Broken Hill

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der australischen Stadt Broken Hill. Die Stadt in Sambia, die bis 1964 denselben Namen trug, heißt heute Kabwe.
Broken Hill
Sulphide St station.jpg
Staat: Australien Australien
Bundesstaat: Flag of New South Wales.svg New South Wales
Gegründet: 1883
Koordinaten: 31° 57′ S, 141° 26′ O-31.95141.43333333333315Koordinaten: 31° 57′ S, 141° 26′ O
Höhe: 315 m
 
Einwohner: 18.430 (2011) [1]
 
Zeitzone: ACST (UTC+9:30)/
ACDT (UTC+10:30)
Postleitzahl: 2880
LGA: City of Broken Hill
Broken Hill (New South Wales)
Broken Hill
Broken Hill

Broken Hill ist eine Bergbausiedlung mit knapp 18.500 Einwohnern im äußersten Westen des australischen Bundesstaats New South Wales nahe der Grenze zu South Australia. Die Entfernung zur Metropole Sydney beträgt ca. 1.200 km in Richtung Osten, Adelaide liegt etwa 500 km südwestlich. Die Stadt Broken Hill deckt sich zum größten Teil mit dem lokalen Verwaltungsgebiet Broken Hill City. Die Stadt ist Sitz des römisch-katholischen Bischofs von Wilcannia-Forbes.

In Broken Hill gilt wie im benachbarten South Australia die Australian Central Standard Time (UTC+9:30), anders als im Rest von New South Wales, wo die Australian Eastern Standard Time (UTC+10) gilt. In der Stadt ist es damit immer eine halbe Stunde früher als im Rest des Bundesstaates.

Geschichte[Bearbeiten]

Besiedelung[Bearbeiten]

Man geht davon aus, dass die ersten Siedler in der Region des späteren Broken Hills Aborigines aus der Wiljakali Gruppe waren. Aufgrund des Wassermangels in der Region ist eine temporäre Besiedelung ebenso wie eine Vertreibung durch die ersten europäischen Siedler wahrscheinlich.[2]

Der erste Europäer in der Region war der ’’Surveyor General of New South Wales’’, also der oberste Landvermesser von New South Wales im Jahre 1841. Im Jahre 1844 entdeckte Charles Sturt bei seinen Erkundungen den Barrier Range (Höhe 439 m). Der Name deutet darauf hin, dass die Gebirgskette für Sturt das Große Hindernis in Richtung Norden war, das ihn bei der Suche nach einem im Inland gelegenen See den Weg versperrte. Sie bestand aus altem, verdrehtem Sedimentgestein, das von Granit, Diorit etc. zusammengedrückt und von zahllosen weißen Quarzadern durchsetzt war.

Nomaden begannen in den 1850ern das Gebiet zu besiedelten, ihre Versorgungsroute führte dabei entlang des Darling Flusses.[3]

Auch die Expedition von Burke und Wills von 1860 bis 1861 führte durch das Gebiet, eines ihrer Basecamps befand sich im nahegelegenen Menindee.

Goldrausch[Bearbeiten]

Sturts Beschreibung der Gesteinsformationen von 1848 führte 1867 zu einem Goldrausch, der durch Wassermangel und das Nichtauffinden von Gold ein jähes Ende fand. Zu diesem Zeitpunkt wurde nur nach Gold und nicht nach anderen Metallen oder Erzen gesucht, die reichhaltigen Silbervorkommen wurde übersehen.

Die ersten belegten Funde von Silber-Blei-Erz gehen auf P. Green und das Jahr 1876 zurück: Er fand das Erz in Thackaringa, 50 km von Broken Hill entfernt. Der erfolgreiche Abbau dieser Vorkommen führte 1882 zu einem erneuten ’Rausch’ in das Gebiet (Thackaringa und Umberumberka). Mit der Vermessung des Gebietes von Silverton im Jahre 1883 wurden zahlreiche reich vererzte Silbererzkörper angetroffen.

Stadtgründung[Bearbeiten]

Die Stadtgründung fand erst im Jahr 1883 statt: Charles Rasp, ein Kontrolleur von Weidezäunen für die ’Mount Gipps Station’ entdeckte in der Region einige Gesteinsformationen, u.a. Quarzaufbruch (ein Zeichen für Bodenschätze) und nahm Proben von einem Metall mit, von dem er glaubte, dass es Zinn sei. Eine Analyse ergab eine hohe Konzentration von Silber und Blei sowie Spuren von Zink und weiteren Schwermetallen. Die Konzentration von Silber in dem von Rasp gesammelten Erz waren höher als in jeder bis dahin bekannten Abbaustätte.

Bergbau[Bearbeiten]

North Mine in Broken Hill

Rasp sicherte sich mit dem „Syndicate of Seven“ einen 16 ha großen Claim, sowie die sechs um diesen ursprünglichen liegende Claims von ebenfalls jeweils 16 ha. Das Syndikat wurde für verrückt erklärt, schaffte es jedoch einen Schacht, den Rasp Schacht, in den Boden zu treiben und traf 1884 in 30 m Tiefe eine reiche Silbervererzung an. Kurz darauf wurden auch in anderen Bereichen des zentralen Claims Silbererz gefunden. Am 10. August 1885 wurden Anteilsscheine an der „Broken Hill Proprietary Co.“ verkauft. Später wurden vier der ursprünglichen sieben Claims verkauft und die Firma in BHP Billiton umbenannt.

Broken Hill ist die älteste noch im Betrieb befindliche Lagerstätte Australiens. Der Haupterzkörper erstreckt sich über 5 km und bis in mehrere 100 m Teufe.

Ursprung des Stadtnamens[Bearbeiten]

Es war Sturt, der in seinem Tagebuch einen ’’Broken Hill’’ (engl.: gebrochener Hügel) beschrieb.[3] Der ‚gebrochene Hügel’, dem Broken Hill seinen Namen verdankt, bestand aus einer Vielzahl von Hügeln, die so aussahen, als ob sie von einem Spalt geteilt wurden.

Im Rahmen der späteren Bergbauarbeiten wurden die Hügel, die der Stadt ihren Namen gaben, vollständig abgebaut.

Klima, Vegetation[Bearbeiten]

Das in der semiariden Klimazone gelegene Broken Hill hat durch seine erhöhte Lage auf über 300 m über NN nicht ganz so hohe Temperaturen wie das umliegende Land, Sandstürme sind jedoch häufig.

In den ersten Jahren des Bergbaus wurde die Vegetation um Broken Hill gerodet. Bis auf einen Grasbewuchs mit vereinzelten Kräutern nach Regenschauern konnte sich keine dauerhafte Vegetation bilden. Erst durch eine groß angelegte Begrünungsmaßnahme in den 1930er Jahren wurde ein Teil der ursprünglichen Vegetation wieder hergestellt.[4]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für BROKEN HILL (PATTON STREET) - Höhe: 315 m von 1891 bis 2011
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 32,8 32,2 29,0 23,9 19,2 15,6 15,1 17,3 21,1 24,9 28,6 31,3 Ø 24,2
Min. Temperatur (°C) 18,5 18,2 15,6 11,8 8,6 6,2 5,4 6,4 8,9 11,7 14,7 17,1 Ø 11,9
Niederschlag (mm) 24,5 25,5 21,2 17,4 22,5 21,9 18,9 18,5 20,4 24,5 20,7 21,7 Σ 257,7
Regentage (d) 2,5 2,6 2,2 2,1 3,1 3,4 3,5 3,3 3,0 3,5 2,8 2,5 Σ 34,5
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
32,8
18,5
32,2
18,2
29,0
15,6
23,9
11,8
19,2
8,6
15,6
6,2
15,1
5,4
17,3
6,4
21,1
8,9
24,9
11,7
28,6
14,7
31,3
17,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
24,5
25,5
21,2
17,4
22,5
21,9
18,9
18,5
20,4
24,5
20,7
21,7
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Australian Bureau of Meteorology: Broken Hill (Patton Street) Station. Beobachtungszeitraum: 1891–2011. Abgerufen am 6. Juni 2009.

Geologie[Bearbeiten]

Broken Hill befindet sich im Süden der sogenannten Curnamona Province, einem kratonen Block im Westen von New South Wales und im Osten von South Australia. Die Broken Hill Domain mit dem Erzkörper von Broken Hill ist der südöstliche Teil der Curnamona Province, in der die Paläoproterozoischen Gesteine der Willyama Supergroup zutage treten. Die Gesteinseinheit wurde vermutlich in einem intrakontinentalen Backarc-Becken hinter einer Subduktionszone abgelagert. Das Alter der Supergroup beträgt etwa 1,72 bis 1,70 Milliarden Jahre. Bei diesem Becken handelte es sich vermutlich um ein Halbgrabensystem, die Hauptstörung wird westlich von Broken Hill angenommen. Die Mächtigkeit der Willyama Supergroup wird in der Broken Hill Domain auf bis zu 13 km geschätzt. Vor etwa 1,6 Milliarden Jahre wurden die Gesteinseinheiten bei der Olarischen Orogenese metamorph überprägt und deformiert. Die Delamerische Orogenese vor etwa 500 Millionen Jahre hatte ebenfalls einen Einfluss auf die Gesteinseinheiten, wenn auch einen weit geringeren.[5] Der Erzkörper von Broken Hill befindet sich stratigraphisch etwa im mittleren Teil der Willyama Supergroup. Es handelt sich dabei um eine sedimentär-exhalative Lagerstätte, wenn auch die genaue Genese noch umstritten ist. Es handelt sich um den größten Blei-Zink-Erzkörper der Welt mit rund 280 Millionen Tonnen Erz. Damit ist die Lagerstätte rund 10 mal größer als die vergleichbare Lagerstätte Rammelsberg bei Goslar in Deutschland. Haupterzminerale sind Galenit und Sphalerit, das Erz enthält aber auch große Mengen an Granat. Die durchschnittlichen Erzgehalte liegen bei 2,5 bis 15 % Blei, 5 bis 20 % Zink und 20 bis 300 g/t Silber.[6] Die Lagerstätte Broken Hill ist für ihren Reichtum an verschiedenen Mineralen bekannt, unter ihnen viele außergewöhnliche Raritäten.

