Brix Schaumburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Brix Schaumburg (2020)

Brix Schaumburg (geboren 1990 in Hattingen) ist ein deutscher Schauspieler, Musicaldarsteller und Sänger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brix Schaumburg wuchs im Ruhrgebiet auf, verließ sein Zuhause jedoch schon mit 16 Jahren. Er verbrachte einige Jahre in Neuseeland, der Schweiz und England und lebte längere Zeit in Hamburg.[1] Von 2010 bis 2013 absolvierte er eine Musical-Ausbildung an der Stage School Hamburg, die er von 2014 bis 2015 an der London Drama School KSA Academy of Performing Arts erweiterte.

Seit 2016 ist er mit der Sängerin und Schauspielerin Alina Schaumburg (geborene Bier) liiert, das Paar heiratete 2018. Im Jahr 2020 wurden sie Eltern einer Tochter.[2] Die Familie lebte einige Zeit in Wittelsberg bei Marburg, dem Heimatort Alina Schaumburgs und zog 2020 nach Marburg.[3]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Bühnenrollen hatte Schaumburg als Musicaldarsteller, unter anderem im Dschungelbuch in der Hauptrolle des Mowgli sowie in Tanz auf dem Vulkan.[3][2]

Seit 2013 ist er Mitglied im Team Germany bei WCOPA – World Championships of Performing Arts, seit 2017 als National Director des deutschen Teams. Bei den World Championships of Performing Arts in Los Angeles gewann er zusammen mit dem Team in den Jahren 2013 und 2016 zahlreiche Preise, im Jahr 2019 erreichte das Team unter seiner Leitung den Status als Vizeweltmeister Group Competition.[4]

Schaumburg spielte 2020 in der Fernsehserie Sunny – Wer bist du wirklich? den Transmann Nik.[5] Damit war er nicht nur der erste Transmann, der einen Transmann im deutschen Fernsehen spielte, sondern auch der erste Transmann mit einer durchgehenden Hauptrolle im deutschen Fernsehen.[6]

Eine Bühnenfigur, die Schaumburg wiederkehrend bei Soloabenden nutzt, ist die Dragqueen-Persona Miss Cherry La Boom.[7] Gegenüber der Zeitschrift Siegessäule führte er dazu aus: „Für mich ist Drag eine Kunstform, hinter der man sich auch ein bisschen verstecken kann. Man kann Dinge sagen, die man sich sonst nicht trauen würde. Ich habe zum Beispiel einen krassen Ruhrpott-Humor, den ich dann eher als Miss Cherry La Boom ausleben kann.“[8]

Im Juli 2020 veröffentlichte er den Popsong It will be fine, eine Pride-Hymne anlässlich der aufgrund der Covid-19-Pandemie ausgefallenen CSD-Saison.[1] Für den Song fand er gemeinsam mit seinem Produzenten und Komponisten Olman Wiebe mehr als fünfzig Mitwirkende aus aller Welt, die Teile daraus gemeinsam mit Brix interpretieren, darunter Prominente, wie Schauspieler Wilson Gonzalez Ochsenknecht oder TV-Moderatorin Annie Hoffmann, aber auch Personen aus der Gesellschaft ohne besondere Bekanntheit.[9] Seit Dezember 2020 betreibt er den Podcast Herzfarben, in welchem er sich mit Fragen rund um die Themenfelder Identität und Gender befasst.[10][11]

Im Februar 2021 war Schaumburg Teil der Initiative #ActOut im SZ-Magazin, zusammen mit 184 anderen lesbischen, schwulen, bisexuellen, queeren, nichtbinären, intersexuellen und transgender Personen aus dem Bereich der darstellenden Künste.[12]

Für die 2021 erschienene Netflix-Kinderserie Ridley Jones übernahm Schaumburg in seiner ersten Synchronrolle die Synchronisation des Bisons Fred,[13] der ersten als nichtbinär identifizierten Cartoonfigur in einer Kinderserie auf Netflix, die sich an Kinder im Vorschulalter richtet.[14] Im englischen Original wird die Rolle von Ezra Menas gesprochen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: 3 Medaillen bei der Worldchampionship of Performing Arts als Solokünstler
  • 2016: 11 Medaillen bei der 20th Annual Worldchampionship of Performing Arts, darunter Gold für die Beste Musical Broadway Performance und die Auszeichnung mit dem Industry Award[15]
  • 2019: Phönix Award des Blogs enby:galactic + trans:tastic als Inspirierendste Transpersönlichkeit des Jahres[16]
  • 2019: IFFM-Award des International Film Festival Manhattan in der Kategorie Best Music Video für Inside Out[17]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: Tattoo Fixers, Channel 4
  • 2016: Du bist Bundestrainer, Rolle: Thomas Müller, Regie: Juri Höhne
  • 2017: Zwischen den Stühlen, Rolle: Momo Cherie
  • 2019: Inside Out (Kurzfilm), Rolle: Brix, Regie: Mable Winkler
  • 2019: I don't know (Kurzfilm), Rolle: Secretary, Regie: Veronika Bolotina
  • 2020: Sunny – Wer bist du wirklich?, Rolle: Nik
  • 2021: Sex Zimmer Küche Bad, Rolle: Tom Greve

