Bromellit

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Bromellit
Allgemeines und Klassifikation
Chemische Formel BeO
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Oxide und Hydroxide
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
4.AB.20 (8. Auflage: IV/A.03)
04.02.02.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol dihexagonal-pyramidal 6mm[1]
Raumgruppe P63mc[2]
Gitterparameter a = 2,698 Åc = 4,380 Å[2][1]
Formeleinheiten Z = 2[2][1]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 9
Dichte (g/cm3) 3,017 bis 3,044
Spaltbarkeit deutlich nach {1010}
Farbe farblos, weiß
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nω = 1,705 bis 1,719
nε = 1,733[3]
Doppelbrechung δ = 0,028[3]
Optischer Charakter einachsig positiv
Weitere Eigenschaften
Besondere Merkmale hochgiftig, pyroelektrisch; fluoreszierend

Bromellit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung BeO, ist also chemisch gesehen ein Berylliumoxid, und entwickelt meist nur kleine, farblose oder weiße Kristalle im Millimeterbereich.

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Bromellit ist pyroelektrisch, lädt sich also bei intervallartig wechselnder Temperatur elektrisch auf. Bei Bestrahlung mit langwelligem oder kurzwelligem UV-Licht zeigt sich gelblichweiße Fluoreszenz.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals gefunden wurde Bromellit 1925 in der schwedischen Grubengemeinde Långban und beschrieben durch Gregori Aminoff, der das Mineral zu Ehren des schwedischen Arztes und Mineralogen Magnus von Bromell (1679–1731) nach diesem benannte. [4]

Klassifikation[Bearbeiten]

In der alten (8. Auflage) und neuen Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) gehört der Bromellit zur Abteilung der „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 2:1 und 1:1“. Die neue Strunz'sche Mineralsystematik unterteilt hier allerdings inzwischen präziser nach der Größe der beteiligten Kationen und das Mineral steht entsprechend in der Unterabteilung „Kation : Anion (M:O) = 1:1 (und bis 1:1,25); mit nur kleinen bis mittelgroßen Kationen“.

Die im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Bromellit ebenfalls in die Klasse der Oxide ein, dort allerdings in die Abteilung der „Einfachen Oxide mit einer Kationenladung von 2+(AO)“.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Bromellit bildet sich durch hydrothermale Vorgänge in Calcit-Adern, in Hämatit-Skarnen und skarnisiertem Kalkstein, in Natrolith-Drusen, hydrothermal umgeformtem Nephelin, sowie in Syenit-Pegmatiten. Begleitminerale sind unter anderem Chamosit, Diaspor, Manganophyllit, Natrolith, Richterit und Swedenborgit.

Bisher konnte das Mineral weltweit erst an neun Fundorten (Stand: 2009) nachgewiesen werden: In der „Bollingers Mine“ bei Torrington (New South Wales) in Australien; in der Xianghualing-Mine im Kreis Linwu (Provinz Hunan) in China; im Bergwerk „Costabonne“ bei Prats-de-Mollo-la-Preste in Frankreich; bei Sagåsen in der norwegischen Provinz Telemark; Pitkyaranta, Kola und Jekaterinburg in Russland; sowie an seiner Typlokalität Långban und bei Pajsberg in Schweden. [5]

Morphologie[Bearbeiten]

Die Kristalle des Bromellit sind meist gut entwickelt und von prismatischem Habitus, gestreckt nach [0001] und einseitig (hemimorph) pyramidalem Abschluss. Auch tafelige Kristalle parallel {0001} und rosettenförmige Mineral-Aggregate sind möglich.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Struktur von Bromellit

Bromellit kristallisiert isotyp mit Zinkit im hexagonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P63mc mit den Gitterparametern a = 2,698 Å und c = 4,380 Å[6] sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle[1].

Verwendung[Bearbeiten]

Bromellit ist ein guter Wärmeleiter und wird unter anderem in Thermoelement-Schutzrohren, Schmelztiegeln, Zündkerzen und in der Elektronik als Wärmesenke für Halbleiterbauelemente sowie in der Reaktortechnik verwendet.

Vorsichtsmaßnahmen[Bearbeiten]

Bromellit ist als hochgiftige Verbindung für eine private Mineralsammlung nicht geeignet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Webmineral – Bromellite (englisch)
  2. a b American Mineralogist Crystal Structure Database – Bromellite (englisch, 1993)
  3. a b Bromellite bei mindat.org (engl.)
  4. G. Aminoff in Stockholm: Über Berylliumoxyd als Mineral und dessen Kristallstruktur. Stockholm, Riksmuseets mineralogiska avdelning, im März 1925 (PDF 1,95 MB)
  5. Mindat - Localities for Bromellite
  6. American Mineralogist Crystal Structure Database - Bromellite (englisch, 1993)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]