Brombachtal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Brombachtal
Brombachtal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Brombachtal hervorgehoben

Koordinaten: 49° 44′ N, 8° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Odenwaldkreis
Höhe: 321 m ü. NHN
Fläche: 20,44 km2
Einwohner: 3466 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km2
Postleitzahl: 64753
Vorwahl: 06063
Kfz-Kennzeichen: ERB
Gemeindeschlüssel: 06 4 37 005
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 59
64753 Brombachtal
Website: www.brombachtal.de
Bürgermeister: Willi Kredel (SPD)
Lage der Gemeinde Brombachtal im Odenwaldkreis
BreubergHöchst im OdenwaldLützelbachBad KönigBrensbachBrombachtalFränkisch-CrumbachReichelsheim (Odenwald)MossautalMichelstadtErbach (Odenwald)OberzentLandkreis Darmstadt-DieburgBayernBaden-WürttembergBaden-WürttembergKreis BergstraßeKreis BergstraßeKreis BergstraßeKarte
Über dieses Bild

Brombachtal ist eine Gemeinde im südhessischen Odenwaldkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brombachtal liegt im Zentrum des Odenwalds in der Nähe von Bad König. Drei der fünf Ortsteile der Gemeinde liegen im Einzugsbereich des Brombachs, der so für Brombachtal namensgebend wurde. Höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist im Westen der 443 Meter hohe Heidelberg im Böllsteiner Odenwald. Der tiefste Punkt mit etwa 185 Meter liegt im Osten in der Mümlingniederung am Straßenrand der Bundesstraße 45, die hier die Gemeindegrenze bildet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brombachtal grenzt im Norden und Osten an die Stadt Bad König, im Süden an die Stadt Michelstadt sowie im Westen an die Gemeinden Reichelsheim und Brensbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den fünf Ortsteilen Birkert, Böllstein, Hembach, Kirchbrombach (Sitz der Gemeindeverwaltung) und Langenbrombach. Zu Kirchbrombach gehören auch die Weiler Balsbach und Herrenwäldchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand am 1. Oktober 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Birkert, Böllstein, Hembach, Kirch-Brombach (jetzt Kirchbrombach) und Langen-Brombach (jetzt Langenbrombach).[2][3] Am Ortsausgang von Kirchbrombach Richtung Langenbrombach wurde ein neues Rathaus gebaut. Für die Ortsteile Böllstein, Birkert und Hembach wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Brombachtal 3585 Einwohner. Darunter waren 184 (5,1 %) Ausländer, von denen 93 aus dem EU-Ausland, 75 aus anderen Europäischen Ländern und 19 aus anderen Staaten kamen.[5] Nach dem Lebensalter waren 603 Einwohner unter 18 Jahren, 1377 waren waren zwischen 18 und 49, 861 zwischen 50 und 64 und 741 Einwohner waren älter.[6] Die Einwohner lebten in 1554 Haushalten. Davon waren 405 Singlehaushalte, 495 Paare ohne Kinder und 510 Paare mit Kindern, sowie 117 Alleinerziehende und 27 Wohngemeinschaften. In 321 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 987 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[6] 1984 Einwohner gehörten der evangelischen (55,3 %) und 519 Einwohner der katholischen (14,5 %) Konfession an.[7]

Einwohnergröße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brombachtal: Einwohnerzahlen von 1970 bis 2020
Jahr  Einwohner
1970
  
2.603
1973
  
2.886
1975
  
2.999
1980
  
3.169
1985
  
3.243
1990
  
3.415
1995
  
3.675
2000
  
3.718
2005
  
3.720
2010
  
3.635
2011
  
3.585
2015
  
3.475
2020
  
3.787
Quelle(n): LAGIS[8]; Hessisches Statistisches Informationssystem[9]; Gemeinde Brombachtal; Zensus 2011[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[10] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[11][12]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Insgesamt 19 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 45,7 9 41,2 8 46,6 9 52,0 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,4 6 33,0 6 36,6 7 35,3 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,8 3 20,9 4 9,4 2 10,2 2
FDP Freie Demokratische Partei 6,1 1 4,8 1 7,4 1 2,6 1
Gesamt 100,0 19 100,0 19 100,0 19 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 65,7 53,7 51,5 60,7
Rathaus von Brombachtal

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Brombachtal neben dem Bürgermeister fünf ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[13]

Bürgermeister ist seit 31. Juli 2004 Willi Kredel (SPD). Er setzte sich in einer Stichwahl am 11. Juli 2004 mit 66,9 % der Stimmen gegen Sonja Kredel (CDU) durch.[14] 2010 wurde er (als einziger aufgestellter Kandidat) mit 93,2 % der Stimmen im Amt bestätigt. Am 6. März 2016 wurde Willi Kredel mit 73,1 % der Stimmen gegen seinen Konkurrenten Andreas Funken (CDU) für eine dritte Amtszeit wiedergewählt. Seine direkt gewählten Amtsvorgänger waren:[13]

  • bis 2004 Bernd Kredel (SPD)

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Brombachtal.svg

Wappen

Wappen von Brombachtal
Blasonierung: „Durch schwarzes Balkenkreuz viergeteilt, rechts oben sechsfach rot-silber geschacht, links oben sechsstrahliger roter Stern auf Silber, rechts unten rote Rose auf Silber, links unten zwei rote Balken auf Silber.“[15]

Das Wappen wurde der Gemeinde Brombachtal am 19. März 1980 durch das Hessische Innenministerium genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Das schwarze Kreuz, das das Wappen spaltet stammt aus dem Wappen des Klosters Fulda. Das obere, rechte Feld Zeigt das Wappen der Herren von Rodenstein, der Stern ist ein Verweis auf die Grafen von Erbach, die Rose ein Verweis auf die Grafen von Wertheim und die beiden Balken das Wappen der Herren von Breuberg. Alle diese Familien und Fulda hatten Besitz in den heutigen Ortsteilen von Brombachtal.

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde gemeinsam mit dem Wappen am 19. März 1980 genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Auf rot/weißer Flaggenbahn in der oberen Hälfte aufgelegt das Gemeindewappen.“

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 30. Mai 1987 besteht eine Partnerschaft zwischen Brombachtal und der französischen Gemeinde La Rivière-de-Corps (Champagne).

Kultur uns Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Kirchbrombach befindet sich die Mitte des 15. Jahrhunderts erbaute evangelische Kirche mit dem um 1518 errichteten St. Alban-Flügelaltar. Die Kirche gehörte bis zur Reformation zum Stift St. Alban in Mainz. Die amtliche Liste der Kulturdenkmäler in Brombachtal umfasst 29 Positionen.

In Langenbrombach befindet sich auf der südlichen Anhöhe eine "XXL-Bank".

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regional sind die Feste zur Kerb, die in den Ortsteilen jeweils getrennt stattfindet, bekannt. In Kirchbrombach findet in der Vorweihnachtszeit ein kleiner Weihnachtsmarkt statt. Daneben gibt es über das Jahr verteilt mehrere Dorf- und Straßenfeste, wie das Erdbeerfest in Birkert.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Langenbrombach besteht eine Blaskapelle.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großunternehmen gibt es in Brombachtal nicht. Kleinere, regional bekannte Unternehmen sind die TKS Sicherheitsdienste GmbH und die Knusperhahn GmbH.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Kirchbrombach befindet sich eine öffentliche Grundschule. Ferner befinden sich dort in Trägerschaft der AWO bzw. der evangelischen Kirchengemeinde zwei Kindergärten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Bundesstraßen B45 (HanauEberbach) und die B47 (WalldürnWorms) ist die Gemeinde an das Verkehrsnetz angeschlossen.

Im Schienenverkehr ist die Gemeinde durch den Haltepunkt Bad König-Zell, der früher entsprechend dem Namen eines Ortsteils Zell-Kirchbrombach hieß, sowie durch den Bahnhof Bad König an der Odenwaldbahn angebunden.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die umgangssprachliche, im lokalen Dialekt verankerte Bezeichnung Bromisch dient wahlweise für die gesamte Gemeinde, für die beiden Ortsteile Langenbrombach und Kirchbrombach oder nur für Kirchbrombach.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 25. Oktober 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 43, S. 1603, Punkt 1425; Abs. 16. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,6 MB]).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 358.
  4. Hauptsatzung. (PDF; 46 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Brombachtal, abgerufen im Februar 2021.
  5. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Brombachtal. In: Zensus2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im Februar 2021.
  6. a b Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 36 und 90;.
  7. Religionszugehörigkeit: Brombachtal. In: Zensus2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im Februar 2021.
  8. Brombachtal, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 1. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  9. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  10. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  11. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2011.
  12. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Memento vom 27. Juni 2016 im Internet Archive) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt.
  13. a b Bürgermeister-Direktwahlen in xBrombachtal. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  14. Protokoll über die Sitzung der Gemeindevertretung am Samstag, dem 31. Juli 2004: Amtseinführung des Bürgermeisters Willi Kredel
  15. Genehmigung eines Wappens und einer Flagge der Gemeinde Brombachtal, Odenwaldkreis vom 19. März 1980. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1980 Nr. 14, S. 619, Punkt 423 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Brombachtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien