Brick Lane

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Brick Lane (Begriffsklärung) aufgeführt.
Blick in die Brick Lane
Brick Lane Straßenschild in Englisch und Bengali.

Die Brick Lane (Bengali: ব্রিক লেন) ist eine Straße im Londoner Stadtbezirk Tower Hamlets. Sie führt von Bethnal Green im Norden durch Spitalfields bis Whitechapel im Süden und ist eine der bekanntesten Straßen des Londoner East Ends. Die Straße gilt als das Herz der Bangladeschi-Gemeinde Londons und ist unter anderem für ihre zahlreichen südasiatischen Restaurants und ihren Straßenmarkt bekannt.[1][2] Straße und Straßenmarkt gelten heute als Londoner Touristenattraktion.[3][4][5][6]

Die Brick Lane ist rund einen Kilometer lang und größtenteils nur in eine Richtung befahrbar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brick-Lane-Moschee, zunächst als Kirche, später als Synagoge und heute als Moschee verwendet, reflektiert den demographischen Wandel des Stadtteils.

Ursprünglich trug die Straße den Namen Whitechapel Lane und verlief in einer ländlichen Gegend. Ihr heutiger Name bezieht sich auf die Backstein-Produktion, die seit dem 15. Jahrhundert den lokalen Ziegellehm verarbeitete.[7] Im 17. Jahrhundert entwickelte sich die Straße aufgrund des Bevölkerungszuwachses zu einem Wohngebiet.[8] Zahlreiche Einwanderer ließen sich in der Gegend nieder, so zunächst französische Hugenotten. In dieser Zeit entwickelte sich der Stadtteil zu einem Zentrum des Weberhandwerks, der Schneiderei und Bekleidungsherstellung.[9]

Im 19. Jahrhundert ließen sich zunehmend irische Immigranten[10] und aschkenasische Juden in der Brick Lane nieder.[11] Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhöhte sich die Zahl der Juden durch eine neue Einwanderungswelle. Im späten 20. Jahrhundert kam eine neue Gruppe von Einwanderern aus Bangladesch hinzu, die die Straße inzwischen dominiert und prägt.[12]

1742 erbauten die Hugenotten La Neuve Eglise, eine protestantische Kirche, an der Ecke Brick Lane und Fournier Street. Ab 1809 wurde sie von Missionaren als The Jews’ Chapel zur Missionierung der wachsenden jüdischen Bevölkerung genutzt. Von 1819 an diente sie der methodistischen Gemeinde als Kirche, ab 1898 war sie unter dem Namen Machzikei HaDath Synagoge. Nach dem Zuzug zahlreicher Bangladeshis dient sie seit 1976 unter dem Namen London Jamme Masjid als Moschee.[13] Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (Grade II* listed).[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brick Lane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BBC: Bangladeshi London
  2. expedia.de: Brick Lane
  3. timeout.com: Brick Lane Market Guide
  4. tripadvisor: Brick Lane
  5. london-kurztrip.de: Brick Lane
  6. Brick Lane Tourist Guide
  7. "Stepney: Economic History", A History of the County of Middlesex: Volume 11: Stepney, Bethnal Green (1998), pp. 52-63 Retrieved 15 October 2007
  8. "Bethnal Green: The West: Shoreditch Side, Spitalfields, and the Nichol", A History of the County of Middlesex: Volume 11: Stepney, Bethnal Green (1998), pp. 103-109 Retrieved 15 October 2007.
  9. "Bethnal Green: Settlement and Building to 1836", A History of the County of Middlesex: Volume 11: Stepney, Bethnal Green (1998), pp. 91-5 Daten abgerufen am 17. April 2007
  10. John A. Jackson, Irish in Britain , 137-9, 150 (Routledge & Kegan Paul, 1964)
  11. The Jews, A History of the County of Middlesex: Volume 1: Physique, Archaeology, Domesday, Ecclesiastical Organization, The Jews, Religious Houses, Education of Working Classes to 1870, Private Education from Sixteenth Century (1969), pp. 149-51
  12. The Spatial Form of Bangladeshi Community in London's East End Iza Aftab (UCL) (particularly background of Bangladeshi immigration to the East End). Daten abgerufen am 17. April 2007
  13. Lucy Dixon, "A brief history of the Mosque" (Memento vom 7. Oktober 2008 im Internet Archive), My Tower Hamlets website, Retrieved 15 Oct 2007
  14. Images of England

Koordinaten: 51° 31′ 19″ N, 0° 4′ 18″ W