Heutige Stadt[Bearbeiten]

Straße in Broken Hill

Heute ist der Bergbauboom vorbei, das Blei-Silber-Zink-Sulfid wird aber noch immer in großen Mengen industriell abgebaut. Auch ehemals stillgelegte Minen werden wieder in Betrieb genommen, um tiefer gelegene Erzvorkommen unter der Stadt abzubauen. Die Stadt hat sich in der Einsamkeit behauptet und bildet das Tor von New South Wales zum Outback. In der weiteren Umgebung befinden sich zahlreiche Wüsten-Nationalparks und Geisterstädte wie zum Beispiel Silverton.

Straßennamen[Bearbeiten]

Auffällig in Broken Hill ist, dass viele Straßen die Namen von chemischen Elementen oder Mineralstoffen tragen, als Hommage an die Rohstoffe, durch die Broken Hill groß geworden ist. Straßen und Wege haben daher Namen wie „Kaolin Street“, „Gypsum Street“, „Crystal Street“ und „Silver Street“ (siehe Bild).

Das Straßenschild der Silver Street.

Bleibelastung[Bearbeiten]

Bei Kleinkindern in Broken Hill wurden erhöhte Bleiwerte im Blut als Zeichen einer chronischen Bleibelastung gemessen. Diese sind Folge einer Exposition von Bleistäuben, wie sie beim Abbau des bleihaltigen Silbererzes freigesetzt wurden und werden.[7] Die Bleiaufnahme durch Kleinkinder erfolgt oral, also durch Aufnahme des Bleistaubes durch den Mund.[8] Durch eine sehr gewissenhafte Abdichtung der Häuser und eine professionelle Säuberung konnte die Bleistaubbelastung im geschlossenen Wohnräumen kontrolliert werden.[7][9] Außerhalb entsprechend gesicherter Wohnräume finden sich in den Stäuben noch immer hohe Bleikonzentrationen. Die Gesundheitsbehörde von New South Wales hat ein umfangreiches Programm zur Kontrolle der Bleibelastung von Einwohnern von Broken Hill eingerichtet. Statt einer fast aussichtslos erscheinenden Sanierung des gesamten Ortes, wird verstärkt auf eine Änderung des Verhaltens der Bevölkerung hingewirkt. Ziel ist es, dass nur 5 % der 1-4 jährigen eine Bleikonzentration im Blut von über 15 µg/dl aufweisen.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Hier geboren[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Australian Bureau of Statistics: Broken Hill (Urban Centre/Locality) (Englisch) In: 2011 Census QuickStats. 28. März 2013. Abgerufen am 24. Januar 2014.
  2. Silverton. The Sydney Morning Herald. 8. Februar 2004. Abgerufen am 17. Dezember 2007.
  3. a b "History." Broken Hill: Accessible Outback. 2007, Edition 15, p4.
  4. Horace Webber: The Greening of the Hill: Re-vegetation around Broken Hill in the 1930s. Hyland House, Melbourne 1992, ISBN 0947062912, S. 150.
  5. Conor, C.H.H., 2006. Geology of the Olary Domain, Curnamona Province, South Australia. South Australia. Department of Primary Industries and Resources. Report Book, 2006/13
  6. http://www.dpi.nsw.gov.au/minerals/geological/bhei2009
  7. a b F Boreland, Lyle DM, Wlodarczyk J, Balding WA, Reddan S: Lead dust in broken hill homes--a potential hazard for young children?. In: Public Health Association Of Australia (Hrsg.): Australian and New Zealand journal of public health. 26, Nr. 3, Australia, 2002, S. 203-7.
  8. Brian L Gulson: Tooth analyses of sources and intensity of lead exposure in children. In: National Institute of Environmental Health Sciences (Hrsg.): Environ Health Perspect. 104, Nr. 3, United States, 1996, S. 306-12. PMID 8919769. Abgerufen am 23.8.2008.
  9. F Boreland, Lyle DM: Lead dust in Broken Hill homes: effect of remediation on indoor lead levels.. In: Academic Press (Hrsg.): Environmental research. 100, Nr. 2, United States, 2006, S. 276-83.
  10. Hugh Burke, Bill Balding, David Lyle: Reducing lead exposure in children in Broken Hill. In: NSW Health Dept. (Hrsg.): New South Wales Public Health Bulletin. 14, Nr. 3, Australia, 2003, S. 52-4. doi:10.1071/NB03016. Abgerufen am 23.8.2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Broken Hill, New South Wales – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien