Brommy (Schiff, 1916)

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Brommy
Übersicht
Typ Minensuchboot 1915 (umfasste die Boote M 27 bis M 56)
Bauwerft

Seebeck-Werft (Geestemünde)

Stapellauf 19. August 1916 als M 50
Namensgeber Karl Rudolf Brommy (Admiral der Reichsflotte)
Indienststellung 19. September 1916
Außerdienststellung 15. Juni 1944 zerstört
Technische Daten
Länge

58,3 m

Breite

7,0 m

Tiefgang

2,2 m

Besatzung

41 bis 51 Mann

Antrieb

Expansionsdampfmaschine (1800 PS)

Geschwindigkeit

ca. 16 kn

Bewaffnung
  • als Minensucher im Ersten Weltkrieg 2 oder 3 8,8-cm-Geschütze
  • als Räumbootbegleitschiff 1 8,8-cm- oder 10,5-cm-Geschütz
Größe

480 t

Die Brommy (ex M 50) war ein ehemaliges Minensuchboot der Kaiserlichen Marine, das ab 1938 von der Kriegsmarine als Räumbootbegleitschiff eingesetzt wurde. Sie wurde am 15. Juni 1944 bei einem alliierten Fliegerangriff westlich von Boulogne-sur-Mer vernichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichsmarine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 4. August 1920 wurde M 50, ein Boot des Typs Minensuchboot 1915, zum Räumen der Kriegsminen eingesetzt und dann außer Dienst gestellt. Bereits am 15. August erfolgte eine Reaktivierung, diesmal als Führerboot der 8. Minensuch-Halbflottille. Am 28. September 1921 erfolgte eine neue Außerdienststellung.

Eine erneute Indienststellung erfolgte erst wieder nach zwölf Jahren am 2. Oktober 1933 in der 2. Minensuch-Hilfsflottille.

Kriegsmarine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurzfristig war M 50 in der 1. Geleitflottille in Dienst, wurde aber am 1. April 1936 erneut außer Dienst gestellt.

Mit der Bildung der Räumbootflottillen entstand in der Kriegsmarine ein Mangel an Tendern und Begleitschiffen. Daher wurden M 50 und einige Boote der Klasse Minensuchboot 1916 zu Räumbootbegleitschiffen umgebaut. Dabei wurden die Boote der Klasse 1916 durch eine Verlängerung von etwa 2 Metern auch baulich verändert. Durch eine Verfügung des Oberkommandos der Kriegsmarine vom 26. November 1937 wurde die Verwendung des Namens Brommy angeordnet, zur Ehrung des Befehlshabers der ersten deutschen Reichsflotte, Konteradmiral Karl Rudolf Brommy (1804–1860).

Bis September 1938 diente die Brommy in der 1. R-Flottille, anschließend in der 2. R-Flottille. In dieser Zeit wurde sie in der Nordsee, vor der niederländischen Küste und schließlich im Ärmelkanal eingesetzt.

In der Nacht vom 15. zum 16. Juni 1944 wurde die Brommy westlich von Boulogne-sur-Mer durch einen Luftangriff der RAF vernichtet. 297 Lancaster, Halifax und Mosquitos flogen einen schweren Angriff auf den Hafen von Boulogne. Dabei wurden auch die beiden R-Boot-Begleitschiffe Von der Groeben und Von der Lippe, sechs Minenräumboote, drei Minensucher, zwei Vorpostenboote, zwei Artilleriefährprähme, drei Schlepper und fünf Hafenschutzboote versenkt und drei weitere Räumboote schwer beschädigt.[1]

Tradition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Traditionsname Brommy wurde ab 1959 von der Schulfregatte Brommy (F 218) der Bundesmarine weitergeführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eintrag: Brommy (M50/M 550) in: Hans H. Hildebrand/Albert Röhr/Hans-Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe. Biographien – ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart, Ratingen o. J. (Einbändiger Nachdruck der siebenbändigen Originalausgabe, Herford 1979ff.,), Bd. VII, S. 74f.
  • Günter Kroschel/August-Ludwig Evers (Hg.): Die deutsche Flotte 1848–1945. Geschichte des deutschen Kriegsschiffsbaus in 437 Bildern, 2. Aufl. Wilhelmshaven 1963, S. XXV.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.wlb-stuttgart.de/seekrieg/44-06.htm