Brenschelbach

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Koordinaten: 49° 9′ 7″ N, 7° 20′ 5″ O

Brenschelbach
Wappen von Brenschelbach
Höhe: 266 m
Einwohner: 573 (31. Dez. 2015)
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66440
Vorwahl: 06844
Brenschelbach (Saarland)
Brenschelbach

Lage von Brenschelbach im Saarland

Blick auf Brenschelbach

Blick auf Brenschelbach

Die protestantische Kirche von Brenschelbach

Brenschelbach–Riesweiler bezeichnet einen Stadtteil von Blieskastel im saarländischen Saarpfalz-Kreis. Er besteht aus drei Siedlungen mit ganz unterschiedlichem Charakter, nämlich Brenschelbach, Riesweiler und Brenschelbach-Bahnhof mit der Blumenauer Mühle. Bis Ende 1973 war Brenschelbach eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Homburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brenschelbach-Riesweiler liegt im Bliesgau rund 15 km südöstlich von Blieskastel in der südöstlichsten Ecke des Saarpfalz-Kreises in einer Grenzlage zu Rheinland-Pfalz und Frankreich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Einsetzen der schriftlichen Überlieferung wird „Brenstelbach“ in einer undatierten Grenzbeschreibung der Herrschaft Bitsch aus der Mitte des 12. Jahrhunderts genannt.[1] Ein Prekarie-Vertrag zwischen dem Kloster Hornbach und einem Diuring vom 2. Februar 960 nennt eine „Riswillri marcha“ (Gemarkung von Riswillr), die mit dem kleineren Ortsteil Riesweiler identifiziert wird.[2] Die beiden Orte fielen bei der Teilung der Grafschaft Zweibrücken um 1297 an die jüngere Linie Zweibrücken. 1314 gehörte Riesweiler zur Pfarrei Brenschelbach. Riesweiler fiel bereits im 14. Jahrhundert wüst. Die Blumenauer Mühle kam 1403 als Vermächtnis der Agnes Kesseler an das Kloster Hornbach.[3]

Brenschelbach war im Dreißigjährigen Krieg ganz ausgestorben und wurde in den 1660er Jahren durch reformierte Schweizer Einwanderer neu besiedelt, Riesweiler dagegen zu Ende des 17. Jahrhunderts von katholischen Familien aus dem benachbarten Peppenkum und Medelsheim. Obwohl die beiden Orte weiter eine Gemeinde bildeten, blieb die konfessionelle Schranke bestehen. Riesweiler orientierte sich zur Parr hin, Brenschelbach nach Hornbach. Im 18. Jahrhundert unterstanden beide Orte der Schultheißerei Althornbach. 1920 kam Brenschelbach mit der Abtrennung des Saargebiets zum Kreis Homburg. 1937 wurde es dem Bürgermeisteramt Altheim angeschlossen, im Jahre 1950 wieder selbständiges Bürgermeisteramt.

Im Rahmen der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Brenschelbach am 1. Januar 1974 der Stadt Blieskastel zugeordnet.[4] Brenschelbach(-Riesweiler) ist seitdem ein Stadtteil und ein Gemeindebezirk.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turm der protestantischen Kirche in Brenschelbach stammt aus dem 13./14. Jahrhundert. Er zählt zur Gruppe der sogenannten „Hornbacher Türme“. Das ursprüngliche Satteldach wurde 1904 in ein Dach mit Helmspitze umgewandelt. Im Erdgeschoss des Turmes, der aus Quadermauerwerk besteht, ist noch das Kreuzrippengewölbe zu sehen. Die Turmtür hatte ehedem einen Spitzbogen, der aber 1722 zu einem Stichbogen verändert wurde. Das Langhaus der Kirche wurde 1928/29 von der Gemeinde errichtet. Die schlichte Halle mit Chorraum wurde nach Plänen des Bezirksbaurates Müller aus Homburg erbaut. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Kirchengebäude schwere Beschädigungen, die bis 1950 behoben waren. 1976 erfolgte die letzte größere Renovierung der Kirche.[5]

Am Ormersweiler Weg, außerhalb des Ortes in Richtung deutsch-französischer Staatsgrenze, steht der sogenannte „Schwedenstein“. Dabei handelt es sich um einen alten Grenzstein, auf dem sich auf beiden Seiten die Jahreszahl 1597 befindet. Auf der französischen und ehemals herzoglich lothringischen Seite ist das lothringische Doppelkreuz eingemeißelt, auf der deutschen und ehemals fürstlich pfalz-zweibrückischen Seite ein Wappenschild mit Rautenmuster und die Buchstaben PZ für Pfalz-Zweibrücken. Den Namen „Schwedenstein“ erhielt das alte Grenzzeichen aufgrund einer Sage, nach der im Dreißigjährigen Krieg die schwedischen Truppen genau bis zu dieser Stelle vorgedrungen sein sollen.[5]

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang des Schwalbbaches an der deutsch-französischen Grenze liegt das Naturschutzgebiet Schwalbaue.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Februar 2012 wurde Yvonne Malter (SPD) als Nachfolgerin von Alexander Guth vom Brenschelbacher Ortsrat zur neuen Ortsvorsteherin gewählt.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1916 bis 1945 war Brenschelbach Endpunkt der in Zweibrücken beginnenden Hornbachbahn.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Schöndorf: Brenschelbach-Riesweiler, Blieskastel 1992.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brenschelbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schöndorf 1992, S. 33
  2. Schöndorf 1992, S. 26 ff
  3. Schöndorf 1992, S. 60
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 809.
  5. a b c Brenschelbach auf dem Webangebot der Stadt Blieskastel, abgerufen am 7. Juni 2012