Brig-Glis

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Brig-Glis
Wappen von Brig-Glis
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Brigw
BFS-Nr.: 6002i1f3f4
Postleitzahl: 3900
UN/LOCODE: CH BRI (Brig)
Koordinaten: 642260 / 129562Koordinaten: 46° 18′ 58″ N, 7° 59′ 14″ O; CH1903: 642260 / 129562
Höhe: 691 m ü. M.
Fläche: 38,08 km²
Einwohner: i13'158 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 346 Einw. pro km²
Stadtpräsident: Louis Ursprung
Website: www.brig-glis.ch
Die Gemeinden Brig-Glis und Naters vor dem Glishorn

Die Gemeinden Brig-Glis und Naters vor dem Glishorn

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Brig-Glis ist eine politische Gemeinde und eine Burgergemeinde mit einem Burgerrat im schweizerischen Kanton Wallis und Hauptort des Bezirks Brig sowie eine Pfarrgemeinde des Dekanats Brig. Die Gemeinde bildet das wirtschaftliche Zentrum des deutschsprachigen Oberwallis und war Alpenstadt des Jahres 2008.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brig-Glis liegt zwischen den nördlichen Berner Alpen und den südlichen Walliser Alpen an der Einmündung der Saltina in die Rhone. Das Gemeindegebiet reicht von der Talebene (678 m ü. M.) bis hinauf auf das zur Weissmiesgruppe gehörende Spitzhorli (2737 m ü. M.), das sich westnordwestlich des Simplonpasses erhebt.

Durch Brig-Glis führt als Teil der Europastraße 62 die abschnittsweise als Autobahn 9 ausgebaute Hauptstrasse 9, die von der Gemeinde in Richtung Süden zum Simplonpass hinauf und dann weiter nach Italien verläuft. Von dieser Straße zweigt im westlichen Gemeindegebiet die Hauptstrasse 19 ab, die nordostwärts über den Furkapass in das Rheintal im Kanton Graubünden verläuft. Durch Brig-Glis führt die Glacier-Express-Route (St. MoritzZermatt) und vom Bahnhof in Richtung Italien der Simplontunnel.

Brig-Glis besteht aus Brig, Glis (mit dem Weiler Gamsen) und Brigerbad. Die Nachbargemeinden im Bezirk Brig sind Naters, Termen, Ried-Brig und Simplon und im Bezirk Visp Lalden, Visp und Visperterminen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Brig-Glis entstand am 1. Januar 1973 aus der Fusion der früheren Gemeinden Brig, Glis (mit dem Weiler Gamsen) und Brigerbad. Seither hat sich ihr Gesicht durch die rege Bautätigkeit vor allem im Ortsteil Glis stark weiterentwickelt. Bereits im Mittelalter führte die Saltina regelmässig Hochwasser, was immer wieder zu verheerenden Überschwemmungen führte. Zuletzt trat die Saltina 1993 über die Ufer, als sich die enormen Wassermengen an der Saltinabrücke stauten und den Stadtkern bis zum Bahnhof überflutete. Das Geschiebe türmte sich beim Bahnhof bis zu 3 m hoch. Das Problem wurde 1997 mit der Inbetriebnahme einer Hubbrücke entschärft. Das System bewährte sich beim Hochwasser 2000.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Fusion von 1973 bestand der Gemeinderat aus elf Mitgliedern. Die Sitzzahl wurde von der früheren Gemeinde Brig übernommen. Auf die Gemeinderatswahlen von 2004 hin wurde der Gemeinderat auf sieben Mitglieder verkleinert.

In der laufenden Legislaturperiode (2012–2016) sind folgende Parteien im Gemeinderat vertreten: CSPO (1 Sitz), CVP (1 Sitze), FDP (1 Sitz), SP (1 Sitz) und SVP/Freie Wähler (3 Sitze).

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Brig: CVP (inkl. CSPO) 48,6 %, SVP 32,7 %, SP 10,3 %, FDP 4,3 %, Grüne 3,8 %.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Ein goldgebordetes rotes Schild mit drei pfahlgestellten goldenen sechszackigen Sternen als Brustschild liegt auf einem rotbewehrten und -gekrönten schwarzen Adler mit rotem Pfeilschwanz im goldenen Schild auf.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brig-Glis ist das Zentrum des deutschsprachigen Teils des Oberwallis. Diese Rolle erhielt das damalige Dorf Brig durch den Bau des Simplontunnels, der 1906 als Anschluss an das europäische Schienennetz eingeweiht wurde. Damit wurde Brig zu einem Kristallisationspunkt für Dienstleistungsunternehmen, von der Güterspedition am Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zum im heutigen Brig-Glis befindlichen „virtuellen Bahnhof“ der SBB, einem Call Center, von dem aus auf elektronischen Kommunikationskanälen weltweit Auskünfte erteilt und Billete ausgestellt werden.

Rund 80 % der Bevölkerung arbeiten im Dienstleistungssektor. Die Industrie besteht nur aus einem grösseren Betrieb, der in Gamsen domizilierten Société Suisse des Explosifs (SSE), einer ehemaligen Sprengstofffabrik, die heute ein diversifiziertes Chemieunternehmen ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Einrichtungen sind das Keller-Theater, das Zeughaus Kultur, der Rittersaal im Stockalperschloss und der Grünwaldsaal in der Mediathek Wallis. Auch in der Simplonhalle (Kongresszentrum) werden regelmässig Veranstaltungen auf die Bühne gebracht.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Domodossola[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2006 ehrten beide Städte das Jahrhundertjubiläum des früher längsten Bahntunnels der Welt. Zu diesem Zweck wurde ein Organisationskomitee unter der Schirmherrschaft der beiden Stadtpräsidien gegründet, welches die Feier mit einigen Aktionen begleitete. Eine davon ist die Städtepartnerschaft von Brig-Glis und Domodossola, die eine alte Verbindung wieder aufblühen lässt. Heute stellen ein ganzjährig geöffneter Simplonpass und die Zugverbindung durch den Simplontunnel den grenzübergreifender Verkehr sicher.[3]

Langenthal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Stadt Langenthal im bernischen Oberaargau besteht seit Sommer 2001 eine Städtepartnerschaft. Obwohl Langenthal im Gegensatz zu Brig-Glis eine industrielle Stadt ist, bestehen eine Reihe von Gemeinsamkeiten: Zum einen bilden beide ein regionales Zentrum, zum anderen spielt in beiden Städten das Wasser eine grosse Rolle. Beide Städte können überdies eine beachtliche Fasnachtstradition vorweisen.[3]

San Jerónimo Norte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1858 wanderten viele Oberwalliser nach Argentinien aus, wo ihnen in der Provinz Santa Fe Ackerboden zugewiesen wurde. Daraus entwickelte sich die Kolonie San Jerónimo Norte mit 7500 Einwohnern, die hauptsächlich von Oberwalliser Immigranten abstammen. Die Verbindung zur alten Heimat und die deutsche Sprache verloren sie nie ganz. Seit 1991 haben sich die Kontakte durch gegenseitige Besuche intensiviert, bis 2015 eine Partnerschaft mit der Stadtgemeinde Brig-Glis unterzeichnet wurde. Zudem befanden sich unter den ersten fünf Familien, die nach Argentinien auswanderten, drei aus Brig und der näheren Umgebung. Bei ihrem Besuch brachte die Delegation des Stadtrates eine Nachbildung der mittelalterlichen Madonna-Statue der Gliser Kirche nach Argentinien, welche die Verbundenheit über den Atlantik symbolisieren soll. Bereits ein Jahr später, im Jahr 2016, nahm eine Mannschaft des FC Brig-Glis an einem interamerikanischen Turnier in San Jerónimo Norte teil, um auch auf der sportlichen Ebene die Partnerschaft zu pflegen.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Loretan (* 21. Mai 1920 in Brig; † 13. April 2008 in Brig), Bildhauer
  • Paul Schmidhalter (* 12. Januar 1931 in Brig; † 23. August 2005 in Montana, Kanton Wallis), Politiker, Nationalratspräsident
  • Iwar Werlen (* 21. Februar 1947 in Brig), Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer
  • Peter Bodenmann (* 30. März 1952 in Brig), Politiker und Unternehmer
  • Viola Amherd (* 7. Juni 1962 in Brig-Glis), Politikerin (CVP), 2000–2012 Präsidentin Brig-Glis, seit 2005 Nationalrätin
  • Nicolas Eyer (* 5. September 1986 in Brig-Glis), Schriftsteller

Personen mit Bezug zu Brig-Glis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Escher (* 17. September 1885 in Simplon Dorf; † 9. Dezember 1954 in Bern), in Glis begrabener Politiker und Bundesrat
  • Hieronymus Lochmatter (* 3. März 1916 in St. Niklaus; † 1993 in Brig-Glis), lebte und starb in Brig-Glis, Dirigent und Komponist
  • Josef Zimmermann (* 7. März 1939 in Visperterminen; † 5. Januar 2018 in Sitten), Matura am Kollegium Spiritus Sanctus Brig, römisch-katholischer Geistlicher
  • Aldo Zenhäusern (* 3. August 1951 in Visp; † 9. Januar 2012 in Brig-Glis), verstarb in Brig-Glis, Eishockeynationalspieler
  • Esther Waeber-Kalbermatten (* 24. September 1952 in Saas Almgell), Matura am Kollegium Spiritus Sanctus Brig, Politikerin, Staatsrätin des Kantons Wallis
  • Kurt Marti (* 23. Juli 1960 in Sursee), lebt und arbeitet in Brig-Glis, Journalist

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brig-Glis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 6. August 2016.
  3. a b c Stadtgemeinde Brig-Glis: Stadtgemeinde Brig-Glis - Städtepartnerschaften. Abgerufen am 12. Dezember 2017.