Bromer Kunst

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Bromer Kunst
Daten
Ort Roggwil
Architekt Marie Aigner
Eröffnung 2003
Betreiber Bromer Art Collection
Leitung René Brogli
Website www.bromer-kunst.ch

bromer kunst ist eine Schweizer Kunstgalerie, die im November 2011 von René Brogli (* 24. April 1957) gegründet wurde und ihren Sitz in Roggwil im Kanton Bern hat. Die private Kunstsammlung von René Brogli, die bromer art collection, ist der Galerie angegliedert.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude, welche 2003 von der Münchener Architektin Dr. Marie Aigner in Zusammenarbeit mit Bromer Architects entworfen wurde, ist am Rande einer unter Naturschutz stehenden Landschaftsfläche situiert. Die auf drei Etagen verteilte Ausstellungsfläche beträgt rund 1600 m2. Die Gesamtanlage mit Garten und Teich beträgt 11 000 m². Der Gebäudekomplex verfügt über ein klimatisiertes Lager und einen vielseitig nutzbaren Multimediaraum mit 50 Sitzplätzen sowie eine Tagescafeteria. In den grosszügigen Räumlichkeiten wird kontinuierlich Schweizer und internationale Kunst in thematischen und künstlerspezifischen Ausstellungen präsentiert.

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bromer art collection ist die private Kunstsammlung von René Brogli, Initiator und Verwaltungsratspräsident der Kunstgalerie, welche an bromer kunst angegliedert ist. Die Sammlung umfasst über 2000 Werke und enthält Arbeiten der Vertreter der Genfer und Münchner Schule wie Alexandre Calame, François Diday, Robert Zünd, Johann Gottfried Steffan, aber auch Arbeiten von Ferdinand Hodler und seinen Schülern Louis Dürr (1896–1972), Marcus Jacobi (1891–1969) oder Stéphanie Caroline Jeanne Guerzoni (1887–1970); auch Cuno Amiet ist in der Sammlung vertreten.

In den letzten Jahren wurde die Sammlung mit Arbeiten zeitgenössischer und internationaler Künstler ergänzt. Vertreten sind auch Jonathan Meese, Valentin Roschacher mit seinem monumentalen Alpenpanorama und anderen Werken, Franz Gertsch, Antonio Marra oder Sam Drukker (* 1957), der mit seinen Arbeiten auch im Drents Museum in Assen vertreten ist, sowie Richard Long, Gerhard Richter, Thomas Seilnacht (* 1963), Ute Heuer (* 1965) oder Sabine Hertig (* 1982).

Von weiterer Bedeutung in der Sammlung sind die Werke der Deutschen Malerin Clara Porges, die ab 1918 in der Schweiz lebte. Im Herbst 2013 präsentierte bromer kunst die erste grosse Retrospektive mit über 130 Werken von Clara Porges (1879–1963) sowie die Edition einer umfassenden Monografie von Sergio Michels über die Künstlerin.[1] Mit der Retrospektive und der Buchpublikation hat bromer kunst zwar eine späte, aber umso bedeutendere Würdigung der Künstlerin in die Wege geleitet.

Kompetenzzentrum Rudolf Häsler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 kam zufällig ein Landschafts-Bild des in Interlaken geborenen Schweizer Malers Rudolf Häsler in die Sammlung von bromer kunst. René Brogli entdeckte die Bedeutung des bis zu diesem Zeitpunkt in der Schweiz fast vergessenen Malers, der eine bewegende Lebensgeschichte aufweist. Rudolf Häsler ist ein Vertreter und Pionier des Hyperrealismus. Er lebte zeitweise in Kuba und war unter Fidel Castro von 1960 bis 1963 Direktor des Nationalinstituts für Kunstgewerbe in Havanna. Noch vor Kurzem war der Name Rudolf Häsler kaum jemandem ein Begriff, und dies trotz seines ereignisreichen Lebenslaufs und seines unvergleichbaren künstlerischen Schaffens. Die intensiv Beschäftigung und die  Aufarbeitung von Rudolf Häslers Werk gipfelte am 12. November 2016 in der Premiere des Dokumentarfilms «Coca-Castro», umrahmt von der zeitgleichen Eröffnung der bisher grössten retrospektiven Ausstellung, die beide von bromer kunst lanciert wurden. Ergänzend zueinander beleuchtete der Film und die Ausstellung Häslers umtriebiges Leben als Weltbürger und sein malerisches Werk als Fotorealist der ersten Stunde. Im Frühjahr 2017 wurde das  von Häsler verfasste und erstmals 1972 erschienene Buch «Kuba – Freiheit oder Terror: Ein Maler erlebt die Revolution» von bromer edition in einer Neuauflage zweisprachig herausgegeben. Schliesslich stellte die im Juni 2017 in der bromer edition erschienene 476-seitige Künstlermonografie zu Rudolf Häsler den Höhepunkt im Zuge der Bemühungen um das bemerkenswerte Oeuvre des aussergewöhnlichen Schweizer Künstlers dar. [2][3][4]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011
  • «Der Maler Arnold Ammann» (1920–1991)
2012
2013
2014
  • Alpöhi – Zeitgenössische Landschaftsbilder von Daniel Eisenhut (* 1974) [9]
  • Berg – Farbe – Form, Thomas Seilnacht (* 1963) (Herausgabe einer Monografie) [10]
  • Profumo di limoni, Antonio Marra (* 1957) [11]
  • Werkausstellung Fred Baumann (* 1947) und Sam Drukker [12]
2015
2016

2017

  • Retrospektive - Urs Burki "Chaos und Ordnung. Werke von 1973 bis 2017"[16][17]
  • Naturfotografien von Roland Fürst
  • Synthesis - Angela Glajcar und Thomas Röthel
  • Collector's Choice: Deutscher Expressionismus

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sergio Michels: Clara Porges – Die Malerin des Lichts, 1. Band. Michels Design Art Editions, Comano 2013. http://www.bsg.nb.admin.ch/lib/item?id=chamo:127517&theme=BSG, Inhalt: http://www.asteauktionen.ch/wpdf/%20CP%20Brossura%20completa%20def%2030. Juli 2014%20LR.pdf
  2. a b Fränzi Zwahlen-Saner: Dieser fast vergessene Hyperrealist war Künstler und Revolutionär, in Aargauer Zeitung, Online-Ausgabe 12.11.2016, http://www.aargauerzeitung.ch/kultur/dieser-fast-vergessene-hyperrealist-war-kuenstler-und-revolutionaer-130711712
  3. a b Nora Devenish: «Coca-Castro» feiert Premiere, in Jungfrau Zeitung, Online-Ausgabe 10.11.2016, http://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/149173/
  4. a b Rudolf Häsler bei Bromer Kunst, abgerufen am 14.11. auf http://www.bromer-kunst.ch/de/projects/rudolf-hasler
  5. Gedenkausstellung René Villiger in Sins, http://www.renevilliger.ch/vernissage/
  6. Infos über die Ausstellung bei Bromer Kunst auf der Homepage von Gerhard Richter, https://www.gerhard-richter.com/de/exhibitions/lovin-it-symbol-und-widerspruch-3190
  7. Frith Street Gallery: Bridget Smith at Bromer Art Collection, http://www.frithstreetgallery.com/news/item/bridget_smith_at_bromer_art_collection
  8. Homepage Beni Bischof, http://www.benibischof.ch/exhibitions-info-cv-contact.html
  9. Agenda Berner Zeitung, http://agenda.bernerzeitung.ch/ausserdem/ausserdem/fuehrung-alpoehi-586449/event/586449/
  10. Christina Studer: Thomas Seilnacht, Berg – Farbe – Form. Seilnacht Verlag & Atelier, Bern 2014, http://www.thomasseilnacht.ch/buch.html
  11. Homepage Antonio Marra, http://www.antonio-marra.com/de/ausstellungen
  12. Berner Zeitung: Künstlerisches Aufeinandertreffen, http://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/Kuenstlerisches-Aufeinandertreffen/story/24494124
  13. durchzwei — Atelier für Gestaltung, http://www.durchzwei.ch/print.php?projectid=ZEITZEIGER_Buchgestaltung&cat=index
  14. Ausstellungskatalog und Webseite der Gilde Schweizer Bergmaler (GSBM), http://www.gsbm.ch/d/ausstellungen/exhn_2015.html
  15. Einladung zur Performance mit Franz Bucher und dem Perkussionskünstler Christian Bucher auf xlyon.ch, http://www.xylon.ch/pdf/bucher_28_03_15.pdf
  16. Barbara Graber: Er schloss sich jenen an, die losgelöst waren. In: Berner Zeitung, Berner Zeitung. 4. Februar 2017, ISSN 1424-1021 (bernerzeitung.ch [abgerufen am 15. April 2017]).
  17. sdroz: Vexer Verlag - Urs Burki Chaos Ordnung (2). Abgerufen am 15. April 2017 (deutsch).

Koordinaten: 47° 15′ N, 7° 49′ O; CH1903: 629149 / 232377