Bremen (Schiff, 1931)

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Bremen
Versuchskreuzer Bremen im Vegesacker Hafen (2014)

Versuchskreuzer Bremen im Vegesacker Hafen (2014)

Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
andere Schiffsnamen
  • Wal
  • Oeltjen
  • Bremen
  • Konsul Kleyenstüber
Schiffstyp Seenotkreuzer
Bauwerft Lürssen, Vegesack
Baunummer 12290
Stapellauf 1931
Indienststellung 1931
Verbleib Denkmal und Museumsschiff
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
17,5 m (Lüa)
Breite 4,2 m
Tiefgang max. 1,4 m
 
Besatzung 4 Mann
Maschinenanlage
Maschine 2 × Dieselmotor
Maschinen-
leistung
250 PS (184 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
10 kn (19 km/h)
Propeller 2 × Propeller
p1
Tochterboot
Schiffsdaten
Schiffstyp Tochterboot
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
5,08 m (Lüa)
Breite 1,8 m
Tiefgang max. 0,52 m
Maschinenanlage
Maschine 2 Motoren
Maschinen-
leistung
68 PS (50 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
15 kn (28 km/h)

Die Bremen war ein Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Das Fahrzeug wurde 1931 ursprünglich als Motorrettungsboot von der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack unter der Werft-Nr. 12290 gebaut und von der DGzRS unter dem Namen Konsul Kleyenstüber in Dienst gestellt. Die DGzRS-interne Bezeichnung lautete KRD 424.

Das damals 16,17 m lange und 4,20 m breite Boot hatte einen Tiefgang von 1,25 m. Angetrieben wurde es von zwei Dieselmotoren mit einer Leistung von je 75 PS, die auf zwei Propeller wirkten. Das Boot erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 9 Knoten.

Einsatz als Konsul Kleyenstüber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Motorrettungsboot war die Konsul Kleyenstüber von 1931 bis 1940 in Pillau, von 1940 bis 1944 auf der Insel Borkum und – nach einer zweijährigen Einsatzpause – von 1946 bis 1949 auf der Insel Amrum stationiert. Am 9. Oktober 1949 wurde das Boot zunächst außer Dienst gestellt.

Der erste Seenotkreuzer der DGzRS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der 1950er-Jahre beschloss man bei der DGzRS die Entwicklung der damals neuartigen Seenotkreuzer mit Tochterboot und wollte dieses Konstruktionsprinzip zunächst kostengünstig auf Basis eines bereits existierenden Motorrettungsbootes testen. Daher erfolgte im Jahre 1953 – ebenfalls bei der Lürssen-Werft (Baunr. 12000) – der Umbau der Konsul Kleyenstüber. Die Umbaumaßnahmen umfassten neben einer Umgestaltung des Stahlrumpfes – was verbunden war mit einer geringfügigen Änderung von Länge und Tiefgang – einen Turmaufbau, wie ihn bereits mehrere Motorrettungsbote seit 1944 erhalten hatten,[1] sowie den Einbau einer Heckwanne für das mitzuführende Tochterboot. Außerdem war eine höhere Motorisierung notwendig; es wurden zwei je 125 PS leistende Motoren eingebaut, mit denen das Boot eine Geschwindigkeit von 10 kn erreichte.[2] Mit dem Umbau erfolgte die Umbenennung des Schiffes auf den Namen Bremen.[3]

Der Kreuzer war das dritte Fahrzeug der DGzRS, das auf den Namen der Hansestadt Bremen getauft wurde, und ist daher auch als Bremen III bekannt. Das Tochterboot hatte keinen Namen.

Am 28. November 2013 wurde die Bremen als erster Seenotkreuzer überhaupt vom Landesamt für Denkmalpflege Bremen unter Denkmalschutz gestellt. Damit wurde die hohe schifffahrtsgeschichtliche Bedeutung des Versuchskreuzers als Technisches Denkmal unterstrichen.[4]

Stationierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingesetzt wurde die Bremen von November 1953 bis März 1960 in Bremerhaven, dann von April 1960 bis September 1961 in Hörnum auf der Insel Sylt. Von Oktober 1961 bis April 1965 war der Kreuzer auf der Insel Amrum stationiert und wurde im Mai 1965 endgültig außer Dienst gestellt.

Verbleib und Rückführung nach Bremen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Versuchskreuzer Bremen in der Werft (2014)

1965 erfolgte der Verkauf des Schiffes, das nun unter dem Namen Oeltjen als Hafenschlepper auf der Weser eingesetzt wurde. Ein weiterer Eignerwechsel erfolgte 1972. Seitdem war das Schiff unter dem Namen Wal auf der Elbe als Yacht im Einsatz.

2013 wurde das Schiff an das Hafenmuseum Speicher XI in Bremen verkauft und am 5. Mai zurück in ihren Entstehungshafen Vegesack überführt. Im Sommer 2014 wurde das Schiff auf einer Vegesacker Werft wieder in der originalen Farbgebung der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts lackiert. Es ist geplant, das Schiff so weit wie möglich wieder in den Originalzustand der Zeit als aktiver Seenotkreuzer (1953–1965) zu versetzen. Im September 2014 wurde das Schiff im Rahmen der Maritimen Woche an der Weser, im ehemaligen Bremer Europahafen (heute u. a. Sportboothafen) auf seinen ursprünglichen Namen Bremen zurückgetauft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Versuchsrettungsboot „Bremen“. Vorläufer des schnellen Seenot-Rettungskreuzers. In: Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger: Jahrbuch 1953. S. 29–35.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bremen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Wirtz: Seenot – Opfer – Siege. Ein Jahrhundert Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Bremen 1965, S. 256.
  2. 10 Knoten: Vom Ruderboot zum Seenotkreuzer, DGzRS, 1990, S. 26. 11 Knoten: Versuchsrettungsboot „Bremen“. Vorläufer des schnellen Seenot-Rettungskreuzers. In: Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger: Jahrbuch 1953. S. 32.
  3. Laut [1] wurde die Konsul Kleyenstüber allerdings bereits 1944 in Bremen umbenannt.
  4. Denkmaldatenbank des LfD