Broager

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vorlage:Infobox Ort in Dänemark/Wartung/Fläche fehltVorlage:Infobox Ort in Dänemark/Wartung/Höhe fehlt
Dänemark Broager
(dt: Broacker)
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Broager (Dänemark)
Broager
Broager
Basisdaten
Staat: Dänemark
Region: Syddanmark
Kommune
(seit 2007):
Sønderborg
Koordinaten: 54° 53′ N, 9° 40′ OKoordinaten: 54° 53′ N, 9° 40′ O
Einwohner:
(2017[1])
3.320
Postleitzahl: 6310
Kirche von Broager
Kirche von Broager

Broager [ˈbʀoaːʔəʀ] (deutsch Broacker [ˈbroːˌakɐ]; Sønderjysk bzw. Sundevedsk: Braue[2]) ist ein Ort am nördlichen Ufer der Flensburger Förde mit 3320 Einwohnern[1] (Stand 1. Januar 2017). Der Ort liegt im Süden Dänemarks und gehört seit der Verwaltungsreform am 1. Januar 2007 zur Großkommune Sønderborg in der Region Syddanmark. Zuvor war Broager der Sitz der Verwaltung der gleichnamigen Broager Kommune, die mit den Kommunen Augustenborg, Sønderborg, Gråsten, Nordborg, Sundeved und Sydals zur neuen Großkommune Sønderborg zusammengelegt wurde.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Broager liegt an der Fernstraße 8, die die Gemeinde mit Sønderborg (deutsch Sonderburg), Flensburg und der Autobahn E 45 verbindet. Der nächste Bahnhof liegt in Gråsten (deutsch Gravenstein), nachdem die 1910 eröffnete Bahnstrecke Vester Sottrup–Skelde (Broackerbahn) von Sottrup (deutsch Satrup) über Nybøl und Broager nach Skelde (deutsch Schelde) bereits am 1. Juli 1932 eingestellt wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südwestlich des Hauptortes Broager liegt das Ziegeleimuseum Cathrinesminde an der Flensburger Förde. An der Küste verläuft der Gendarmstien, ein ehemaliger Kontrollweg, an dem dänische Gendarme von 1920 bis 1958 an der deutsch-dänischen Grenze patrouillierten. Des Weiteren existiert bei Broager eine alte Burganlage namens Schmölwall.

Kirche von Broager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die romanische Kirche mit ihrem markanten gotischen Doppelturm – dem Einzigen im alten Herzogtum Schleswig – ist nicht nur Wahrzeichen der Gemeinde, sondern aufgrund ihrer hohen Lage und der weiten Sichtbarkeit eines der markantesten Bauwerke an der Flensburger Förde. Von der wertvollen Ausstattung ist die Figur des Sankt Georg als Drachentöter besonders bemerkenswert. Der im Grundriss 7 mal 7 m große hölzerne Glockenturm (Glockenstapel) auf dem Kirchhof südöstlich der Kirche ist der größte seiner Art in ganz Nord- und Südschleswig und der größte freistehende Glockenturm Dänemarks.

Auf dem dazugehörigen Friedhof befinden sich Grabmale und Erinnerungssteine der preußischen Gefallenen aus dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864.

Auf dem Friedhof wurde zudem das Gefallenendenkmal in Broager errichtet für die im Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite gefallenen Soldaten aus der Gegend,[3] da dieser Teil Schleswigs erst 1920 durch Volksabstimmung zu Dänemark kam.

Bekannte Sagen von Broager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sage von den Doppeltürmen von Broager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Entstehung des Doppelturms der Broager Kirche gibt es die Sage, dass einst der Ritter vom Schloss Broager die Kirche auf seine Kosten errichten ließ. Doch ehe sie vollendet war, beschloss er ins Heilige Land zu reisen. Seine schwangere Frau bat er, den Bau weiter zu führen. Wenn sie einen Sohn gebären würde, solle sie einen spitzen Turm errichten lassen. Wenn sie eine Tochter gebären würde, solle sie einen stumpfen Turm errichten lassen. Als der Ritter eines Tages zurückkehrte, erkannte er schon aus weiter Ferne, dass zwei spitze Türme die Kirche zierten. Seine Frau hatte getan, wie er es erbeten hatte. Sie hatten zwei Knaben auf einmal bekommen.[4][5][6]

Diese Sage wird bis heute häufig auf der deutschen Seite der Förde, insbesondere beim Blick von Holnis aus, wo die Türme gut zu erkennen sind, gerne erzählt und weitergegeben. Eine weitere Sage, bei der die Kirche Broager ab und zu genannt wird, ist die Sage um den Düppeler Stein.

