Brigide Schwarz

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Brigide Schwarz (* 19. Januar 1940 in Augsburg; † 13. Februar 2019[1]) war eine deutsche Mittelalterhistorikerin, die sich besonders mit den Mitarbeitern der päpstlichen Kanzlei im Spätmittelalter, der Verleihung von Pfründen an Kleriker und mit der Auswertung der Register des Papstes Eugen IV. befasst hat.

In ihrer von Reinhard Elze betreuten Dissertation, die im Wintersemester 1968/69 eingereicht wurde, steht die kollegiale Organisation des Mitarbeiterstabs der päpstlichen Kanzlei im Mittelpunkt.[2] Bereits während ihrer Zeit als Stipendiatin am Deutschen Historischen Institut in Rom von Herbst 1966 bis Frühjahr 1968 arbeitete sie am Repertorium Germanicum für den Pontifikat Eugens IV. an der Seite von Hermann Diener mit. 1978 habilitierte sie sich in Berlin, als Akademische Oberrätin und außerplanmäßige Professorin wirkte sie bis 1998 an der Universität Hannover. Von 1988 bis 1992 war sie für weitere Forschungen am Repertorium Germanicum an das Deutsche Historische Institut in Rom abgeordnet.[3] Von 1997 bis 2003 war sie außerdem Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Historischen Instituts.

Am 4. Mai 2013 wurde ihr im Palazzo Borghese der Premio Daria Borghese vom Gruppo dei Romanisti, einer seit 1929 bestehenden Vereinigung[4], verliehen. Der Preis wird seit 1965 jährlich an einen nichtitalienischen Autor vergeben, dessen Werk für Geschichte und Kultur Roms von Bedeutung ist.[5]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Organisation kurialer Schreiberkollegien von ihrer Entstehung bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts (= Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom. Bd. 37). Niemeyer, Tübingen 1972, ISBN 3-484-80057-7.
  • Der „Pfennigstreit“ in Hildesheim 1343. Untersuchungen zur Sozialgeschichte des mittelalterlichen Hildesheim (= Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim. Bd. 6). Bernward, Hildesheim 1978, ISBN 3-87065-135-0.
  • Die Originale von Papsturkunden in Niedersachsen 1199–1417 (= Index actorum Romanorum pontificum. Ab Innocento III ad Martinum V electum. Bd. 4). Biblioteca Apostolica Vaticana, Città del Vaticano 1988.
  • Regesten der in Niedersachsen überlieferten Papsturkunden 1198–1503 (= Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Niedersachsens im Mittelalter. Bd. 15). Hahn, Hannover 1993, ISBN 3-7752-5861-2.
  • Repertorium Germanicum. Band 5: Verzeichnis der in den Registern und Kameralakten Eugens IV. vorkommenden Personen, Kirchen und Orte des Deutschen Reiches, seiner Diözesen und Territorien. Band 1 bis 3, Niemeyer-Verlag, Tübingen 2004.
  • Kurienuniversität und stadtrömische Universität von ca. 1300 bis 1471 (= Education and society in the Middle Ages and Renaissance. Bd. 46). Brill, Leiden u. a. 2013, ISBN 978-90-04-23589-2.
  • The Roman Curia (until about 1300). In: Wilfried Hartmann, Kenneth Pennington (Hrsg.): The History of Courts and Procedure in Medieval Canon Law. The Catholic University of America Press, Washington, D.C. 2016, ISBN 978-0-8132-2904-1, S. 160–228.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Traueranzeige Brigide Schwarz, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. Februar 2019. S. 15
  2. ... ein Markstein in der Geschichte der Erforschung der päpstlichen Kanzlei im Mittelalter ..., so Hans Martin Schaller in Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, 29, 1973, S. 591f. (Digitalisat).
  3. Biographische Kurzinformation bei der Verlagsanzeige des Bandes über die römischen Universitäten.
  4. Die Gesellschaft trifft sich regelmäßig im Antico Caffè Greco: [1]
  5. Informationen über Statut und Preisträger. Zu den Preisträgern gehören Pierre Toubert (1985), Leonard Eugene Boyle (1991), Arnold Esch (1994), Ingo Herklotz (2000), Wolfgang Reinhard (2004).