Synchronrollen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theaterrollen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: Die drei ???, Theater on Tour Darmstadt, Rolle: Peter Shaw, Regie: Marco Böß
  • 2013: Don Giovanni, Thalia Theater Hamburg, Regie: Antú Romero Nunes
  • 2015: Die kleine Meerjungfrau, Theater Liberi, Rolle: Prinz, Regie: Helge Fedder
  • 2017–2019: Dschungelbuch, Theater Liberi, Rolle: Mowgli, Regie: Helge Fedder
  • 2017: MHT Music Hall Tavern – Dragshow, Rolle: Miss Katarina, Regie: Paul Carroll
  • 2017: Tanz auf dem Vulkan, Schauspielhaus Stuttgart, Rolle: Jerome, Regie: Manfred Langner
  • 2018: Butterbrot, Theater Gastspiele Fürth, Rolle: Martin, Regie: Thomas Rohmer
  • seit 2019: Soloabende als Miss Cherry La Boom
  • 2019: Transparencia, Theater Lüneburg, Regie: Kolja Schallenberg
  • 2020: Ich bin ein Berblinger, Roxy Ulm
  • 2020: Paw Patrol, Nickelodeon/FKP Scorpio, Rolle: Marshall
  • seit 2020: Mach was – Prävention, Theater und mehr ...
  • 2021: Mensch*sein, UA: Waldbühne Benneckenstein im Rahmen des Festivals Que(e)r durch den Wald – Theaternatur 2021 (Buch, Regie und Darsteller)
  • 2021: Jesus – Queen of Heaven, Bibelhaus Frankfurt, Solostück (Übersetzung, Produktion, Darsteller)

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singles

  • 2020: It will be fine[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c cw: Unterstützung für die queere Reise ins Glück. In: queer.de. 18. Juli 2020, abgerufen am 11. März 2021.
  2. a b Dennis Klein: Trans Schauspieler Brix Schaumburg ist Vater geworden. In: www.queer.de. 28. Juli 2020, abgerufen am 11. März 2021.
  3. a b Ina Tannert: Zwischen Glitzerwelt und Landidylle. In: Oberhessische Presse. 3. März 2020, abgerufen am 11. März 2021.
  4. Be part of the Team! Brix Schaumburg. In: casting-wcopa.de. Abgerufen am 15. März 2021.
  5. Kaey: TV-Serie „Sunny – Wer bist du wirklich?“ – Brix Schaumburg: „Eine trans Person ist eine Bereicherung für die Rolle“. In: siegessaeule.de. 1. Oktober 2020, abgerufen am 19. März 2021.
  6. Sebastian Goddemeier: Schauspieler Brix Schaumburg im Interview: „Niemand sollte sich vor einem Coming-out fürchten müssen“. In: tagesspiegel.de. 22. Dezember 2020, abgerufen am 19. März 2021.
  7. Ina Tannert: Künstlerpaar: Zwischen Glitzerwelt und Landidylle. In: op-marburg.de – Oberhessische Presse. 3. März 2020, abgerufen am 21. März 2021.
  8. Kaey: TV-Serie „Sunny – Wer bist du wirklich?“ – Brix Schaumburg: „Eine trans Person ist eine Bereicherung für die Rolle“. In: siegessaeule.de. 1. Oktober 2020, abgerufen am 19. März 2021.
  9. Ina Tannert: Musikvideo: Alles wird gut. In: op-marburg.de – Oberhessische Presse. 27. Juni 2020, abgerufen am 19. März 2021.
  10. Michael Rädel: Brix Schaumburgs wichtiges Video. In: maenner.media. 16. März 2021, abgerufen am 21. März 2021.
  11. Brix Schaumburg: Herzfarben. In: audionow.de. Abgerufen am 19. März 2021.
  12. Carolin Emcke, Lara Fritzsche: „Ein Gruppen-Outing gibt Kraft, nicht allein zu sein“. In: Süddeutsche Zeitung Magazin. 5. Februar 2021, abgerufen am 6. Februar 2021.
  13. Marco Schenk: Netflix-Vorschulserie: Brix Schaumburg spricht nicht-binäres Bison Fred. In: bild.de. 13. Juli 2021, abgerufen am 20. Juli 2021.
  14. Blake Harper: Here's Netflix's First Nonbinary Kids' Show Character. In: fatherly.com. Some Spider Studios, 8. Juni 2021, abgerufen am 20. Juli 2021 (amerikanisches Englisch).
  15. WCOPA Team Germany 2016: Nun ist sie schon wieder zuende. In: wcopateamgermany2016.wordpress.com. 19. Juli 2016, abgerufen am 21. März 2021.
  16. Cornelia Mertens: Phönix Award. In: cornelia-mertens.de. Abgerufen am 19. März 2021.
  17. Awards: List of Awardees 2019. In: iffmnyc.com. Abgerufen am 19. März 2021 (englisch).