Britische Staatsbürgerschaft

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Die britische Staatsbürgerschaft (englisch British Citizenship) ist die Staatsbürgerschaft des Vereinigten Königreichs im engeren Sinne, die in der heutigen Form erst seit 1981 existiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Act of Union 1707 hatten die Untertanen der britischen Könige den Status eines British Subject. Dieses stellte die Bürger unter den Schutz der Krone und erlaubte einen Aufenthalt im Vereinigten Königreich. Diese Form der Staatsangehörigkeit knüpfte nicht an Geburt oder Wohnsitz an, sondern an die Stellung als Untertan der Krone. Im Rahmen der Entkolonialisierung wurde dieser Status geteilt. Der British Nationality Act von 1948 erlaubte den nun selbstständigen Dominions eigene Staatsbürgerschaften. Diese Bürger blieben jedoch British Subject. Man unterschied nun Citizenship of the United Kingdom and Colonies und Citizenship of independent Commonwealth countries. Um den in den 1950er Jahren stark gestiegenen Zuzug nach Großbritannien zu reduzieren, wurde mit dem Commonwealth Immigrations Act von 1962 das Zuzugsrecht der Bürger der unabhängigen Kolonien weitgehend eingeschränkt.

Aktuelle Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Gemeinschaft (EG) im Jahre 1973 ergab sich erneut die Notwendigkeit, die Staatsangehörigkeit schärfer zu fassen. Dies erfolgte mit dem heute noch gültigen British Nationality Act von 1981 (BNA). Dieser teilte die Briten in drei Kategorien auf: British Citizen (Anwohner des Mutterlandes), British Dependent Territories Citizen (Anwohner der abhängigen Gebiete) und British Subjects without Citizenship (alle Inhaber des Citizenship of the United Kingdom and Colonies, die 1981 nicht in die ersten beiden Kategorien fielen).

British Citizen ist also die Staatsangehörigkeit des Vereinigten Königreichs im engeren Sinne. Nur diese Personen haben ein Recht auf uneingeschränkte Einreise und Aufenthalt im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland (engl. Right of Abode).

Der Erwerb erfolgt meist über ein modifiziertes ius soli. Brite ist, wer im Inland geboren wurde und einen Elternteil hat, der zum Zeitpunkt der Geburt entweder Brite oder dauerhaft in Großbritannien ansässig (settled) war. In Großbritannien geborene Kinder von Ausländern, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, können eingebürgert werden, wenn sie bis zum 10. Lebensjahr in Großbritannien gelebt haben oder ihre Eltern nach ihrer Geburt eingebürgert wurden oder die Ansiedlungserlaubnis erhalten haben. Für vor dem 1. Januar 1983 in Großbritannien geborene Personen gilt ein uneingeschränktes ius soli, sie sind automatisch britische Staatsbürger, ausgenommen Diplomatenkinder und während der Besetzung der Kanalinseln durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg geborene Kinder von deutschem Besatzungspersonal.[1] Bei Kindern von britischen Staatsbürgern im Ausland kann eine Registrierung als Brite unter bestimmten Umständen erfolgen.

Ehepartner können nach drei Jahren die Staatsangehörigkeit erhalten. Andere Einbürgerungen erfordern eine fünfjährige Aufenthaltsfrist. Straftaten dürfen nicht vorliegen. In jedem Fall ist die Einbürgerung eine Ermessensentscheidung, gegen die keine Rechtsmittel zulässig sind.

2014 wurden die Gesetze geändert und die Aberkennung der britischen Staatsbürgerschaft vereinfacht. Diese Änderungen zielten zunächst auf Personen ab, die eine doppelte Staatsbürgerschaft innehaben und wegen terroristischer Aktivitäten eine Gefahr für das Vereinigte Königreich darstellen. Später wurde die Regelung weiter gefasst und auch auf organisiertes Verbrechen ausgeweitet.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Apply for citizenship if you were born in the UK. British Government, abgerufen im Oktober 2020.
  2. James Cusick: Asian sex abusers to be stripped of UK citizenship and deported The Independent vom 26. Februar 2016