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Bahnstrecke Engers–Au

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(Weitergeleitet von Brexbachtalbahn)
Engers–Au (Sieg)
Streckennummer (DB):3032
Kursbuchstrecke (DB):ehem. 421, 423
Streckenlänge:74,0 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Strecke
von Köln
Abzweig geradeaus und ehemals von links
von Abzw Neuwied Rheinbrücke
Bahnhof
0,0 Engers 70 m
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Wiesbaden
Bahnhof
2,8 Bendorf-Sayn
ehemalige Blockstelle
2,8 Neitzert (Anst)
Tunnel
3,4 Sayner Tunnel (146 m)
Haltepunkt / Haltestelle Strecke ab hier außer Betrieb
Kletterwald
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Brexbach
Tunnel (Strecke außer Betrieb)
4,4 Burg-Tunnel (117 m)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Pfadfinderlager
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Brexbach
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Brexbachtal
Tunnel (Strecke außer Betrieb)
7,2 Teufelsberg-Tunnel (108 m)
Tunnel (Strecke außer Betrieb)
9,9 Mühlberg-Tunnel (226 m)
Tunnel (Strecke außer Betrieb)
11,1 Grenzauer Tunnel (111 m)
Tunnel (Strecke außer Betrieb)
11,5 Moosberg-Tunnel (85 m)
Wechsel des Eisenbahninfrastrukturunternehmens (Strecke außer Betrieb)
11,6 DB InfraGO – Eifelbahn Verkehrsgesellschaft[1]
Abzweig ehemals geradeaus und von rechts
von Hillscheid (Westerw)
Bahnhof
11,9 Grenzau (Keilbahnhof) 240 m
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Kammerforst
Tunnel
Hüttenfeld-Tunnel (41 m)
Haltepunkt / Haltestelle
Hundsdorf
ehemalige Blockstelle
Fuchs
ehemalige Blockstelle
Neitzert
Bahnhof
17,4 Ransbach (Westerw)
ehemalige Blockstelle
19,1 Anschluss Ludwig
Haltepunkt / Haltestelle
19,4 Ebernhahn
Kreuzung geradeaus unten
Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main
Strecke mit Straßenbrücke
Bundesautobahn 3
Wechsel des Eisenbahninfrastrukturunternehmens
21,0 Eifelbahn Verkehrsgesellschaft – DB InfraGO[1]
Abzweig geradeaus und von rechts
von Staffel
Bahnhof
21,6 Siershahn
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
23,1 Mogendorf
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
25,3 Nordhofen
ehemaliger Bahnhof
27,7 Selters (Westerw) 264 m
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
nach Hachenburg (Meterspur)
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
Schütz Behälterbau
Wechsel des Eisenbahninfrastrukturunternehmens
29,2 DB InfraGO – Holzbachtalbahn[2]
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Goddert [Anm. 1]
ehemaliger Bahnhof
31,2 Marienrachdorf
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
33,5 Brückrachdorf
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
36,4 Dierdorf (Bz Koblenz)
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
38,6 Wienau
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
41,3 Raubach
ehemalige Blockstelle
42,6 Hedwigsthal Papierfabrik
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
44,3 Puderbach 207 m
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
45,7 Reichenstein
Tunnel
48,9 Seifener Tunnel (38 m)
ehemaliger Bahnhof
49,4 Seifen (Westerw)
Brücke über Wasserlauf
50,5 Wied
Abzweig geradeaus und ehemals von links
50,4 von Linz (Rhein)
Brücke über Wasserlauf
50,0 Wied
ehemaliger Bahnhof
51,6 Flammersfeld
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
54,0 Berzhausen
Dienststelle, ehemals Bahnhof
56,4 Neitersen (Anst, ehem. Bf)
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
57,7 Schöneberg (Westerw)
Wechsel des Eisenbahninfrastrukturunternehmens
60,2 Holzbachtalbahn – DB InfraGO
Bahnhof
61,1 Altenkirchen (Westerw) 215 m
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Limburg (Lahn)
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
63,4 Dieperzen [Anm. 1]
Haltepunkt / Haltestelle
65,4 Obererbach 260 m
Tunnel
66,5 Marienthaler Tunnel (1050 m)
Haltepunkt / Haltestelle
67,8 Kloster Marienthal
Bahnhof
69,0 Breitscheidt
Haltepunkt / Haltestelle
71,8 Pracht Hohegrete
Grenze
72,5 Landesgrenze RLP/NRW
Haltepunkt / Haltestelle
72,7 Geilhausen
Brücke über Wasserlauf
73,2 Sieg
Abzweig geradeaus und von links
von Köln
Bahnhof
74,0 Au (Sieg) 145 m
Strecke
nach Siegen

