Brigitte Nowatzke-Kraft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Brigitte Nowatzke-Kraft (* 1949 in Baden-Baden, Deutschland) ist eine deutsche Künstlerin (Malerei, Zeichnung, Installation).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brigitte Nowatzke-Kraft wuchs in Baden-Baden auf. Von 1969 bis 1974 studierte sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Ihre Lehrer waren Klaus Arnold, Werner Knaupp, Herbert Kitzel und Franz Bernhard. Von 1972 bis 1974 studierte sie an der Universität Karlsruhe Kunstgeschichte bei Klaus Lankheit.

Nowatzke-Kraft lebt seit 1978 in Karlsruhe-Grötzingen. Sie ist Mitglied bei BBK und Gedok sowie Mitglied der Kunstkommission der Stadt Karlsruhe.

2010 erhielt sie den Kunstpreis der Stadt Baden-Baden und der Gesellschaft der Freunde junger Kunst: „Künstler in Baden-Baden“.[1]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Arbeitsspektrum von Brigitte Nowatzke-Kraft ist seit Jahren breit angelegt. Den größten Anteil hat die Malerei, die – von der expressiven, malerischen Landschaft kommend – in den 80er Jahren eine Kehrtwende vollzog.

Über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren entstanden unter dem Titel Subjektivierungen Übermalungen von Zeitungsfotos, die im Bereich des satirisch-surrealen angesiedelt waren und durch die Beibehaltung der ursprünglichen Bildunterschriften absurde oder kritische Botschaften enthielten. Aktuell wird die Serie mit Schwarz-Weiß-Übermalungen fortgesetzt.

Neben inhaltlichen Fragestellungen ist das Gestalten mit der Farbe ein grundlegendes Element im Schaffen der Künstlerin.

In den aktuellen Architektur- und Raumbildern tritt das Abbildhafte stark in den Hintergrund. Stattdessen beschäftigt sie sich mit Farbe und Form, Fläche und Raum. Im Vordergrund steht das prozesshafte Arbeiten, das Farbschicht über Farbschicht legt und die Komposition erst allmählich formt. Typische Stilmittel dieser Werkgruppe sind: gestalterische Elemente, die in das Bild hineinführen, zeichnerische Strukturen und verunklärende, malerische Flächen. Die bewusste Auseinandersetzung mit der Transparenz als eine der wesentlichen Wirkmöglichkeiten der Farbe führt die Künstlerin zu der Frage, wie dieses Durchscheinen noch gesteigert werden kann. Bei ihr entstand der Wunsch, den Eindruck des Schwebens noch stärker herauszuarbeiten und die Malerei aus der Materialhaftigkeit zu lösen. Ihre Antwort war der Wechsel der Technik und des Bildträgers. Über ein fototechnisches Verfahren bringt sie ihre Motive auf Plexiglas auf. Es entstehen Transparentbilder, die im kleinen Format ausgeführt werden und für sich alleine stehen können, oder mit Gemälden zu Gruppen zusammengeführt werden.

Die Arbeiten werden von Zeichnungen, die unter dem Titel Freie Planung anarchische Raumstrukturen aufweisen, ergänzt. Dabei handelt es sich um fiktive Architekturen, bei denen das Form-Linien-Gefüge keiner Überprüfung standhält. Es sind Räume, auf die kein Verlass ist.

Seitensprünge macht die Malerin Brigitte Nowatzke-Kraft dann, wenn sie den Raum ihrer Bilder verlässt und ihre Ideen in Kästchen und Gläser packt oder Konzepte für Installationen und reale Räume (u. a. Kunst am Bau) entwickelt und dabei die unterschiedlichsten Materialien einsetzt. Häufig ist dies ihre künstlerische Antwort auf Ausschreibungen oder Themenausstellungen. Diese Arbeiten sind voll hintersinnigem Witz und Doppelbödigkeit. Sie reflektieren aktuelle Ereignisse, bedienen sich literarischer Vorlagen oder haben ihre Wurzeln in der Kunstgeschichte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigitte Baumstark: Das „Badische Malerdorf“. Künstler in Grötzingen. In: Eintausend Jahre Grötzingen. Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs. Band 13, Badenia Verlag Karlsruhe 1991, ISBN 3-7617-0266-3.
  • Stadt Karlsruhe – Städtische Galerie (Hrsg.): Erwerbungen der Städtischen Galerie. Karlsruhe 1992, ISBN 3-923344-23-6, S. 315–316.
  • Brigitte Nowatzke-Kraft: „Subjektivierungen“. Mit einem Beitrag von Rainer Braxmeier: „Subjektivierungen“ – ein Tagebuch mit Haken und Hintersinn. Karlsruhe 1995.
  • Gedok Schleswig-Holstein (Hrsg.): Republik der Künste. Lübeck 1996.
  • Stadt Rastatt u. a. (Hrsg.): Revolution in der Box. Rastatt 1999, ISBN 3-923082-31-2.
  • Dietrich Maier: Karlsruher Brunnen. Swiridoff Verlag, Künzelsau 2004, ISBN 3-89929-022-4.
  • Soroptimist International Club Pforzheim: Puppen für den Frieden. Mit einem Beitrag von Regina Fischer: Die Metamorphose der Daphne. Pforzheim 2005.
  • Gesellschaft der Freunde junger Kunst Baden-Baden (Hrsg.): Flagge zeigen. Baden-Baden 2005, ISBN 3-9810432-0-0.
  • Kunst Halle und Hallescher Kunstverein (Hrsg.): Bildende Kunst aus Halles Partnerstädten. Halle (Saale) 2006.
  • Stadt Baden-Baden u. a. (Hrsg.): Brigitte Nowatzke-Kraft – Blickwechsel. 1. Auflage. Info Verlag, Karlsruhe 2010, ISBN 978-3-88190-595-4.
  • Gedok Karlsruhe (Hrsg.): Achtung Spannung. 1. Auflage. Karlsruhe 2011.
  • Herman De Vilder (Hrsg.): Water in de Kunst. Tervuren, Belgien 2011.
  • Badische Landesbibliothek (Hrsg.): LibrARTy. [Ausstellung im Foyer der Badischen Landesbibliothek 4. August bis 30. September 2012], Karlsruhe 2012, ISBN 978-3-88705-057-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste der "Künstler in Baden-Baden". Website der Gesellschaft der Freunde junger Kunst Baden-Baden. Abgerufen am 2. August 2014.