Breiðdalur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Breiðdalur handelt es sich um das größte Tal in den Gebirgszügen der isländischen Ostfjorde. Es hat eine Länge von 35 bis 40 km und eine Breite von bis zu 8 bis 10 km.[2]

In der Mitte des Tales befinden sich Anhöhen, die den früheren Küstenverlauf andeuten.[2]

Das Tal ist grün, Erosion sieht man kaum, dagegen etliche Wäldchen.[2]

Unten zum Meer zu liegt eine breite schüsselförmige Ebene, die sich auf die Berge zu in ein breiteres südliches und ein schmales nördliches Tal aufspaltet, Suðurdalur und Norðurdalur. In beiden Tälern liegen etliche Höfe, die zur Gemeinde gehören.[3]

Die Bucht Breiðdalsvík[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bucht gilt als schwierig zu befahren, weil sich in ihr zahlreiche Schären und Untiefen befinden. Zudem gibt es starke Strömungen.[4]

In der Bucht Breiðdalsvík, nach der der an ihre gelegene Hauptort der Gemeinde benannt ist, liegen einige kleine Inseln. Auf ihnen befinden sich Nester der Eiderenten, deren Daunen die Bauern der Umgebung verkaufen und so als Zubrot nutzen. In früheren Zeiten wurden dort auch Seehunde gejagt.[3]

Geologie der Gegend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hintergrund der Bucht stand in der Eiszeit ein inzwischen erkalteter großer Zentralvulkan, der Breiðdalsvulkan, der vor ca. 6–7 Mill. Jahren aktiv war und die Berge der Umgebung bildete.

Wie die Ostfjorde insgesamt wurde auch er von den Gletschern der Eiszeit stark erodiert, was das an alpine Landschaften erinnernde Aussehen der Gegend erklärt.

Hauptort Breiðdalsvík[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptort Breiðdalsvík (dt. „Bucht des breiten Tales“[5]), gelegen an der gleichnamigen Bucht, bildet das Dienstleistungszentrum der Region. Am 1. Januar 2011 lebten hier 139 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort selbst entstand erst etwa 1960, doch bereits um 1880 wurde hier das erste Haus gebaut, drei Jahre später erwarb man Handelsrechte. 1896 entstand mit der Errichtung einer Handelsniederlassung aus Seyðisfjörður eine dauerhafte Ansiedlung.[4]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Breiðdalsvík von deutschen Bombern attackiert.

Der Ausbau des Hafens nach Ende des Zweiten Weltkriegs führte zu einem raschen Anwachsen der Bevölkerungszahl.[4]Der an der Straße zum nächsten Fjord Stöðvarfjörður gelegene hellorangefarbene Leuchtturm Kambanesviti stammt von 1922.

Erwerbszweige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute sind vor allem die Schafzucht und die Fischerei Haupterwerbszweige des Ortes, doch ist man auch dabei den Tourismus auszubauen. Es gibt z. B. ein Hotel mit Restaurant sowie ein Natursteinemuseum.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breiðdalsvík ist über die Ringstraße Nr. 1 mit Reykjavík verbunden. Die Entfernung zur Hauptstadt Reykjavík beträgt 617 Kilometer, zum nächstgrößeren Ort in südwestlicher Richtung, Djúpivogur, etwa 65 Kilometer.

Beim Ort biegt die Ringstraße von der Küste weg ins Landesinnere, wo man über die Passstraße Breiðdalsheiði die Stadt Egilsstaðir erreichen kann. Folgt man dem Suðurfjarðavegur, der Straße Nr. 96, an der Küste entlang nach Norden, so gelangt man in den Stöðvarfjörður, folgt man hingegen dem Hringvegur nach Südwesten, so kommt man zum Berufjörður und nach Djúpivogur.

Hofseigenes Elektrizitätswerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in anderen Gegenden Islands auch, z. B. weiter westlich beim Hof Smyrlabjörg, findet sich hier ein kleines Elektrizitätswerk, das einen Hof mit Strom versorgt. Es handelt sich hierbei um den Hof Þorgrímsstaðir, der ganz innen im Tal bei der Auffahrt auf die Breiðdalsheiði gelegen ist. Das Wasser überwindet hier die größte Fallhöhe aller derartiger Elektrizitätswerke Islands, nämlich 225 m.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie inzwischen die meisten Gebiete Islands außer dem Südwesten rund um die Hauptstadt Reykjavík war Breiðdalur von starker Landflucht betroffen. Von 1997 bis 2005 betrug der Bevölkerungsrückgang 23 %. Seither ist ein leichter Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen, der sich 2007 aber wieder umkehrt.

Datum Einwohner
1. Dez. 1997: 300
1. Dez. 2003: 258
1. Dez. 2004: 249
1. Dez. 2005: 232
1. Dez. 2006: 244
1. Dez. 2007: 218
1. Dez. 2008: 197
1. Dez. 2009: 209
1. Dez. 2010: 205

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Breiðdalsvík – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. H. U. Schmid: Wörterbuch Isländisch – Deutsch. Buske, Hamburg, 30 u. 37.
  2. a b c d e Íslandshandbókin. Náttúra, saga og sérkenni. 2. bindi. Hg. T. Einarsson, H. Magnússon. Örn og Örlygur, Reykjavík 1989, 612.
  3. a b Vegahandbókin. Hg. Landmælingar Íslands, 2006, 106.
  4. a b c Íslandshandbókin. Náttúra, saga og sérkenni. 2. bindi. Hg. T. Einarsson, H. Magnússon. Örn og Örlygur, Reykjavík 1989, 611.
  5. H. U. Schmid: Wörterbuch Isländisch – Deutsch. Buske, Hamburg, s. o. u. 288.