Quellen: [3][4][5]

Die Bahnstrecke Engers–Au ist eine Nebenbahn in Rheinland-Pfalz. Sie zweigt in Engers von der Rechten Rheinstrecke ab und führt im Westerwald über Siershahn und Altenkirchen (Westerwald) nach Au, wo sie in die Siegstrecke einmündet.

Es existieren mehrere unterschiedliche Namen für die Bahnstrecke bzw. Teile davon, im Einzelnen sind dies:

Bahnbau und Eröffnung

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Erste Bestrebungen für einen Bahnbau in dieser Region gab es Anfang der 1870er Jahre durch die Hessische Ludwigsbahn (HLB) quer durch den Westerwald, auch die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) projektierte eine Strecke vom Siegtal nach Limburg mit einem Abzweig zum Rhein. Eine entsprechende Konzession der Strecken Engers–Altenkirchen und Limburg–Siershahn für die RhE wurde 1871 erteilt. Die HLB erhielt eine Konzession für eine Strecke von Troisdorf über Altenkirchen nach Limburg im Jahr 1873.

Vertraglich war für die RhE eine Fertigstellung vier Jahre nach dem nötigen Grunderwerb festgelegt, die RhE nutzte diese Bestimmung als Vorwand um den Bahnbau zu verzögern, denn nach dem Gründerkrach fehlte es an Finanzmitteln, immerhin waren 16 Millionen Mark für den Bahnbau veranschlagt. Der Grundstückserwerb und konkrete Detailplanungen über den Verlauf der Bahnstrecken zog sich so einige Jahre hin, als die Gesellschaft 1880 schließlich von Preußen verstaatlicht wurde, wurde als neuer Fertigstellungstermin der 1. Juli 1884 bestimmt. Nun begannen die eigentlichen Arbeiten an zahlreichen Stellen der Strecke zugleich, die nötigen Gelder hatte die RhE noch vor der Verstaatlichung beschafft. Termingerecht wurde die Strecke am 30. Mai 1884 zusammen mit den Strecken Staffel–Siershahn und Grenzau–Höhr-Grenzhausen eröffnet.[7][8]

Die HLB hatte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und ließ ihre Konzession 1880 verfallen. Da die Strecke der verstaatlichten RhE und die vom Preußischen Staat fertig zu bauende Bahnstrecke Limburg–Altenkirchen nun ohne Verbindung ins Siegtal im Westerwald geendet hätte, beschloss Preußen am 21. Mai 1883 die Verbindung Altenkirchen–Au auf eigene Kosten zu bauen. Am 1. Mai 1887 wurde dieses Teilstück eröffnet.[9]

Betrieb bis 1990

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Empfangsgebäude Bahnhof Altenkirchen (Westerwald)
Bahnhofsgebäude Engers

Der Abschnitt Engers–Siershahn sollte 1905 zweigleisig ausgebaut werden, aufgrund hoher Baukosten wurde das Vorhaben dann aber doch nicht umgesetzt.[10]

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Strecke mehrfach das Ziel von Bombenangriffen, so wurden die Bahnhöfe Altenkirchen, Dierdorf und Siershahn teilweise schwer beschädigt. Zurückweichende Truppen sprengten dann im März 1945 zahlreiche Brücken, sodass der Verkehr vorerst zum Erliegen kam.[11] Komplett durchgängig befahrbar war die Strecke dann erst 1947.[12]

Nachdem der Personenverkehr auf Uerdinger Schienenbusse umgestellt worden war, wurden zum 20. Oktober 1952 nachträglich die Bedarfshaltepunkte Hundsdorf, Mogendorf, Nordhofen, Brückrachdorf, Wienau, Berzhausen, Schöneberg (Westerw), Kloster Marienthal und Ebernhahn eingerichtet,>sowie die spätere Eröffnung des Haltepunkts Hohe Grete (heute: Pracht Hohegrete) angekündigt.[5]

Zielschild des Schienen-Straßen-Omnibusses

Von 1954 bis 1967 führte auch die Verbindung KoblenzBetzdorf des Schienen-Straßen-Omnibusses über die Strecke, wobei dieser ab Dierdorf (Bz Koblenz) auf Gleisen fuhr. Der Bahnhof Marienrachdorf wurde zum 7. Juli 1967 in einen unbesetzten Haltepunkt umgewandelt.[13] Bis 1975 fuhren auf der Strecke regelmäßig Dampfloks. Zuletzt waren es mit Betzdorfer Loks der Baureihe 50 bespannte Schotterzüge aus Erbach in Richtung Troisdorf/Köln.

Am 2. Juni 1984 wurde der Personenverkehr auf dem Abschnitt Siershahn–Altenkirchen eingestellt. 1986 schlossen die Deutsche Bundesbahn und das Land Rheinland-Pfalz eine Rahmenvereinbarung, die vorsah, dass beide Partner Planungen zur Verbesserung des Verkehrsangebotes durchführen und eine zehnjährige Bestandsgarantie für den Nahverkehr auf der Strecke Au–Westerburg–Limburg besteht. Daraufhin wurde 1988 das Zugangebot zwischen Au und Altenkirchen ausgebaut. So wurde der Betrieb weitgehend auf die neue Baureihe 628 umgestellt, die Fahrzeiten durch die Einrichtung von Bedarfshalten beschleunigt und die Zahl der Fahrten erhöht. Am 28. Mai 1989 wurde Schienenpersonennahverkehr auf dem Abschnitt Engers–Siershahn ebenfalls eingestellt. Trotz der Vereinbarung und der steigenden Zugzahl um 9 Fahrten täglich sank die Querschnittsnachfrage weiter, im Abschnitt Altenkirchen–Au montags bis freitags konkret von 955 Fahrgästen im Jahr 1988 auf 697 pro Tag im Jahr 1992. Daraufhin wurde das Angebot zum Fahrplanwechsel im Jahr 1993 stärker vertaktet und der Verkehr in Schwachlastzeiten ausgeweitet.[14] Gleichzeitig wurde dieser Abschnitt auf signalisierten Zugleitbetrieb umgestellt.

Am 1. August 1994 wurde der Güterverkehr zwischen Engers und der Anschlussstelle Ludwig eingestellt. Ein kleiner Teil wurde um 2001 noch beim Bau der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main genutzt, 2004 wurde auch der Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Ludwig und Siershahn stillgelegt. Jahrelang war die Strecke stellenweise stark zugewachsen und nicht befahrbar.

vectus-Triebwagen im Einsatz auf der Oberwesterwaldbahn beim Zwischenhalt im Bahnhof Altenkirchen (Westerwald)

Mit ihrer Betriebsaufnahme setzte die Vectus Verkehrsgesellschaft mbH ab dem 12. Dezember 2004 ihre neuen LINT-Triebwagen ein, die die 1986 eingerichteten Bedarfshalte wieder als reguläre Halte bedienen konnten. Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 übernahm die Hessische Landesbahn (HLB) die Verkehre auf der Oberwesterwaldbahn für einen Zeitraum von 16 Jahren sowie Fahrzeuge und Personal von Vectus. Die jetzigen Zugleistungen sind unter der Bezeichnung Westerwald-Sieg-Bahn (RB 90) in der Regel von Siegen durchgebunden, hinzu kommen einzelne Verstärkerfahrten im Abschnitt Altenkirchen–Au. Da der Ausbau noch nicht die Fahrzeiten Siegen–Altenkirchen–Limburg mit allen geplanten Halten laut Deutschlandtakt zulässt, endeten die meisten Fahrten zunächst in Westerburg. Die Fahrten zwischen Betzdorf, Au und Altenkirchen werden jede zweite Stunde verdoppelt.

