Bremen (Schiff, 1990)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bremen
MS Bremen - Ushuaia.JPG
Schiffsdaten
Flagge BahamasBahamas (Handelsflagge) Bahamas
andere Schiffsnamen
  • Frontier Spirit
Schiffstyp Expeditionskreuzfahrtschiff
Rufzeichen C6JC3[1]
Heimathafen Nassau (Bahamas)
Eigner Hapag-Lloyd[1]
Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten
Bauwerft Mitsubishi Heavy Industries, Ltd. Kobe Shipyard & Machinery Works (Kobe, Japan)[1]
Baunummer 1182
Kiellegung 26. Januar 1990[1]
Stapellauf 20. Juni 1990
Übernahme 29. Oktober 1990[2]
Verbleib in Dienst
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
111,51[1] m (Lüa)
Breite 17,0[1] m
Tiefgang max. 4,8[1] m
Vermessung 6.752 BRZ[1]
 
Besatzung 100
Maschinenanlage
Maschine dieselmechanisch
2 Dieselmotoren (Daihatsu 8 DKM-32)[1]
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
4.854 kW (6.600 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
16 kn (30 km/h)
Propeller 2 × 4-Blatt-Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 155
Sonstiges
Klassifizierungen Germanischer Lloyd
Registrier-
nummern
IMO: 8907424[1]

Die Bremen ist ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Es wurde im Jahre 1990 als Frontier Spirit in Japan gebaut, kam 1993 zur Flotte und wird für Expeditionskreuzfahrten eingesetzt. Im Frühjahr 2021 soll sie nach Mitteilung der Reederei verkauft werden.[3]

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell der Bremen im Übersee-Museum Bremen
Die Bremen, in Hamburg, Elbe abwärts 2017

Havarie 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. Februar 2001 wurde die Bremen auf der Fahrt von Südargentinien nach Rio de Janeiro von einer 35 Meter hohen Monsterwelle überspült, die mindestens 1000 Tonnen Wasser auf das Schiff klatschen ließ. Das Schiff trug dabei schwere Schäden davon, so wurde unter anderem eine Panzerglasscheibe auf der Kommandobrücke von den Wassermassen aus dem Rahmen nach innen gedrückt. Durch das eingedrungene Salzwasser fielen sämtliche elektronische Geräte auf der Brücke und in der Folge auch die beiden Hauptmaschinen und die gesamte Stromversorgung aus. Das Schiff trieb mit 40 Grad Schlagseite ca. 30 Minuten manövrierunfähig in der schweren See, bevor es der Mannschaft gelang, einen zur Wartung zerlegten Hilfsdiesel auf dem stark rollenden Schiff zusammenzubauen und zu starten, um mit seiner Hilfe die Kontrolle über die Bremen wiederzuerlangen. Vier Tage später wurde das Schiff als Havarist in den Hafen Buenos Aires geschleppt.[4][5]

Entdeckung einer Insel 2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Kreuzfahrt durch die Antarktis entdeckten Passagiere und Besatzung eines Schlauchboots am 2. Februar 2003 im Bereich der Melchior-Inseln eine neue Insel im ewigen Eis sowie einen neuen Kanal. Man benannte sie „Bremeninsel“ bzw. „Bremenkanal“ und trug beide in die Karten ein.[6]

Rettung eines Besatzungsmitglieds 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Besatzungsmitglied der Bremen hatte seine rechte Hand in einem automatisch schließenden, wasserdichten Schott schwer verletzt. Die Bremen befand sich zu diesem Zeitpunkt etwa 815 km südlich von Invercargill. 2 Hubschrauber flogen deshalb von Southland in Neuseeland trotz schlechtem Wetter los, um ihn für eine nötige Operation ins Krankenhaus zu bringen. Der Mann wurde dann bei schwerer See mittels Winde vom Deck der Bremen an Bord eines der Hubschrauber geholt, da der Hubschrauber aufgrund der stürmischen See nicht auf dem Deck landen konnte. Da die Reichweite der Hubschrauber nur bei ca. 1000 km liegt, flogen sie auf dem Rückweg zuerst nach Campbell Island, wo sie aufgetankt wurden. Der Verletzte wurde dann zunächst ins Southland Hospital geflogen, von wo aus er am nächsten Tag nach Christchurch überführt wurde.[7][8]

Eisbär-Tötung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2018 wurde bei einer Arktis-Reise auf Spitzbergen ein Eisbär getötet, nachdem dieser ein Crewmitglied angefallen hatte.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Bremen – IMO number: 8907424. Technische und administrative Daten der „Bremen“. In: gl-group.com. Germanischer Lloyd, abgerufen am 7. Mai 2016 (englisch).
  2. M/S Frontier Spirit. Abgerufen am 27. August 2016.
  3. Kreuzfahrtschiff «Bremen» verlässt Hapag-Lloyd Cruises
  4. KATASTROPHEN - „Ich spürte den Atem Gottes“, Matthias Schulz, DER SPIEGEL 51/2001, 17. Dezember 2001, Abruf 14. Oktober 2017
  5. Riesenwelle überspült die „Bremen“. In: abendblatt.de. Hamburger Abendblatt, 28. August 2004, archiviert vom Original am 8. Februar 2009; abgerufen am 7. Juni 2016.
  6. Tagesschau am 8. Dezember 2004 (Memento vom 22. Juli 2010 auf WebCite)
  7. Man recovers after chopper rescue. In: tvnz.co.nz. Television New Zealand, 28. Januar 2009, archiviert vom Original am 17. Juni 2011; abgerufen am 7. Juni 2016 (englisch).
  8. Debbie Porteous: Campbell Island rescue one of longest. In: odt.co.nz. Otago Daily Times, 27. Januar 2009, abgerufen am 7. Juni 2016 (englisch).
  9. "Die Eisbären-Heimat ist kein verdammter Touristenort" bei spiegel.de