Breitenbrunn/Erzgeb.

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Breitenbrunn/Erzgeb.
Breitenbrunn/Erzgeb.
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breitenbrunn/Erzgeb. hervorgehoben
Koordinaten: 50° 28′ N, 12° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Höhe: 660 m ü. NHN
Fläche: 60,01 km2
Einwohner: 5418 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km2
Postleitzahl: 08359
Vorwahlen: 037756

03774 für Antonsthal/Antonshöhe 03773 für Erlabrunn 037757 für Rittersgrün 037348 für TellerhäuserVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text

Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 110
Gemeindegliederung: Kernort und 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 120
08359 Breitenbrunn/Erzgeb.
Webpräsenz: www.breitenbrunn-erzgebirge.de
Bürgermeister: Ralf Fischer (CDU)
Lage der Gemeinde Breitenbrunn/Erzgeb. im Erzgebirgskreis
SachsenAmtsbergAnnaberg-BuchholzAueAuerbach (Erzgebirge)Bad SchlemaBärenstein (Erzgebirge)Lauter-BernsbachBockauBörnichen/Erzgeb.Breitenbrunn/Erzgeb.BurkhardtsdorfCrottendorfDeutschneudorfDrebachEhrenfriedersdorfEibenstockElterleinGelenau/Erzgeb.GeyerGornau/Erzgeb.GornsdorfGroßolbersdorfGroßrückerswaldeGrünhain-BeierfeldGrünhainichenHeidersdorfHohndorfJahnsdorf/Erzgeb.JohanngeorgenstadtJöhstadtKönigswaldeLauter-BernsbachLößnitz (Erzgebirge)LugauMarienbergMildenauNeukirchen/Erzgeb.Niederdorf (Sachsen)NiederwürschnitzOberwiesenthalOelsnitz/Erzgeb.OlbernhauPockau-LengefeldRaschau-MarkersbachScheibenbergSchlettauSchneeberg (Erzgebirge)SchönheideSchwarzenberg/Erzgeb.SehmatalSeiffen/Erzgeb.Stollberg/Erzgeb.StützengrünTannenbergThalheim/Erzgeb.Thermalbad WiesenbadThumWolkenstein (Erzgebirge)ZschopauZschorlauZwönitzKarte
Über dieses Bild
Blick auf Breitenbrunn
Haus des Gastes und Schule
Breitenbrunn im Winter

Breitenbrunn/Erzgeb. ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis des Freistaats Sachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breitenbrunn liegt an einem Berghang, der sich vom Schwarzwassertal in östliche Richtung erstreckt. Angrenzende Berge sind der Rabenberg und der Sauberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Breitenbrunn gliedert sich in sieben Ortsteile

Historisch besaß Breitenbrunn auch noch die Ortsteile Breitenhof, Carolathal, Halbemeile und Rabenberg sowie die Ortsteile der eingemeindeten Gemeinden.

Darüber hinaus gibt es in der Streusiedlung mehrere benannte Anwesen und Ansiedlungen: Berg (), Danelhäusel (), Dorotheen (Dorotheer Zechenhaus, etwa 1888 abgerissen, ), Felshaus (), Hammerleithe (), Huthaus (), Hüttenhäuser (), Kaltwasser (), Klughäuser (), Mühlenanger (), Neuer Anbau (von Einheimischen auch die „Sorg“ genannt, ), Schützhaus (), Wassermühle () und Zechenhaus ().[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzenberg/Erzgeb. Schwarzenberg/Erzgeb. Schwarzenberg/Erzgeb.
Eibenstock Nachbargemeinden Schwarzenberg/Erzgeb.
Raschau-Markersbach
Johanngeorgenstadt Potůčky (Breitenbach)
Boží Dar (Gottesgab)
Oberwiesenthal

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als das höchstgelegene Dorf der Herrschaft Schwarzenberg ist Breitenbrunn vermutlich erst im 13. Jahrhundert gegründet worden. Anhand der Flurgröße und Anlage lässt sich ermitteln, dass sich zunächst nicht mehr als zehn Familien ansiedelten. Erstmals wird das Dorf „breitinprun“ 1380 in einem Kopialbuch der Burggrafen von Leisnig urkundlich erwähnt, als die Schürfrechte für ein Zinnbergwerk neu vergeben wurden. Bereits vor der Gründung von Breitenbrunn befand sich oberhalb der späteren Siedlung eine Wallanlage mit Wachturm, einem Wassergraben und einem kleinen Vorwerk, um die Herrschaft Schwarzenberg an ihrem südlichsten Punkt zu schützen. Da sich innerhalb des Wassergrabens eine Quelle befand, nannte man den Graben einen „breiten Brunnen“. Die Bezeichnung wurde bald auch für das neu gegründete Dorf übernommen.

Geschichtliche Bedeutung hatte die im Ort befindliche Papiermühle Breitenbrunn, aus der unter anderem Johann Sebastian Bach sein Notenpapier bezog.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1998 wurde Antonsthal mit dem Ortsteil Antonshöhe eingemeindet.[3] Am 1. Juli 2005 folgte Erlabrunn mit dem Ortsteil Steinheidel[4] und Rittersgrün mit dem Ortsteil Tellerhäuser am 1. Januar 2007.[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Reformation gehörte Breitenbrunn zur Parochie Schwarzenberg. In dieser Epoche wurde eine Kapelle gebaut, die man dem Heiligen Peter weihte. Die Gemeinde wurde zu einem Schwarzenberger Filial. Nach der Reformation wurde Breitenbrunn eine Tochtergemeinde des neu entstandenen Kirchspiels Grünstädtel. In den 1590er-Jahren wurde die St.-Christophorus-Kirche anstelle der alten Kapelle errichtet. Der Standort am oberen Ortsende erleichterte den Einwohnern des eingepfarrten Nachbarorts Rittersgrün den vor allem in den Wintermonaten anstrengenden Marsch zum Gottesdienst.

Heute existiert neben der evangelisch-lutherischen St.-Christoph-Gemeinde auch eine Gemeinde der evangelisch-methodistischen Kirche.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1533 wurden in Breitenbrunn 25 und 1586 24 Gesessene (Hofeigentümer) gezählt, was etwa 200 Einwohnern entspricht. 1780 standen hier 122 Häuser und bereits 1801 wohnten in Breitenbrunn 2250 Einwohner.

Mit dem Wismut-Bergbau zogen nach 1945 mehrere tausend Bergleute nach Breitenbrunn, die vor allem in der neu errichteten Siedlung auf dem Rabenberg wohnten, aber nach Beendigung des Bergbaus wieder wegzogen.

Nach der Wende sank die Einwohnerzahl weiter. Zwar stieg die absolute Einwohnerzahl durch die Eingemeindungen von Antonsthal (1998) und vor allem Rittersgrün (2006). Bezogen auf den aktuellen Gebietsstand sank sie jedoch von 7667 am 3. Oktober 1990 auf 5491 am 31. Dezember 2015,[6] d. h. um über 28 %. Dieser Trend wird sich voraussichtlich weiter fortsetzen. Nach statistischen Vorausberechnungen könnte die Bevölkerung bis 2030 auf 84,3–87,4 % sinken (2014 = 100 %).[7]

Jahr Einwohner
1801 2.250
1834 2.058
1852 2.943
1890 2.224
1910 2.167
1925 2.113
1946 2.467
Jahr Einwohner
1956 5.018
1960 4.259
1970 3.452
1979 3.149
1996 2.628
Jahr Einwohner
1998 3.866
1999 3.909
2000 3.965
2001 3.879
2003 3.810
2004 3.778
2005 3.751
Jahr Einwohner
2006 6.337
2007 6.209
2008 6.111
2009 6.078
2010 5.935
2011 5.862
2012 5.697
Jahr Einwohner
2013 5.626
2014 5.560
2015 5.491
2016 5.418
bis 1996: Geschichte und Geschichten eines Erzgebirgsdorfes, 1998, S. 8.
ab 1999: Statistisches Landesamt Sachsen[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[9]
Wahlbeteiligung: 49,4 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,1 %
25,6 %
11,7 %
6,1 %
3,3 %
1,1 %
    
Insgesamt 18 Sitze

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1955 geborene Ralf Fischer (CDU) wurde bei der jüngsten Bürgermeisterwahl am 6. Juli 2015 mit 95,64 % aller Stimmen im Amt bestätigt. Es trat kein Gegenkandidat an. Die Wahlbeteiligung lag bei ca. 41 %.

Ortspartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christophoruskirche
Ruine des ehemaligen kurfürstlichen Jagdhauses

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirmes am letzten Augustwochenende

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptgebäude der Staatlichen Studienakademie

Die Gemeinde Breitenbrunn ist Schulträger von zwei Grundschulen und einer Oberschule. Die Grundschulen befinden sich in den Ortsteilen Antonsthal und Rittersgrün. Die Goethe-Schule Breitenbrunn rundet als Mittelschule, seit 1. August 2013 als Oberschule, das schulische Bildungsangebot der Gemeinde ab.

Bekannt ist Breitenbrunn auch durch die Staatliche Studienakademie Breitenbrunn. Hier werden stets etwa 650 Studenten nach dem dualen Prinzip in den Studienrichtungen Tourismuswirtschaft, Industrie und Sozialwesen gelehrt. Vor 1990 fungierte das Gebäude u. a. als Außenstelle der TU Chemnitz.

Im Gebäude der staatlichen Studienakademie Breitenbrunn befindet sich auch das Erzgebirgskolleg, eine Schule des zweiten Bildungsweges, an dem um die 220 junge Erwachsene ihr Abitur im Vollzeitunterricht ablegen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der organisierte Sport geht in Breitenbrunn auf das Jahr 1908 zurück, als der Arbeiter-Radverein „Solidarität“ gegründet wurde. 1921 folgte der Arbeiter- und Turnverein „Vorwärts“. Bis zu 240 Mitglieder waren in den Sparten Turnen, Leichtathletik, Kegeln und Wintersport aktiv. 1923 wurde noch der Deutsche Turnverein „DT Gut Heil“ gegründet, der ab 1933 dem Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen angehörte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Sport im DTSB in den Sektionen Akrobatik, Boxen, Leichtathletik, Fußball, Handball, Turnen, Kegeln, Volleyball, Kunstradsport, Gymnastik und Wintersport neu organisiert.

Heute sind in der SG Breitenbrunn e. V. zehn Abteilungen mit 320 Mitglieder aller Altersklassen im Freizeit- und Wettkampfsport aktiv tätig.

Für eine sportliche Betätigung stehen in Breitenbrunn hinreichend gute Anlagen zur Verfügung:

  • Neuer Sportplatz an der Schachtstraße
  • Vierbahnen-Kegelanlage im neuen Sportlerheim
  • Allwettersportplatz am „Haus des Gastes“
  • Mehrzwecksporthalle an der Oberschule
  • Neu gestaltetes alpines Skigelände am Rabenberg mit Skilift und Skihütte
  • Sportpark Rabenberg (mit Schwimmhalle und Skiloipe)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Breitenbrunn (2016)

Der Haltepunkt Breitenbrunn (Erzgeb) liegt an der Bahnstrecke Johanngeorgenstadt–Schwarzenberg. Der Güterbahnhof Breitenbrunn wurde stillgelegt.

Medizinische Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Steche: Breitenbrunn. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 8. Heft: Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. C. C. Meinhold, Dresden 1887, S. 8.
  • Breitenbrunn. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 14. Band. Schumann, Zwickau 1827, S. 657–661.
  • Breitenbrunn : Geschichte und Geschichten eines Erzgebirgsdorfes. Breitenbrunn 1998.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Breitenbrunn/Erzgeb. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Alphabetisches Verzeichniß der im Königreich Sachsen belegenen Stadt- und Landgemeinden nebst den dazugehörigen besonders benannten Wohnplätzen, ingleichen der Rittergüter und sonstigen exemten Grundstücke nach Kreishauptmannschaften und amtshauptmannschaftlichen Verwaltungsbezirken geordnet nebst alphabetischem Ortsregister. Bahn, Dresden 1876, S. 289 (Digitalisat).
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
  6. Gemeindestatistik 2016 für Breitenbrunn/Erzgeb.
  7. 6. RegionalisierteBevölkerungsvorausberechnungfür den Freistaat Sachsen 2015 bis 2030. Abgerufen am 19. Dezember 2017 (PDF; 649 KB).
  8. Regionaldaten Gemeindestatistik Sachsen. Abgerufen am 10. Dezember 2017.
  9. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  10. a b c Partnerstädte. Abgerufen am 10. Dezember 2017.