Brincken (Adelsgeschlecht)

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Wappen der von den Brincken

Brincken, auch Brinken ist ein ursprünglich aus Westfalen stammendes Adelsgeschlecht, das sich im 15. Jahrhundert in Kurland besitzlich machte. Ein gleichnamiges, später auch wappengleiches Geschlecht aus dem Bistum Verden wurde im 16. Jahrhundert in Braunschweig sesshaft. Ein agnatischer Zusammenhang - männliche Abstammungslinie - mit den Kurländern ist jedoch nicht erwiesen.[1]

Kurländische und andere Zweige der Familie bestehen bis heute fort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kurländischen von den Brincken traten mit Arnold von den Brincken auf, der 1424 vom rigischen Kapitel zum Papst gesandt wurde. 1435 schloss er als rigischer Domprobst mit dem Deutschen Orden einen Vergleich.[2] Johann von den Brincken[3] urkundete am 9. September 1461, als er im Gebiet bei Windau mit 16 Haken Landes belehnt wurde. Ab dem 26. März 1464 trat er als weltlicher Bruder des Deutschen Ordens auf.

Am 17. Oktober 1620 ließ Ludolff von den Brincken seine Familie in die 1. Klasse der kurländischen Ritterbank (Nr. 40) immatrikulieren. Durch russischen Senatsukas (Nr. 2823) erhielt die Gesamtfamilie am 3. März 1862 die Anerkennung der Berechtigung zur Führung des Baronstitels.

In Kurland besaßen die Brincken u. a. die Güter Bershof (Bērz-Sīpele), Dingshof, Nilten, Ruhnen, Schlossberg, Sessilen, Seppen, Sparen (Spāre), Wallathen, Wormen (Vārme), Zetzern und Ziepelhoff (Bērz-Sīpele).

Der westfälische Zweig des Geschlechts, welcher zuletzt auch in Lippe ansässig war, hat mit Arthur von den Brincken († 1826) seinen Ausgang gefunden.

Mehrere Glieder der Familie, vor allem königlich preußische Offiziere machten sich auch in Preußen sesshaft. Schon vor 1713 erwarb Ernst Johann von den Brincken das Gut Baugskorallen (Baugštininkai) bei Memel. Noch 1767 war der königlich preußische Fähnrich Otto Ernst von den Brincken aus dem Hause Laidsen in Kurland im Besitz des Gutes. Der königlich preußische Oberstleutnant Moritz von den Brincken († 1806) besaß bis 1789 Saussienen, weiterhin Dietrichsdorf, Lindenau und Schönwalde. Er verstarb erblos.
Aus dem Hause Nilten und Wormen besaßen Kasimir von den Brincken († 1805) ab 1773 Mertensdorf und Götzlack und der Major Friedrich von den Brincken († 1753) Langensdorf im Landkreis Preußisch Eylau in seinem letzten Lebensjahr. Den preußischen Zweigen des Geschlechts wird auch der k.u.k. Feldmarschalleutnant und Inhaber des böhmischen Infanterieregiments Nr. 18 Jacob Friedrich von den Brincken († 1791) zugerechnet.
Die preußischen Häuser sind sämtlich erloschen.

Josef von den Brincken aus Mitau wurde 1805 badischer Forstmeister.

Am 16. Juli bzw. am 26. September 1908 erhielt Helene Baronin von den Brincken die sächsische Anerkennung des Freiherrenstandes und wurde in das königlich sächsische Adelsbuch (Nr. 293) eingetragen.

Braunschweig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus dem Bistum Verden zugewanderte Claus von Brincken († 1639) erwarb am 21. Februar 1597 das Bürgerrecht in Braunschweig, wo er später selbst Ratsherr war. Mit ihm beginnt auch die Stammreihe. Der Pastor zu Groß Twülpstedt Ernst Conrad von Brincken († 1757) postulierte eine Stammverwandtschaft mit den kurländischen von den Brincken und adaptierte deren Namensschreibweise und das Wappen, was von seinen Nachfahren fortgeführt wurde.

Am 5. Dezember 1823 erfolgte die Bestätigung des Freiherrnstandes für den polnischen Jäger- und Forstmeister Julius von den Brincken (* 1789; † 1846), durch Dekret der Senatsdeputation in Warschau. Dessen jüngerem Bruder, dem braunschweigischen Geheimen Kammerrat und Propst zu Clus und Brunshausen Georg Ludwig Adolf Eduard von den Brincken wurde am 30. Mai 1853 durch den König Friedrich Wilhelm IV. Freiherrenwürde verliehen. Am 20. Dezember 1853 erfolgte die braunschweigische Freiherrenstandsbestätigung.

Von 1836 bis 1853 zählte auch Zirke bei Birnbaum im damaligen Großherzogtum Posen zum preußischen Güterbesitz. In der Mitte des 19. Jahrhunderts stellte die Familie einen Major und Landestallmeister in Zirke sowie einen Regierungsrat in Frankfurt an der Oder.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Blau drei (2:1) silberne Rosen. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken steht zwischen einem offenen, links blauen, rechts silbernen Adelflug, eine der Rosen.

Das alte Wappen der braunschweigischen von Brincken zeigte im Weißen Schild einen Arm mit Weinrebe.

Angehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodor Schön: Ein angeblicher Zweig der kurländischen Geschlechts von den Brincken im Herzogtum Braunschweig und Königreich Preussen In: Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik. Mitau 1909/10, S. 91–99
  2. Friedrich Freiherr von Fircks, Ueber den Ursprung des Adels in den Ostsee-Provinzen Russlands und das den alten Rittergeschlechtern daselbst gebührende Prädicat Freiherr, Mitau und Leipzig 1843, S. 144 (44.)
  3. Oskar Stavenhagen: Johann v. dem Brincken und die "Gesellschaft" des Deutschen Ordens In: Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik. Mitau 1914, S. 618–620