Anfang 2023 wurde bekanntgegeben, dass zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 drei zweiteilige Siemens-Mireo-Plus-B-Triebwagen im Pilotbetrieb zum Einsatz kommen sollen. Diese gingen aus einer Fahrzeugausschreibung der Hessischen Landesbahn hervor und sind Teil eines Tests des SPNV-Nord zur Dekarbonisierung des Schienenverkehrs.[15]

Im November 2023 ging ein neues elektronisches Stellwerk des Typs ZSB 2000 im Bahnhof Breitscheidt in Betrieb, womit der Einsatz des signalisierten Zugleitbetriebs endete.[16]

Güterverkehr auf Holzbachtalbahn seit 2005

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Passage des Betriebsgeländes von Schütz
Haltepunkt Nordhofen
Bahnhof Puderbach
Der planmäßig von Montag bis Freitag verkehrende Güterzug nach Selters zu Schütz Behälterbau mit einer Diesellokomotive der Baureihe 215 bei Obererbach.

Im Jahre 2005 wurde die Infrastruktur der 1999 stillgelegten Strecke Selters–Raubach Eigentum der Westerwaldbahn (WEBA). In 2006 wurde diese reaktiviert. Zusammen mit dem Abschnitt Raubach–Altenkirchen bediente die WEBA seitdem von Altenkirchen aus wieder Güterkunden auf der Schiene, u. a. einen Gleisanschluss in Neitersen und zu Schütz Behälterbau in Selters, dort quert die Bahnstrecke im Werksgelände auch Fabrikhallen. Eingesetzt wurden Dieselloks des Typs OnRail DH 1004 (umgebaute Baureihe V 100 der Deutschen Bundesbahn). Nur bei Sperrung der Strecke über Montabaur gab es Durchgangsgüterverkehr.[17] 2017 erreichte die Transportmenge ihren Höchstwert von 230.000 Tonnen, was einen kostendeckenden Betrieb ermöglichte.[18]

Im Juni 2017 beschloss der Kreistag Altenkirchen die Kündigung der Kooperationsvereinbarung mit DB Cargo sowie die Einleitung eines Stilllegungsverfahrens für die Holzbachtalbahn durch die kreiseigene Westerwaldbahn zum 31. Dezember 2017.[19] Gegen eine wegen des vergleichsweise schlechten Zustands notwendige Modernisierung der Strecke hatte ein Konkurrent von Schütz, die Werit-Kunststoffwerke W. Schneider GmbH & Co. KG in Altenkirchen, geklagt, da man im Gleisanschluss beziehungsweise der Sanierung der Strecke auf Kosten der öffentlichen Haushalte einen unrechtmäßigen Wettbewerbsvorteil für Schütz sah.[20] Der Güterverkehr wurde dann Anfang Dezember 2017 teilweise, im August 2018 komplett[21] von der DB Cargo übernommen. Sie wickelt außer einem Leerwagenzug pro Woche den gesamten Verkehr über Montabaur ab.[22] Zum Jahresende 2017 hatte die Westerwaldbahn die Gleisanschlussverträge gekündigt.

Im Juni 2018 wurde bekannt, dass die Gesellschafterversammlung der Westerwaldbahn einem Übernahmevertrag mit der Lappwaldbahn zustimmte. Da auf der Bahnstrecke Limburg-Staffel–Siershahn keine weiteren Trassen frei sind, ist die Holzbachtalbahn für den Güterverkehr weiter von Bedeutung. Um die Wettbewerbsbeschwerde zu entkräften, wird unter anderem ein touristischer Verkehr erwogen.[23]

Am 26. November 2018 kaufte die Lappwaldbahn Service GmbH die Strecke,[24] deren Eigentümerin sie zum 1. Januar 2019 wurde.[25] Nach einer provisorischen Instandsetzung konnte der Güterverkehr auf der Strecke Ende 2019 testweise wieder aufgenommen werden.[26] Seit September 2020 wurde eine vollständige Instandsetzung durchgeführt, bei welcher der Güterverkehr für ein halbes Jahr ausgesetzt wurde, damit fünf Brücken neugebaut werden konnten. Im Zuge dieser Streckensanierung wurden im Jahr 2022 auf Teilabschnitten neben diversen Schienen auch die vorhandenen Stahlschwellen, teilweise aus dem Jahr 1927 stammend, nach fast 100-jähriger Nutzungsdauer, gegen moderne Betonschwellen ausgetauscht. Die Arbeiten, die einen zweistelligen Millionenbetrag erforderten, sollten im Jahr 2023/24 abgeschlossen sein.[27]

2025 hat die Holzbachtalbahn GmbH den Streckenabschnitt von Selters bis Altenkirchen von der Lappwaldbahn als Eigentümerin übernommen, wobei letztere den Betrieb noch bis zum 14. Dezember 2025 abwickelte.[28]

Von Altenkirchen aus findet heute noch Güterverkehr statt. Über eine Reaktivierung der Verbindung im Personenverkehr wird seit einigen Jahren diskutiert, im Jahr 2004 fanden Probefahrten mit einem Triebwagen der Vectus Verkehrsgesellschaft zwischen Altenkirchen und Raubach statt.

Im November 2020 haben das Land Rheinland-Pfalz und die Deutsche Bahn eine Rahmenvereinbarung zum Bau neuer Stationen und zur Verlegung bestehender Stationen unterzeichnet. Im Rahmen der Stationsoffensive soll ab 2027 ein neuer Halt in Pracht-Wickhausen entstehen, der den bisherigen Halt Hohegrete ersetzt.[29]

Brexbachtalbahn e. V.

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Am 26. März 2007 wurde in Bendorf der Verein Brexbachtalbahn e. V. gegründet. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, die Bahn für den Tourismus wieder in Betrieb zu nehmen.

Dampfloks am 31. Mai 2009 beim Bahnfest zur Wiedereröffnung des Streckenabschnitts Grenzau–Siershahn

Am 13. Februar 2009 erteilte das Verkehrsministerium von Rheinland-Pfalz die Betriebsgenehmigung für den Abschnitt Siershahn–Grenzau. Im Rahmen eines Festes zum 125. Geburtstag der Brexbachtalbahn am 30. Mai 2009 und an den folgenden Pfingsttagen wurde der Streckenabschnitt mit Pendelfahrten eines Dampfzugs für den touristischen Verkehr in Betrieb genommen, nachdem Verkehrsminister Hendrik Hering zur Wiedereröffnung das rot-weiße Band durchschnitten hatte. Zusätzlich zu den Pendelfahrten kam ein Dampfsonderzug aus Oberhausen. Durch den Verein Brexbachtalbahn e. V. wurden zusätzliche Bedarfshaltepunkte in Bendorf/Sayn (Kaufland) und Kletterwald/Abtei Sayn eingerichtet sowie der Haltepunkt Pfadfinderlager reaktiviert.

Im Jahr 2010 fanden erstmals touristische Zugfahrten auf dem Abschnitt Siershahn–Grenzau mit Schienenbussen der Baureihe 798, mit Dampfzügen und LINT-Triebwagen der Vectus Verkehrsgesellschaft statt. Weitere Fahrten wurden zu besonderen regionalen Ereignissen auf der Strecke angeboten. Im Dezember 2013 lief die Betriebsgenehmigung aus, sodass keine Fahrten mehr stattfanden.[30] Der Stadtrat Bendorf stimmte am 28. März 2017 gegen eine Reaktivierung der Strecke.[31]

Im März 2019 wurde für den Abschnitt Grenzau–Siershahn wieder eine Betriebsgenehmigung auf 25 Jahre erteilt. Die Strecke Engers–Grenzau wird als Baugleis regelmäßig von Bauzügen des Vereins Brexbachtalbahn e. V. befahren. Betrieben wird die Strecke von der Eifelbahn Verkehrsgesellschaft mbH (EVG).[32] Im Juni folgte die Genehmigung für den Abschnitt Engers–Sayn.[33]

Der Zweckverband SPNV Nord ließ 2024 eine Nutzen-Kosten-Untersuchung zur Reaktivierung der Brexbachtalbahn durchführen.[34] Im Jahr 2025 veröffentlichte der SPNV Nord das Ergebnis seiner Machbarkeitsstudie, in der der mögliche Betrieb einer Regionalbahnlinie zwischen Engers und Siershahn untersucht wurde. Die Studie kam zu einem Kosten-Nutzen-Faktor von 3,89 und hielt somit die Reaktivierung der Strecke im regelmäßigen Personennahverkehr für volkswirtschaftlich sinnvoll.[35]

Streckenbeschreibung

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Der auch als Brexbachtalbahn bekannte Abschnitt entlang des Brexbachs verbindet die rechte Rheinstrecke mit der Unterwesterwaldbahn und verläuft von Neuwied-Engers über Bendorf, Grenzau und Ransbach-Baumbach nach Siershahn. Zwischen Engers und Siershahn ist ein Höhenunterschied von 230 Metern zu bewältigen. Auf über 36 Brücken und Viadukten sowie durch sieben Tunnel[36] verläuft die Bahnstrecke durch das Brexbachtal. Ab dem Bahnhof Grenzau zweigte die Bahnstrecke Grenzau–Hillscheid ab, welche via Bahnhof Höhr-Grenzhausen nach Hillscheid verlief. Von 1912 bis 1945 mündete zwischen den Bahnhöfen Flammersfeld und Seifen die Strecke von Linz (Rhein) ein.

Betriebsstellen

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Engers

Der Bahnhof Engers besteht seit Eröffnung der Rechten Rheinstrecke 1869. Später entstand hier ein Bahnknotenpunkt mit eigenem Bahnbetriebswerk und Rangierbahnhof.

Grenzau

Neben dem Abzweig zur Bahnstrecke Grenzau–Hillscheid hatte der Bahnhof Grenzau zur Dampflokzeit vor allem Bedeutung als Wasserstation, alle bergwärts fahrenden Züge mussten hier Wasser fassen.

Siershahn
Zwei Güterzüge in Siershahn (1993)

Vor allem im Güterverkehr hat Siershahn Bedeutung. Neben den Verladeanlagen der Tonindustrie besteht auch eine Anschlussbahn zu den Schütz-Werken.

Puderbach

Das Empfangsgebäude wurde als Typenbau aus Basaltgestein errichtet. An einen giebelständigen, dreistöckigen Mittelbau mit Krüppelwalmdach schloss sich im Südwesten ein traufenständiger Güterschuppenanbau aus Fachwerk an, im Nordosten ein traufenständiger, zweistöckiger Anbau aus Bruchstein. Gegenüber dem Stationsgebäude wurde ein separates Abtrittgebäude gebaut. Es gab zwei getrennte Warteräume für die 2. sowie für die 3. und 4. Klasse. Im Bahnhofsgebäude befanden sich eine Gaststätte, ein Fahrkartenschalter, Wartezimmer, ein mechanisches Stellwerk sowie Wohn- und Übernachtungsräume für Bahnpersonal.

Im Bahnhof wurden Grubenholz und landwirtschaftliche Produkte umgeschlagen sowie Tiertransporte durchgeführt. Auch Arbeiter der nahen Reichensteiner Eisenerzgrube nutzten den Bahnhof.

Altenkirchen (Westerw)
Bahnhof Altenkirchen

Zunächst kurzzeitig Endstation entwickelte sich Altenkirchen (Westerw) zu einem lokalen Bahnknotenpunkt mit eigenem Bahnbetriebswerk. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof teilweise zerstört.

Obererbach

Der Haltepunkt Obererbach liegt im Ortsteil Niedererbach der Ortsgemeinde, einige hundert Meter vor dem Südportal des Marienthaler Tunnels. Auch dieser verfügt lediglich über eine geringe Ausstattung. Das Empfangsgebäude wurde als Typenbau aus Bruchstein ausgeführt, daran schließt sich ein Güterschuppen aus Fachwerk an. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.[37]

Kloster Marienthal

Der Haltepunkt Kloster Marienthal liegt unmittelbar vor dem Nordportal des Marienthaler Tunnels unterhalb des ehemaligen Franziskanerklosters und verfügt wie die übrigen Haltepunkte auch nur über eine Grundausstattung. Angeschlossen wird der gleichnamige Ortsteil von Seelbach. Eine Schließung des Haltepunkts wurde diskutiert, da er nicht mehr den Sicherheitsanforderungen des Eisenbahn-Bundesamts genügt und lediglich acht Fahrgäste pro Woche aufweist.[38] Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 wurde der Haltepunkt wieder in einen Bedarfshalt umgewandelt.

Breitscheidt

Breitscheidt ist der einzige Zwischenhalt auf dem Streckenabschnitt, der als Bahnhof klassifiziert ist. Im Bahnhof sind Zugbegegnungen möglich.

Hohegrete
Haltepunkt Hohe Grete

Die Station Hohegrete besteht aus einem Bahnsteig mit Wartehäuschen. Das Stationsschild zeigt die Schreibweise Hohe Grete.

Geilhausen
Haltepunkt Geilhausen

Der Haltepunkt Geilhausen besteht aus einem Bahnsteig mit Wartehäuschen.

Au (Sieg)

Der Bahnhof Au (Sieg) wurde bereits 1860 mit der Eröffnung der Siegstrecke in Betrieb genommen. Nachdem die Oberwesterwaldbahn nach Altenkirchen angeschlossen wurde, entstand ein wichtiger Bahnknotenpunkt. Der Bahnhof gliedert sich in einen Güterbahnhof, den Personenbahnhof an der Siegstrecke mit 5 Bahnsteiggleisen für die Züge der Deutschen Bahn und einen kleinen Flügelbahnhof mit nur einem Bahnsteig und einem Gleis, an welchem die Züge der Bahnstrecke Engers–Au abfahren.

Commons: Bahnstrecke Engers–Au – Sammlung von Bildern
  1. a b Bedarfshalt laut Bundesbahndirektion Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz vom 28. Mai 1965, Nr. 24. Bekanntmachung Nr. 247, S. 107.

Einzelnachweise

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  1. a b Sammlung betrieblicher Vorschriften. Regelungen zur FV-NE. Eifelbahn Verkehrsgesellschaft, 11. Dezember 2020, abgerufen am 19. Dezember 2025.
  2. Anlage 5 – Verzeichnis der Bahnübergänge, Brücken, Tunnel und Geschwindigkeiten. (PDF (88 KB)) Holzbachbahntal GmbH, 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025.
  3. DB Netze - Infrastrukturregister
  4. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  5. a b Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Eisenbahndirektion Mainz vom 24. Oktober 1952, Nr. 47. Bekanntmachung Nr. 677, S. 342 f.
  6. diebrex.de
  7. Willi Merzhäuser / Hans-Jürgen Wenzel: Eisenbahnen im Westerwald – Zwischen Sieg und Lahn. EK-Verlag, Freiburg 1996, S. 115 f.
  8. Reichseisenbahnamt (Hrsg.): Statistik der im Betriebe befindlichen Eisenbahnen Deutschlands. 1888, S. 9.
  9. Willi Merzhäuser / Hans-Jürgen Wenzel: Eisenbahnen im Westerwald – Zwischen Sieg und Lahn. EK-Verlag, Freiburg 1996, S. 91 ff.
  10. Willi Merzhäuser / Hans-Jürgen Wenzel: Eisenbahnen im Westerwald – Zwischen Sieg und Lahn. EK-Verlag, Freiburg 1996, S. 132.
  11. Willi Merzhäuser / Hans-Jürgen Wenzel: Eisenbahnen im Westerwald – Zwischen Sieg und Lahn. EK-Verlag, Freiburg 1996, S. 132 f.
  12. Willi Merzhäuser / Hans-Jürgen Wenzel: Eisenbahnen im Westerwald – Zwischen Sieg und Lahn. EK-Verlag, Freiburg 1996, S. 105.
  13. Bundesbahndirektion Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz vom 7. Juli 1967, Nr. 27. Bekanntmachung Nr. 243, S. 110; ebd. vom 21. Juli 1967, Nr. 29. Bekanntmachung Nr. 264, S. 123.
  14. Kleine Anfrage 1519, Autor: Fritsche (DIE GRÜNEN), Zukunft der Eisenbahnstrecke Au–Limburg, 25. März 1993
  15. Alternative Antriebe im Norden von Rheinland-Pfalz: Durchbruch beim Pilotprojekt mit Batteriezügen im Westerwald / Zuschlag an Siemens Mobility für Mireo Plus B Fahrzeuge. Gemeinsame Pressemitteilung SPNV-Nord und Hessische Landesbahn. 7. Februar 2023, abgerufen am 22. Februar 2023.
  16. Betriebsstelle Breitscheidt (Kr Altenkirchen Ww) (KBRS) | Stellwerksdatenbank. Abgerufen am 11. November 2025.
  17. Tonzugumleiterverkehr im Westerwald. In: lok-report.de. Abgerufen am 13. Februar 2018.
  18. Letzte Tour auf der Holzbachtalstrecke: Weba fährt zum Abschied Güterrekord ein. (rhein-zeitung.de [abgerufen am 13. Februar 2018]).
  19. Einstellung des Güterverkehrs beschlossen. In: eisenbahn-magazin. Nr. 9, 2017, ISSN 0342-1902, S. 31.
  20. Holzbachtalbahn: Illegale Beihilfe für Firma Schütz? (rhein-zeitung.de [abgerufen am 13. Februar 2018]).
  21. Wiederaufnahme des Güterverkehrs. In: eisenbahn-magazin. Nr. 11, 2018, ISSN 0342-1902, S. 28.
  22. Holzbachtalbahn: Letzte Fahrt der WEBA heute, Allerletzte am Montag. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  23. Kratzer, Markus und Günther, Hans-Peter: Weichen gestellt: Lappwaldbahn soll Bahnstrecke Altenkirchen–Selters übernehmen. In: Rhein-Zeitung. 21. Juni 2018, abgerufen am 16. August 2018.
  24. Holzbachtalbahn Altenkirchen – Selters gerettet. In: AK-Kurier. 18. Dezember 2018, abgerufen am 19. Dezember 2018.
  25. Strecke Westerwald. Abgerufen am 21. November 2019.
  26. Wieder Güterverkehr auf der Holzbachtalbahn. 11. November 2019, abgerufen am 21. November 2019.
  27. Umfassende Sanierung der Holzbachtalbahn. In: SWR Aktuell. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Juni 2020; abgerufen am 30. Juni 2020.
  28. Holzbachtalbahn GmbH. Holzbachbahntal GmbH, 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025.
  29. 40 Millionen Euro für Rheinland-Pfalz: Stationsoffensive bringt 17 neue, barrierefreie Stationen, Pressemitteilung Deutsche Bahn, 20. November 2020
  30. Fahrten auf der „Brex“. Brexbachtalbahn e. V., archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 28. Oktober 2018; abgerufen am 15. Februar 2017.
  31. Keine Reaktivierung. In: eisenbahn-magazin. Nr. 6, 2017, ISSN 0342-1902, S. 29.
  32. FREIE FREIE FAHRT FÜR DIE BREXBACHTALBAHN. Brexbachtalbahn e. V., 3. April 2019, abgerufen am 3. April 2019.
  33. Freie Fahrt für die Brexbachtalbahn auch in Bendorf. Abgerufen am 19. November 2019.
  34. https://www.spnv-nord.de/fileadmin/user_upload/76._VBVS_SPNV-Nord_Charts_oeT.pdf
  35. 78. Verbandsversammlung SPNV-Nord Öffentlicher Teil. (PDF) Spnv Nord, abgerufen am 23. Mai 2025.
  36. Strecke 3032. In: Eisenbahn-Tunnel und deren Tunnelportale in Deutschland. Lothar Brill
  37. zielbahnhof.de: Bahnstation Obererbach. Abgerufen am 25. Dezember 2025.
  38. Marienthaler Wirte wollen sich wehren – Schließung des Haltepunktes der Bahn. In: ak-kurier.de. Abgerufen am 16. Februar 2017.