Brigitte Skay
Brigitte Skay (* 18. Juli 1944 in Mannheim; Lebensdaten nicht abschließend geklärt) ist eine deutsche Schauspielerin.
Frühe Lebensjahre und Herkunft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Über die frühen Lebensjahre und die familiäre Herkunft von Brigitte Skay existieren unterschiedliche zeitgenössische Angaben. In Presseberichten der 1960er- und 1970er-Jahre wird sie als unehelich geboren beschrieben; sie sei ohne Vater aufgewachsen und habe Teile ihrer Kindheit in Heimen beziehungsweise Pflegeeinrichtungen verbracht.[1][2]
Auch hinsichtlich ihres Geburtsdatums bestehen Widersprüche. In einem Interview aus dem Jahr 1969 gab Skay selbst den 18. Juli 1944 als Geburtsdatum an und erklärte zugleich, sie habe sich zu Beginn ihrer Laufbahn älter gemacht, um an einer Schauspielschule aufgenommen zu werden.[3] In späteren Presseveröffentlichungen wird ihr Alter hingegen abweichend angegeben; so wurde sie 1976 als 36-jährig bezeichnet, was auf ein früheres Geburtsjahr um 1940 schließen lässt.[2]
Unklar ist zudem ihr bürgerlicher Name. In zeitgenössischen Artikeln wird als Geburtsname unter anderem „Skaigowrownek“ genannt,[4] während filmwissenschaftliche Nachschlagewerke Namensvarianten wie „Skaiger-Wronski“ anführen.[5] Eine eindeutige standesamtliche Bestätigung der Lebensdaten liegt bislang nicht vor.
Zur Herkunft der Schauspielerin existieren zeitgenössische Angaben aus dem Presseheft des Films Isabella. Dort wird sie als Tochter eines polnischen Offiziers mit dem Familiennamen Skajgowronek beschrieben; ihre Mutter leitete demnach die Theatertruppe „Die fröhliche Pfalz“.
Nach dem Besuch einer Handelsschule nahm sie zwei Jahre Schauspielunterricht. Ihr erstes Theaterengagement hatte sie 1962 am Zimmertheater in Heidelberg. Gastweise trat sie zeitgleich auch bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen auf.
Obwohl bereits ebenfalls seit Anfang der 1960er Jahre bei Film (Heute kündigt mir mein Mann) und Fernsehen (Serie Alsterstraße) aktiv, stand Skay erst mit Aufkommen der Sexfilmwelle (rund um das Jahr 1967) regelmäßig vor der Kamera. Sie spielte bisweilen sogar Hauptrollen, wie 1969 die Titelheldin im Kostümfilm Isabella – Mit blanker Brust und spitzem Degen (Originaltitel: Isabella, duchessa dei diavoli). Der Film war über die Grenzen Italiens hinaus ein erfolgreicher Film.
Zwar scheiterte der Versuch, in Italien Karriere zu machen; Brigitte Skay erhielt aber weiterhin in Deutschland Fernsehrollen (u. a. in Kurz vor dem Sprung, Evarella, Der ewige Gatte, Ach, so eine nette Person und Dem Täter auf der Spur) und trat gelegentlich auch in Shows (z. B. in der Aktuellen Schaubude des NDR) auf.
Auch als Schlagersängerin versuchte sich Skay; so erschien 1971 die Single Weil ich so sexy bin.[6]
Ende der 1970er Jahre zog sie sich aus dem Film- und Fernsehgeschäft zurück und verlegte ihren Wohnsitz nach Rom. Sie widmete sich der Textil-Kunst. Ihre dreidimensionalen Bilder stellte sie weltweit aus.[7]
Ein Todesdatum wird in einigen Sekundärquellen mit dem 19. November 2012 angegeben. Eine amtliche Bestätigung hierfür liegt jedoch nicht vor. Nach Auskunft des zuständigen Standesamts Weinheim ist unter den bekannten Namensvarianten kein entsprechender Sterbeeintrag verzeichnet.[8]
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1962: Heute kündigt mir mein Mann
- 1963: Hafenpolizei (Episode: Die Party, TV-Serie)
- 1966: Sie schreiben mit (Episode: Franziska weiß alles, TV-Serie)
- 1967: Das Arrangement (TV)
- 1968: Evarella ’68 (Kurzfilm)[9]
- 1968: Unruhige Töchter
- 1968: Bengelchen liebt kreuz und quer
- 1968: Libido – das große Lexikon der Lust (Dieci meravigli dell’amore)
- 1969: Isabella – Mit blanker Brust und spitzem Degen (Isabella, ducchessa dei diavoli)
- 1969: Zeta One
- 1970: Campana (Quando suona la campana)
- 1970: Homo eroticus
- 1970: St. Paul Nachrichten – Thema Nr. 1
- 1970: Dem Täter auf der Spur (Episode: Schlagzeile: Mord, TV-Serie)
- 1971: Im Blutrausch des Satans (Reazione a catena)
- 1971: Quante volte… quelle notte
- 1971: Zu dumm, zum …
- 1971: Die Tote aus der Themse
- 1972: Fünf Klumpen Gold (Tutti fratelli nel West… per parte di padre)
- 1972: Studio legale per una rapina
- 1972: Tatort: Kressin und die Frau des Malers
- 1973: Viaggia, ragazza, viaggia, hai la musica nella vene
- 1974: Lo strano ricatto di una ragazza per bene
- 1975: San Babila ore 20 un delitto inutile
- 1976: La bestia in calore
- 1978: L’enfant de la nuit
- 1979: Die Protokolle des Herrn M. (Episode: Der Fall Mannhardt, TV-Serie)
Sonstiges Auftreten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Theater:[10]
- Freie Volksbühne, Berlin (Erwin Piscator)
- Zimmertheater, Heidelberg (Gillis van Rappard)
- Kleine Freiheit, München (Trude Kolman)
- diverse Auftritte im ZDF und NDR[10]
- Sprach-Serie Deutsch-Englisch, BBC London[10]
- RAI Italiana: mehrere Talkshows und diverse Werbespots[10]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Brigitte Skay bei IMDb
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ „Brigitte Skay – Deutschlands Bardot“, zeitgenössischer Pressebericht, ca. 1976.
- ↑ a b „Immer nur lächeln … Deutsche Starlets im Rampenlicht“, in: Wochenend, Nr. 52, 1976.
- ↑ „Vor der Kamera ist Brigitte nicht sparsam“, in: Neue Revue, Nr. 37, 1969.
- ↑ „Vor der Kamera ist Brigitte nicht sparsam“, in: Neue Revue, Nr. 37, 1969.
- ↑ Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Berlin 2001.
- ↑ B-Seite: Fritz. BASF CQA 105
- ↑ Artikel Rhein-Neckar-Zeitung vom 18. Oktober 2012
- ↑ Auskunft des Standesamts Weinheim auf journalistische Anfrage, wonach unter den bekannten Namensvarianten kein Sterbeeintrag vorliegt.
- ↑ Evarella '68 in der Online-Filmdatenbank; abgerufen am 16. September 2021.
- ↑ a b c d Set-Card Brigitte Skay
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Skay, Brigitte |
| ALTERNATIVNAMEN | Riedle, Brigitte Johanna (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 18. Juli 1940 |
| GEBURTSORT | Mannheim |
| STERBEDATUM | 19. November 2012 |
| STERBEORT | Weinheim |