Brenndolden

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Brenndolden
Silaublättrige Brenndolde (Cnidium silaifolium)

Silaublättrige Brenndolde (Cnidium silaifolium)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Brenndolden
Wissenschaftlicher Name
Cnidium
Cusson
Herbarmaterial der Silaublättrigen Brenndolde (Cnidium silaifolium)

Die Brenndolden (Cnidium) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Bei Cnidium-Arten handelt es sich um meist ausdauernde, manchmal auch zwei- oder selten einjährige krautige Pflanzen. Sie bilden normalerweise einen, seltener mehrere, schlanke Stängel.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Grundblätter sind zwei- bis drei- oder ein- bis zweifach gefiedert, wobei die Endfiederabschnitte meist recht schmal, lineal-lanzettlich, linealisch oder verkehrt-eiförmig sind. Die Spreiten der Stängelblätter sind nach und nach reduziert, kleiner, und sitzen auf einer erweiterten Blattscheide.

Die end- und seitenständigen, lang gestielten, 6- bis 15- (bis 20)-strahligen Doppeldolden enthalten viele Blüten. Die linealischen oder lanzettlichen Hüllblätter stehen zu mehreren und fallen bei den meisten Arten nicht ab. Auch mehrere linealische Hüllchenblätter existieren. Die Blüten sind zwittrig. Kelchblätter fehlen meistens; ab und zu sind sie vorhanden, aber winzig. Die weißen oder rötlich überlaufenen Kronblätter sind an ihrer Basis keilförmig verschmälert sowie am oberen Ende gekerbt und genau in der Kerbe geht ein eingekrümmter, schmaler Lappen ab.

Die länglich-eiförmigen bis rundlichen, leicht abgeflachten Früchte besitzen fünf schwach geflügelte Rippen, wobei die seitlichen Rippen meist etwas breiter sind.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Gattung Cnidium ist mit etwa sechs bis elf Arten in den gemäßigten und kühleren Regionen Europas und Asiens verbreitet, je nach Auffassung der Gattung auch in Nordamerika. In Mitteleuropa sind nur Cnidium dubium und Cnidium silaifolium zu finden. In China kommen fünf Arten vor, eine davon nur dort.

Die meisten Arten kommen an offenen Standorten wie auf Grasland, an Feldrändern oder an der Küste vor, wobei sie nicht allzu trockene Standorte vorziehen.

Cnidium cnidiifolium
Cnidium japonicum

Systematik[Bearbeiten]

Ob eine klare Abgrenzung der Gattung der Brenndolden (Cnidium) zu nahe verwandten Gattungen, insbesondere zu den Silgen (Selinum) möglich ist, ist unklar. Von einigen Autoren wird deshalb eine Zusammenfassung der beiden Gattungen unter Selinum befürwortet. Wegen der unklaren Abgrenzung zu ähnlichen Gattungen besteht die Gattung je nach Auffassung des Autors aus zwischen sechs und etwa 20 Arten.

Cnidium-Arten (Auswahl):

  • Cnidium bhutanicum M.F.Watson (Syn.: Cnidium atropurpureum M.F.Watson): Die Heimat ist Bhutan.
  • Cnidium cnidiifolium (Turcz.) Schischk.: Die Heimat ist Kanada, Alaska, Sibirien und das fernöstliche Russland.[1]
  • Cnidium dauricum (Jacquin) Fisch. & C.A.Meyer: Die Heimat ist China, Korea, Japan, die Mongolei und Russland.
  • Cnidium divaricatum (Jacq.) Ledeb.
  • Gewöhnliche Brenndolde oder Sumpf-Brenndolde (Cnidium dubium (Schkuhr) Thell.)
  • Cnidium japonicum Miquel: Die Heimat ist Korea, Japan und China (Liaoning).
  • Cnidium monnieri (L.) Cusson: Die Heimat ist Europa, Russland, Indien, Laos Vietnam, China, Taiwan, die Mongolei und Korea. Ihre Samen werden als Medizin und als Aphrodisiakum verwendet. Mit zwei Varietäten:
    • Cnidium monnieri var. formosanum (Y.Yabe) Kitagawa, kommt nur in Taiwan vor.
    • Cnidium monnieri var. monnieri
  • Cnidium salinum Turcz.: Die Heimat ist China, Russland und die Mongolei.
  • Silaublättrige Brenndolde (Cnidium silaifolium (Jacq.) Simonk.): Sie ist eine in Mitteleuropa lokal eingebürgerte Art, die aus dem Mittelmeergebiet und Vorderasien stammt.
  • Cnidium sinchianum K.T.Fu: Dieser Endemit gedeiht nur in Xingjia Shan in der chinesischen Provinz Shaanxi an schattigen und feuchten Standorten.

Nicht mehr zu dieser Gattung gehört:

  • Ligusticum officinale (Makino) Kitag. (Syn.: Cnidium officinale Makino), eine Heilpflanze mit Heimat in Korea und Japan.[1]

Quellen[Bearbeiten]

  • Pu Fading (溥发鼎), Mark F. Watson: In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 14: Apiaceae through Ericaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2005, ISBN 1-930723-41-5, S. 136 (online). (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4, S. 375.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Cnidium im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 29. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brenndolden (Cnidium) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien