Breidenbach

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Breidenbach in Hessen; zu anderen Bedeutungen siehe Breidenbach (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Breidenbach
Breidenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breidenbach hervorgehoben
Koordinaten: 50° 53′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Marburg-Biedenkopf
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 44,83 km2
Einwohner: 6818 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35236
Vorwahl: 06465
Kfz-Kennzeichen: MR, BID
Gemeindeschlüssel: 06 5 34 005
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bachstraße 4–14
35236 Breidenbach
Webpräsenz: www.breidenbach.de
Bürgermeister: Christoph Felkl (SPD)
Lage der Gemeinde Breidenbach im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Münchhausen (am Christenberg) Biedenkopf Breidenbach Steffenberg Angelburg Bad Endbach Dautphetal Gladenbach Lohra Fronhausen Wetter (Hessen) Lahntal Rauschenberg Wohratal Cölbe Weimar (Lahn) Marburg Ebsdorfergrund Neustadt (Hessen) Kirchhain Amöneburg Stadtallendorf Nordrhein-Westfalen Landkreis Waldeck-Frankenberg Schwalm-Eder-Kreis Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen VogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild

Breidenbach ist eine Gemeinde im Westen des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf. Die Gemeinde ist nach dem größten Ortsteil im Zentrum der Gemeinde benannt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breidenbach grenzt im Norden an die Stadt Biedenkopf, im Osten an die Gemeinde Dautphetal, im Süden an die Gemeinde Steffenberg (alle drei im Landkreis Marburg-Biedenkopf), sowie im Westen an die Gemeinden Eschenburg und Dietzhölztal (beide im Lahn-Dill-Kreis), sowie an die Stadt Bad Laasphe (im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Achenbach, Breidenbach, Kleingladenbach, Niederdieten, Oberdieten, Wiesenbach und Wolzhausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptort wurde im Jahr 913 erstmals urkundlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten Orten der Region. Er war Hauptort des Perf-Klein-Gaues (um 800 pagus Bernaffa) und namengebend für den Breidenbacher Grund. Vermutlich wegen des ehemaligen Erzreichtums besaß Breidenbach zwei vorgeschichtliche Ringwälle.

Seit 1146 nachgewiesen als Sitz der Herren von Breidenbach zu Breidenstein, die hier im späten 13. Jahrhundert die heute abgegangene Burg Breidenbach errichteten und zwischen den größeren Territorialherren aus vielerlei Rechten eine stark gegliederte spätmittelalterliche Adelsherrschaft bilden konnten. Sie waren schon vor 1304 Burgmannen, später bis 1438 Amtleute in der landgräflichen Grenzfeste Biedenkopf, und mussten sie 1496 die hessische Lehnshoheit anerkennen. Ab da gehörte Breidenbach zu Hessen, seit 1567 zu Hessen-Marburg, 1648 zu Hessen-Darmstadt und 1866 zur Provinz Hessen-Nassau.[2]

Im Jahr 2013 wurde anlässlich der 1100 Jahrfeier von Breidenbach der Jubiläums-Aussichtsturm errichtet.[3]

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortes sind:[4]

  • Bredenbach (913)
  • Breidenbach (913)
  • Breidenbac (1103)
  • Breitenbach, de (1232)
  • Breydinbach (1358)
  • Bredenbach, von (1404)
  • Breydenbach (1433)

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 wurde im Rahmen der Gebietsreform in Hessen die Nachbargemeinde Kleingladenbach eingegliedert. Am 1. Juli 1974 kamen Achenbach, Niederdieten, Oberdieten, Wiesenbach und Wolzhausen hinzu.[5]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Breidenbach unterstand im Überblick:[6][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1997 sind:[4]

1577: 40 Hausgesesse
1630: 40 Hausgesesse. (8 zweispännige, 23 einspännige Ackerländer, 9 Einläufige. (mit Witwen))
1677: 35 Männer, 2 Witwen, 7 Jungmannschaften, 10 ledige Mannschaften
1742: 109 Haushalte
1830: 648 evangelische, 2 römisch-katholische, 66 jüdische Einwohner.
1867: Erwerbspersonen: 134 Landwirtschaft, 1 Forstwirtschaft, 36 Gewerbe und Industrie, 21 Handel, 6 Verkehr, 2 Gesundheitspflege, 2 Erziehung und Unterricht, 2 Kirche und Gottesdienst, 2 Staatsverwaltung, 1 Gemeindeverwaltung, 3 Personen ohne Berufsausübung.
1885: 698 (615 evangelisch, 11 katholisch, 72 Juden) Einwohner
1939: 1127 Einwohner
1950: 1737 Einwohner
1961: 2196 (1657 evangelische, 495 römisch-katholische) Einwohner. Erwerbspersonen: 202 Land- und Forstwirtschaft, 717 produzierendes Gewerbe, 79 Handel und Verkehr, 76 Dienstleistungen und sonstiges
Breidenbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
764
1840
  
777
1846
  
819
1852
  
763
1858
  
743
1864
  
669
1871
  
656
1875
  
734
1885
  
698
1895
  
714
1905
  
779
1910
  
816
1925
  
1.012
1939
  
1.127
1946
  
1.644
1950
  
1.734
1956
  
1.869
1961
  
2.196
1967
  
2.513
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[9] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[10][11]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Von 27 Sitzen entfallen auf:
  • SPD: 10
  • CDU: 9
  • BL: 8
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,8 10 43,5 12 41,0 11 46,8 14
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,2 9 35,2 9 40,1 11 35,1 11
BL Bürgerliste 31,0 8 21,4 6 18,9 5 18,1 6
Gesamt 100,0 27 100,0 27 100,0 27 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 42,6 46,3 43,3 49,4

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner Reitz (SPD) wurde am 22. Oktober 2000 mit 59,7 % der Stimmen und am 15. Oktober 2006 erneut zum Bürgermeister gewählt. Am 28. Oktober 2012 wurde Christoph Felkl (SPD) mit 61 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Ortsvorsteher ist derzeit Ulf Becker.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Ortsgemeinde Breidenbach wurde im Zuge der Gebietsreform 1974 auch das Wappen der Großgemeinde.

Wappen Breidenbach (Hessen).svgBlasonierung: In Silber ein breiter, schräglinks verlaufender, blauer Wellenbalken (Bach), belegt mit einem doppelten runden goldenen Wolfseisen, entlehnt dem Wappen der Herren von Breidenbach zu Breidenstein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kerngemeinde Breidenbach ist ein gut entwickelter, industriereicher Ort. Eine Vielzahl von Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten machen Breidenbach zum Zentrum der Gemeinde und der umliegenden Ortschaften.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breidenbach verfügt über ein Industriegebiet (Industriegebiet West), in dem mittelständische Unternehmen wie z. B. Weber Maschinenbau oder Christmann & Pfeifer angesiedelt sind. Mit der Buderus Guss GmbH hat eine Bremsscheiben-Fertigungsstätte des ehemaligen Großkonzerns Buderus dort ihren Sitz. Im Ortsteil Oberdieten entsteht zurzeit das neue Gewerbegebiet „Auf dem Eberbach“. Die Kerngemeinde Breidenbach beschäftigt über 2.600 Arbeitnehmer.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breidenbach mit Windparks Schwarzen- und Weißenberg im Hintergrund

Im Gebiet des Steinbruches Oberdieten wurden bereits 1995 drei Windräder errichtet. Während einem Repowering jeweils 2011 und 2013 wurden zwei 3-MW-Windräder aufgestellt.

Im November 2015 genehmigte das Regierungspräsidium den Bau von neun Windenergieanlagen mit jeweils 2,4 MW zwischen Biedenkopf und Breidenbach. Für das Projekt, welches den Namen „Windpark Schwarzenberg“ trägt, sollen 4 ha Wald gerodet und 11,85 ha zur industriellen Nutzung umgewidmet werden. Die Betriebsaufnahme ist für Ende 2016 geplant. Zusammen mit dem Windpark Weißenberg im Gemeindegebiet von Dautphetal sollen die Anlagen eine „Windfarm“ bilden.[13]

Sportstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breidenbach besitzt zahlreiche Sportstätten, davon allein drei Sportplätze in der Kerngemeinde. Diese sind im Allgemeinen frei zugänglich und kostenlos nutzbar. Die Kerngemeinde bietet zwei Turnhallen, eine Kleinsporthalle und die Perftalhalle und in allen Ortsteilen zumindest einen Bolz- bzw. Fußballplatz. Im Ortsteil Niederdieten gibt es ein Freibad und in Kleingladenbach findet sich außerdem noch eine Skilaufbahn mit Skilift, weshalb die Gemeinde für Touristen attraktiv wird.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesstraße 253, von welcher zahlreiche Landes- und Kreisstraßen die einzelnen Gemeindeteile verbinden. Aufgrund der erheblichen Verkehrsbelastung durch den Ort plant Hessen Mobil eine Umgehungsstraße. Der erste Teil ist als Kreisstraße 107 bereits fertiggestellt. Diese leitet den Verkehr des Ortsteiles Kleingladenbach und des Gewerbegebietes von Norden kommend westlich am Ort vorbei und mündet in einen Kreisverkehr der bisherigen Straße nach Kleingladenbach. Von diesem Kreisverkehr soll die Umgehungsstraße zum südlichen Ortseingang führen.[14]

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breidenbach ist mit Bussen an das ÖPNV-Netz des RMV angebunden. Folgende Linien fahren die Gemeinde an:

  • 491: Dillenburg–Niedereisenhausen–Biedenkopf (und zurück)
  • MR-52: Biedenkopf–Friedensdorf–Niedereisenhausen-Biedenkopf (und zurück)
  • MR-55: Niedereisenhausen–Breidenbach–Wolzhausen–Friedensdorf

Der Bahnhof Breidenbach lag an der Scheldetalbahn. Im Mai 1987 wurde der Personenverkehr eingestellt; im Dezember 2002 auch der Güterverkehr. Inzwischen ist die Bahnstrecke stillgelegt und abgebaut.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breidenbach besitzt folgende Schulen:

  • Breidenbach: Grundschule, Förderstufe und Hauptschule
  • Oberdieten: Grundschule
  • Wolzhausen: Grundschule

Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breidenbach besitzt in folgenden Ortsteilen Kindergärten:

  • Breidenbach (zwei Kindergärten)
  • Oberdieten (evangelischer Kindergarten)
Ev. Pfarrkirche

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Breidenbach gibt es eine ev. Kirche im Kernort und je eine ev. Kirche in Achenbach, Kleingladenbach, Niederdieten, Oberdieten und Wolzhausen. Die Maria-Himmelfahrt-Kirche in Breidenbach ist römisch-katholisch.[15]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Huth: Breidenbach: Mittelpunkt einer historischen Kleinlandschaft. Wetzlarer Verlags-Druckerei, Wetzlar 1963.
  • Karl Huth: Die Gemeinde Breidenbach und ihre 7 Ortsteile im Wandel der Jahrhunderte. Hrsg.: Gemeindevorstand der Gemeinde Breidenbach. 1982.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Breidenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2015 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Hessen, 3. überarbeitete Aufl., S. 61
  3. Jubiläums-Aussichtsturm in Breidenbach auf der Webseite der Gemeinde Breidenbach
  4. a b c Breidenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 5. Juli 2017)
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350, 351.
  6. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  7. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (online bei Google Books).
  8. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 416 (online bei Google Books).
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  10. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  11. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  12. Ortsbeiräte. Gemeinde Breidenbach, abgerufen am 28. Juni 2016.
  13. Regierungspräsident genehmigt Windanlagen. In: Siegener Zeitung. Ausgabe Wittgenstein. 24. November 2015, S. 7.
  14. Marburg-Biedenkopf - Breidenbach - B 253 - Ortsumgehung. mobil.hessen.de, abgerufen am 3. März 2016.
  15. Pfarrkirche Breidenbach auf Pastoraler Raum Biedenkopf, abgerufen im August 2017.