Sage von den zusammengewachsenen Schwestern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Sage erklärt, dass die Kirche von zwei Schwestern, die „zusammengewachsen waren“ (vgl. Siamesische Zwillinge) und auf dem nahgelegten Schloss namens Schmölwall[7] gelebt hätten, gebaut worden sei. Doch eine der Schwestern starb sieben Jahre vor der anderen, weshalb einer der beiden Türme kürzer sei.[8][9][10]

Anders als in dieser Sage berichtet, sind die beiden Türme gleich hoch, auch wenn es zum Teil anders wahrgenommen wird. Diese Sage, die eine weitere Erklärung für die Gestalt der beiden Kirchtürme liefert, dürfte weniger bekannt sein als die Erstgenannte.

Sage vom Schlangenblatt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sage berichtet davon, dass eines Tages, als im Kirchspiel Broager gerade die Ernte eingeholt wurde, ein Knecht beim Mähen eine Schlange mit seiner Sense verletzt habe. Die Schlange habe darauf einen hellen Laut ausgestoßen, der bis ans andere Fördeufer nach Angeln tönte. Eine andere Schlange vorn dort habe sogleich geantwortet. Die Schnitter seien sofort ans Fördeufer gerannt, hätten gesehen, wie eine Schlange aus Angeln mit einem Blatt im Maul herangeschwommen sei, um mit diesem die andere Schlange zu heilen. Sodann wäre es den Erntehelfern mehr als schlecht ergangen. Sie waren also in Gefahr. Doch die Knechte gingen sofort, als die herangeilte Schlange ans Ufer gekommen war, mit ihren Sensen auf sie los und töteten sie.[11]

Die Sage erinnert an das Märchen Die drei Schlangenblätter. Eine weitere Schlangen-Sage in der Gegend existiert mit der Sage von der blauen Schlange im nahgelegenen Flensburg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistikbanken -> Befolkning og valg -> BY1: Folketal 1. januar efter byområde, alder og køn (dänisch)
  2. Peter Dragsbo, Inge Adriansen, Kirsten Clausen, Hans Helmer Kristensen und Torben Vestergaard: I centrum ved grænsen – portræt af Sønderborg Kommune. Hrsg.: Museet på Sønderborg Slot & Historisk Samfund for Als og Sundeved (= Fra Als og Sundeved. Band 84). Sønderborg 2006, ISBN 87-87153-52-1, E sproch – dansk og tysk, alsisk og sundevedsk, S. 128–131 (dänisch).
  3. o.V.: Gedenkhügel, Text in deutscher Sprache auf der dreisprachigen Hinweistafel vor dem Gedenkhügel auf dem Kirchfriedhof, hrsg. von Broager SOGN (ohne Datum); vergleiche den Text der Tafel
  4. Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, 275
  5. Karl Müllenhoff: Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Kiel 1845, Nummer 164 II.
  6. Manfred-Guido Schmitz (Hrsg.): Hundert Sagen aus Nordschleswig. Nordstrand 2013, Seite 18. f.
  7. Vgl. auch: Marsch und Förde, Smøl Vold, abgerufen am: 5. Dezember 2014
  8. Karl Müllenhoff: Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Kiel 1845, Nummer 164 I.
  9. Gamle sagn: Siamesiske tvillinger. Broager Kirke; abgerufen am 29. Dezember 2012 (dänisch).
  10. Manfred-Guido Schmitz (Hrsg.): Hundert Sagen aus Nordschleswig. Nordstrand 2013, Seite 18. f.
  11. Gustav Friedrich Meyer: Schleswig-Holsteiner Sagen, Eugen Diederichs, Jena, 1929, Seite 61

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Broager – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien